Kimono Kitsuki
Kimono-Spaziergang durch die Gassen von Kitsukis Samurai-Viertel. © Visit Ōita / 九州観光推進機構

Tour durch Kitsuki: Samurai-Viertel und Grüntee-Meerbrasse

Die kleine Küstenstadt Kitsuki liegt in der Präfektur Ōita auf Kyūshū. Erfahren Sie hier, wie die Samurai lebten! In einem zusammenhängenden Viertel präsentiert Kitsuki Krieger-Residenzen, Museen und Tempel. Am Fuße der Burg wird Meerbrasse mit Grüntee serviert.

Etwa drei Kilometer von der Burg entfernt liegt das Viertel, in dem in der Edo-Zeit (1603-1868) die mittelrangigen Samurai 侍 residierten. Wegen dieser traditionellen Atmosphäre wird der Stadtteil oft als “Klein-Kyōto” bezeichnet. Da Kitsuki 杵築 abseits der großen Touristenströme liegt, hat man hier häufig die Straßen noch für sich. Anreisen kann man beispielsweise mit dem Mietwagen aus der Stadt Ōita 大分市 in 30 bis 40 Minuten.

Das alte Samurai-Viertel ist gekennzeichnet durch starke Höhenunterschiede. Seine Gassen führen auf Meeresspiegelniveau hinab und steigen dann wieder auf mehrere Dutzend Meter an. Benannt sind die Hänge nach der Infrastruktur, die sich dort einst befand: Essigladen-Hang (Suya no saka 酢屋の坂) ① oder auch Kassen-Hang (Kanjōba no saka 勘定場の坂).

Kitsuki Suya no sakaDer Essigladen-Hang mit 5% Steigung. ©Janz
Kitsuki SamuraiGut erhalten: Der alte Stadtkern Kitsukis mit seinen traditionellen Häusern. Auf moderne Getränkeautomaten müssen die Besucher trotzdem nicht verzichten. ©JanzKimono Yukata KitsukiKitsuki bietet eine wunderbare Kulisse für ein Shooting im Kimono oder Yukata. © Janz

Viele der traditionellen Häuser mit ihren dunklen Ziegeldächern sind privat bewohnt, andere museal aufbereitet. Im Stadtmuseum Burgstadt Kitsuki (Kitsuki jōkamachi shiryōkan きつき城下町資料館) wird das Leben in der Stadt zur Edo-Zeit vorgestellt. Unter anderem wird ein Modell der historischen Stadtbebauung ausgestellt, das den typischen Charakter einer japanischen Burgstadt, aber auch Kitsukis topografische Besonderheiten verdeutlicht.

② Stadtmuseum Burgstadt Kitsuki
きつき城下町資料館

Ōita-ken, Kitsuki-shi, Minami-Kitsuki 193-1
大分県杵築市南杵築193-1
Öffnungszeiten 9-17 Uhr, Montag geschlossen

Von der Hitomatsu-Residenz (Hitomatsu-tei 一松邸) aus bietet sich zudem ein überragender Blick auf die Bucht von Morie (Morie-wan守江湾). Links ist die Burg zu sehen, nach rechts erstreckt sich eine flache Stadtlandschaft.

Kitsuki Museum HitomatsuteiDie Residenz über dem Hitomatsu-tei-Garten ist heute ein Veranstaltungsort mit grandioser Aussicht. © JanzHitomatsu Sadayoshi KitsukiResidenz-Namensgeber Hitomatsu Sadayoshi 一松定吉 (1875-1973) war unter der ersten Yoshida-Regierung (1946-47) Minister für Verkehr und Postwesen (Teishin daijin 逓信大臣). Er wurde zum Ehrenbürger Kitsukis ernannt und schenkte seine Residenz den Bürgern der Stadt als Erholungsort. © JanzKitsuki-jo Morie-wanBlick auf die Burg in der Bucht von Morie von der Hitomatsu-Residenz aus. © Janz

Zum Artikel über die Burg Kitsuki-jō geht es HIER.

Die Tempel-Anlagen

In zehn gemütlichen Minuten zu Fuß erreicht man eine Anlage mit vier Tempeln. Besonders zu empfehlen ist der Besuch des Yōtoku-ji (養徳寺). Dieser diente dem Matsudaira-Clan (松平氏), der ab 1645 in der Burg von Kitsuki residierte, als Familientempel.

③ Yōtoku-ji-Tempel 
養徳寺
Ōita-ken, Kitsuki-shi, Minami-Kitsuki, Minami-Dainishi 368
大分県杵築市大字南杵築南台西368

Yōtoku-ji KitsukiBetreten Sie den Yōtoku-ji über diesen dramatisch-märchenhaften Weg. © JanzYōtoku-ji Kitsuki TempelDer angegliederte Friedhof gibt den Blick auf den sanft abfallenden Hang frei. © JanzYōtoku-ji Tempel KitsukiDer Yōtoku-ji führt Natur und Spiritualität zusammen. © Janz

…und der Kaiser speiste hier auch schon

Nicht weit vom alten Samurai-Viertel entfernt, mit direktem Blick auf die Burg von Kitsuki, liegt das traditionsreiche Restaurant Wakaeya 若栄屋. Die Eingangshalle begrüßt die Gäste mit Fotografien mehrerer Besuche von Kaiser Hirohito in den späten 1970er Jahren.

④ Restaurant Wakaeya
若栄屋
Ōita-ken, Kitsuki-shi, Kitahama 665-429
大分県杵築市北浜665−429

Der Gründungsgeschichte des Restaurants nach wurde hier 1698 das Gericht tai-chazuke 鯛茶漬け erfunden. Dabei wird auf Reis gebettete und mit Sesam gewürzte Meerbrasse mit Grüntee übergossen und zieht drei Sekunden unter aufgesetztem Deckel. Das Gericht lässt sich schwierig mit Stäbchen essen, da der Reis durch die Flüssigkeit seine Klebrigkeit verliert. Traditionell wird das Gericht aus der Schale getrunken, heute aber auch mit dem Löffel aufgenommen.

Wakaeya KitsukiBetrieb in 10. Generation: Der Restaurant-Bereich im hinteren Teil des Wakaeya. Hier wird im Schneidersitz auf Tatami-Matten gespeist, mit Blick auf eine Noh-Theaterbühne. © Janz
TaichazukeDie Kombination aus Sesam, Grüntee und fettreicher Meerbrasse erzeugt einen vollmundigen Geschmack. © Janz

Im 17. Jahrhundert hieß das Restaurant Ōtani-ya 大谷屋 und bediente meist Samurai. Der Legende nach ließ ein Vasall hier seinen Lehnsherren speisen, der sich zunächst nicht zu dem Essen äußerte, sondern nur fragte, ob es sich um tai-chazuke handele.

Nachdem der Fürst allerdings am nächsten Tag wieder in das Restaurant kam, gab er auch ein Urteil ab – und dieses lautete “Das macht glücklich…!” (ureshīnō うれしぃのぅ). Die im Wakaeya servierte Meerbrasse mit Grüntee wird darum heute tai-chazuke ureshino 鯛茶漬けうれしの genannt.

Zum tai-chazuke empfiehlt das Restaurant auf einem Stövchen gegrilltes Schweinefleisch, eingelegte Gemüsesorten sowie als Dessert Warabi-mochi わらび餅, aus Farn-Stärke hergestelltes Konfekt, das mit geröstetem Soja-Mehl bestreut wird.

Kitsuki WakaeyaDas ursprüngliche Restaurant wurde 1698 eröffnet. Die heutigen Bauten stammen aus den 1960ern. Mehrmals im Jahr finden auf der restauranteigenen Bühne Noh-Theater-Aufführungen statt. © Janz

Die Burg von Kitsuki

Als Burgplatz wurde die 30 Meter hohe Landnase, die in die Morie-Bucht (Morie-wan 守江湾) ragt, bereits ab 1394 genutzt. Hier residierten bis zum Ende des 16. Jahrhunderts 14 Generationen des Kizuki-Clans. Da die Burg den Eroberungsversuchen des verfeindeten Shimizu-Clans standhielt, bekam ihr Berg den Beinamen Katsuyama 勝山, Berg des Sieges. Die Anhöhe bietet wenig Fläche – deshalb ist die Burg von Kitsuki das kleinste Schloss Japans.

In der Burg können Sie eine Ausstellung zu Burgalltag und -geschichte ansehen und eine 200 Jahre alte Samurai-Rüstung anlegen.

⑤ Burg von Kitsuki 
杵築城
Ōita-ken, Kitsuki-shi, Shiroyama 16−1
大分県杵築市城山16-1

ADVERTISEMENT

Diese Woche meist gelesen

Neueste Artikel