​Japan 2018: Die Top 10 der Reiseziele – für Insider

Matthias Reich
Matthias Reich

Auf nach Japan, aber welche Reiseziele bieten sich an? Der Yen ist günstig, die zu den Olympischen Spielen erwarteten Massen stehen noch aus: 2018 ist das Jahr für eine Japanreise. Hier unsere Top 10 der Insider-Reiseziele.

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Die Insel Rebun nordwestlich von Hokkaidō. (c) Reich

Rebun & Rishiri 礼文島・利尻島

Kaum jemand kennt die beiden Inseln nordwestlich von Hokkaidō – das hängt wohl mit der Lage zusammen. Von hier aus kann man an klaren Tagen die Insel Sachalin sehen. Die Küste von Rebun erinnert stark an Westirland, und die kleine Insel Rishiri besteht hauptsächlich aus dem Rishiri-Fuji, einem begehbaren, über 1.700 Meter hohen Vulkan. Klare Luft, klares Wasser, wenig Besucher und eine faszinierende Flora und Fauna (unter anderem zahlreiche Robbenarten) machen diese Inseln besonders interessant. Wer mutig ist, übernachtet in der etwas ausgeflippten Jugendherberge von Rebun, bei der man fast denken könnte, man sei in einer Sekte gelandet.

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Die Landschaft Rebuns ... (c) photo-ac
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... und Rishiris ist von viel grüner Natur geprägt. (c) Reich
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Kushiro 釧路

Quasi auf der anderen Seite von Hokkaidō befindet sich Kushiro, und hier kann man sich ebenfalls an der Landschaft und dem Wildleben satt sehen. Bekannt ist die Gegend vor allem durch den tanchō 丹頂 – dem majestätischen “Mandschurenkranich”, einer symbolträchtigen, aber stark gefährdeten Art, von der es schätzungsweise nur noch 2.000 Vögel in freier Wildbahn gibt. Wer es nicht nach Kushiro schafft, kann sich mit einem Blick auf den 1.000-Yen-Schein trösten. Leider stellt dieser das schöne schwarz-weiße Gefieder mit dem markanten roten Kopfschmuck nicht genügend dar.

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Im "Tancho Japanese Crane Reserve" in Kushiro erhalten Besucher allerlei Informationen über die eleganten Vögel und können die Kraniche aus nächster Nähe bewundern. (c) Arauner
Kushiro Shitsugen
Das "Kushiro Shitsugen"-Feuchtgebiet ist das größte Japans und von allerlei Aussichtspunkten zu überblicken. (c) Arauner

Insel Sado 佐渡島

Japan ist arm an Bodenschätzen – das lernt man so an jeder Schule. Dem war nicht immer so – es gab zum Beispiel durchaus reiche Goldvorkommen, und zwar hauptsächlich auf der großen, H-förmigen Insel Sado vor der Küste von Niigata. Die Goldgräber hinterließen viele Spuren – so spalteten sie regelrecht einen ganzen Berg, um den Daimyō in Edo Reichtum zu bescheren. Interessant sind auch die Ruinen der industriellen Goldgewinnung um das Jahr 1900 herum. Die Natur auf der seit jeher dünn besiedelten Insel ist ebenfalls sehr empfehlenswert – Sado eignet sich zum Beispiel hervorragend für ausgedehnte Fahrradtouren.

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Die Insel Sado hat viel Natur zu bieten. (c) Reich
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Im "Sado Nishimikawa Gold Park" können Besucher noch selbst Gold schöpfen. (c) noriko / flickr CC BY-ND 2.0

Nanki-Shirahama 南紀白浜

Shirahama bedeutet einfach nur “weißer Strand”, und nicht überraschend heißen etliche Orte in Japan so. Dieses Shirahama ist besonders: Die Stadt liegt direkt an einem spektakulären Sandstrand, hat ein interessantes Nachtleben und eine sehr gelöste Atmosphäre. Wer dort war, weiß, was gemeint ist. Pandafans kommen in Shirahama auch auf ihre Kosten – im Themenpark “Adventure World” tummeln sich gleich fünf der schwarz-weißen Gesellen. Hinzu kommt, dass Shirahama ein ideales Springbrett für Touren nach Ōsaka, Nara, Kōyasan und Ise ist.

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Der weiße Strand von Nanki-Shirahama. (c) Reich
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Urlaubsfeeling zwischen Palmen und Meer. (c) Nao Iizuka / flickr CC BY 2.0

Ōsaka 大阪

Interessanterweise ist Tōkyōs alte Rivalin, Ōsaka, noch immer eine Art Geheimtipp, aber die Stadt arbeitet daran. Die Burg von Ōsaka ist zwar ein eher profaner Nachbau, und historisch wird die Stadt nie aus dem Schatten von Nara oder Kyōto treten, doch es gibt auch so viel zu sehen – zum Beispiel den Sonnenturm von Okamoto Tarō, das nagelneue Harukas-Hochhaus (immerhin der höchste Wolkenkratzer in Japan), oder einfach nur das quirlige Treiben rund um den Dōtombori. Eine besondere Bemerkung verdienen jedoch die Bewohner: Im Ton manchmal etwas rauh, aber sehr herzlich und humorvoll.

Japan menschenRegionale Charaktere: Was Japaner über Japaner denkenJapans Regionen unterscheiden sich nicht nur sprachlich voneinander: Lernen Sie mit JAPANDIGEST die regionalen Charaktere und lokalen Dialek...18.05.2017

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Das Abeno Harukas-Hochhaus ragt 300 Meter in die Höhe. (c) Reich
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Der Sonnenturm begrüßt Besucher im Expo Commemoration Park. (c) cotaro70s / flickr CC BY-ND 2.0

Bitchū-Takahashi 備中高梁

Die kleine Stadt in den Bergen der Präfektur Okayama hat es in sich: Auf einem Berg neben der Stadt steht die kleine, aber feine Burg von Takahashi, und sie ist eine von nur 12 Burgen in Japan, bei denen das Hauptgebäude (der sogenannte Donjon bzw. Tenshukaku) noch original ist. Im Ort selbst sollte man unbedingt den Raikyū-ji gesehen haben – einen alten Tempel mit einem herrlichen, typisch japanischen Garten. Von Okayama als Tagestour erreichbar, sollte man Takahashi auf keinen Fall verpassen.

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Der Garten des Raikyū-ji in Bitchū-Takahashi. (c) Reich
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Die Burg Matsuyama in Bitchū-Takahashi. (c) cotaro70s / flickr CC BY-ND 2.0

Hagi 萩

Auf die Idee, nach Hagi zu kommen, muss man auch erstmal kommen: Die kleine Stadt am Japanischen Meer in der Präfektur Yamaguchi liegt weit ab von allem. Aber genau das macht den Reiz aus: Die Innenstadt mit ihren alten Samurairesidenzen ist beinahe so wie vor Jahrhunderten, und nichts ist kaputtsaniert. Hier kann man noch am ehesten, und ganz ohne Menschenmassen, eine Ahnung davon bekommen, wie es in Japan zu Zeiten der Samurai ausgesehen haben mag. Auch Keramikfreunde kommen hier nicht zu kurz – die Hagi-yaki genannte Stilrichtung ist sehr berühmt.

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In Hagi sind die Straßen von erhaltenen Häusern der Samurai-Zeit gesäumt. (c) Reich
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Zwischen diesen zu flanieren ist eine ganz besondere Japanerfahrung. (c) ume-y / flickr CC BY 2.0

Aso 阿蘇

Der reichlich aktive Supervulkan Aso ist natürlich immer eine Reise wert – wer aber der Präfektur Kumamoto nach dem verheerenden Erdbeben auf die Beine helfen möchte, sollte jetzt erst recht in die Gegend fahren (die gröbsten Schäden sind behoben, es gibt keine besonderen Einschränkungen). Die Vulkane im alten Krater des Supervulkans sind ein Muss – weniger bekannt, aber auch sehr aufregend ist Oku-Aso, die Region zwischen Aso und Kujū-san in der benachbarten Präfektur Ōita. Erlesene Speisen, herrliche Onsen und eine grandiose Landschaft locken.

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Der Supervulkan Aso. (c) Reich
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Das Caldera-Gebiet des Aso. (c) Reich

Takachiho 高千穂

Gar nicht allzu weit entfernt von Aso liegt Takachiho, eine kleine Stadt in der Präfektur Miyazaki. Hier befindet sich einer der bekanntesten “power spots” – Orte, aus denen man in Japan gern Energie schöpft. In der japanischen Mythologie spielt der in den Bergen versteckte, stark zerklüftete Ort eine sehr wichtige Rolle – vor allem besagter power spot, eine große, dunkle Höhle, in der sich der Legende zufolge Amaterasu, die Sonnengöttin, versteckte und so die Welt in Dunkelheit tauchte. Auch die Takachiho-Schlucht sollte man unbedingt gesehen haben. Leider braucht man auch hier viel Zeit zur Anreise: Die letzte Bahnlinie wurde nach einem schweren Taifun für immer stillgelegt, so dass man nur mit mit dem Bus anreisen kann – vom Flughafen Kumamoto aus zum Beispiel.

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Der Amano Iwato-Schrein in Takachiho. (c) Reich
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Die Takachiho-Schlucht macht sich zur Herbstlaubfärbung besonders gut. (c) Dal Lu / flickr CC BY-ND 2.0

Yakushima 屋久島

Auch für Yakushima braucht man etwas Zeit, aber die lohnt es sich zu nehmen. Die regenreichste Insel der Welt wartet mit einer beeindruckenden Bergwelt und schon beinahe unheimlich urtümlichen Wäldern auf: Diese standen für den bekannten Animationsfilm “Prinzessin Mononoke” Modell. Doch es gibt noch mehr – heiße Quellen direkt am Meer zum Beispiel, oder majestätische Wasserfälle. Und: Von Yakushima aus kann man die Raketenstarts von der Nachbarinsel Tanegashima beobachten. So es nicht gerade regnet.

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Der urzeitliche Regenwald Yakushimas. (c) snotch / flickr CC BY 2.0
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Die Natur Yakushimas ist ein wahrer Augenöffner. (c) snotch / flickr CC BY 2.0

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