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10 Delikatessen aus Shikoku zum Probieren

All About Japan
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Shikoku, Japans kleinste Hauptinsel, besticht mit viel unberührter Natur und hervorragenden Delikatessen, deren Traditionen und Geschichte teils Jahrhunderte zurückliegen. Welche Köstlichkeiten müssen Shikoku-Reisende auf jeden Fall probieren?

Sanuki Udon
Sanuki Udon ist in der Präfektur Kagawa eine Spezialität. © Photo AC / photoB

Shikoku, Japans viertgrößte Insel, ist eine beliebte Reisedestination, gefeiert für ihr angenehmes Wetter, ihre ausgedehnte Natur und freundlichen Einheimischen. Nur zu erreichen via Flugzeug, einer Handvoll Brücken und einer einzigen Bahnlinie existiert sie allerdings relativ losgelöst vom japanischen Festland. In dieser Isolation entstand eine besondere Kultur mit einzigartigen Delikatessen, die Feinschmeckern eine weitere Grenze zum Erobern bietet.

Wir stellen eine Auswahl aus 10 Delikatessen aus den vier Präfekturen Shikokus vor, die den Gipfel dieser exquisiten Küche repräsentieren.

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Mikan-/Orangensaft (Ehime)

Masuyama Saft
Saft-Hähne in Matsuyama. © Steve Csorgo

Die am stärksten bewohnte Präfektur auf Shikoku, Ehime, ist eine kulturelle Goldmine voller antiker Burgen, Edo-zeitlichen Dörfern und Japans ältester heißen Quelle, das Dōgo Onsen.

Ehimes Spezialität sind Zitrusfrüchte, einschließlich der saftigen Mikan-Mandarine. Es ist ein Dauerscherz in Japan, dass Ehimes Einwohner alle einen Wasserhahn zuhause hätten, aus dem unbegrenzt Saft fließe – eine Fantasie, die man am Flughafen Matsuyama und bei der Burg Matsuyama tatsächlich realisiert hat!

Dank reichlich Sonnenschein, warmem Wetter und einzigartigem terrassenförmigen Anbau sind die Zitrusfrüchte aus Ehime spritzig, saftig und farbenprächtig. Obwohl die meisten im Küstengebiet um Uwajima angebaut werden, kann man sie überall in der Präfektur finden und probieren. Dazu gehören Geschäfte rund um das Dōgo Onsen sowie die bereits erwähnten Orangensaft-Zapfhähne am Flughafen Matsuyama und an der Burg Matsuyama, welche 350 Yen pro Becher bzw. 500 Yen pro Krug kosten.

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Chuchu Jelly (Ehime)

Chuchu Jelly
Chuchu Jelly. © Steve Csorgo

Chuchu Jelly bietet einen authentischen Hauch von Ehime-Zitrusfrüchten in einer handlichen, lange haltbaren Trinkpackung. Das bekannte Chuchu Jelly stammt vom Zitrusfrüchte-Produzenten Tanabe Seika, dessen innovatives Design und hochwertige Produkte ihm 2011 den ersten Platz im japanischen Snack-Ranking einbrachten. Auch wenn Chuchu Jelly nicht ganz an ein frisch gepresstes Glas herankommt, verleiht es doch den erfrischenden Geschmackskick, den man vom Ehime-Saft erwartet.

Botchan Dango (Ehime)

Botchan Dango
Botchan Dango. © Steve Csorgo

Diese herrlich extravaganten Dango-Bällchen wurden zu Ehren von Natsume Sōsekis gefeiertem Roman „Das Tor aus Tokio“ (japanischer Titel Botchan) benannt, in dem der namensgebende Protagonist bei einem Besuch des Dōgo Onsen zwei Teller mit traditionellen Dango genießt. Auch Sōseki selbst lebte eine Weile in Ehime und wurde fast täglich beim Verzehr von Dango gesichtet.

Die weichen, süßen und leckeren Dango sind vor allem für ihre ästhetisch ansprechende Präsentation bekannt. Sie sind mit natürlichen Zutaten gefärbt, wie Azuki-Bohnen für das Braun, Eiern für das Gelb und Matcha für das Grün, wobei es auch andere Varianten gibt. Man kann sie rund um das Dōgo Onsen finden, genauso in Geschäften am Flughafen Matsuyama, an der Station Matsuyama und an anderen Orten.

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Ichiroku Tart (Ehime)

Ichiroku Tart.
Ichiroku Tart. © Steve Csorgo

Die sogenannte Ichiroku Tart („Ichiroku-Torte“), die eher einer Biskuitrolle ähnelt als einer Torte, ist ein köstliches Dessert aus Ehime, das aus Anko-Paste besteht, die in eine zarte Biskuithülle eingewickelt ist. Ihre angenehme Süße und fluffige Textur machen sie zu einem idealen Begleiter für Kaffee und Tee.

Interessanterweise nennen die Einheimischen in Ehime diese Biskuitrollen „Torten“, was auf den Einfluss von Matsudaira Sadayuki zurückzuführen ist, einem Shōgun der Edo-Zeit (1603-1868), der nach einem Besuch in Nagasaki westliche Leckereien für sich entdeckte. Da er eine besondere Vorliebe für Torten hatte, versuchte er das Rezept in seine Heimatstadt Matsuyama zu bringen. Da ihm jedoch die für eine authentische Torte erforderliche Marmelade sowie der Teig fehlten, nutzte er ersatzweise Azukibohnen-Paste und andere zur damaligen Zeit übliche Zutaten und schuf schließlich das, was wir heute eine Biskuitrolle nennen würden. Der Name “tart” blieb hängen und die Einwohner Ehimes bezeichnen sie auch noch heute so.

Es gibt weiterhin die Okuri Tart, eine ähnliche Leckerei mit üppigen japanischen Kastanien, zusammen mit anderen Varianten.

Yuzu (Kōchi)

Yuzu
Yuzu-Frucht. © Photo AC / 雨女雪女

Yuzu ist eine eigentümliche Zitrusfrucht, die zwischen Zitrone und Orange liegt und einen unverwechselbaren Geschmack hat, der belebt und nährt. Heißer Yuzu-Saft ist sehr nahrhaft, enthält viele Antioxidantien und ist in Japan ein bewährtes Hausmittel. Während der größte Teil von Shikoku eine florierende Yuzu-Industrie aufweist, ist die Präfektur Kōchi unangefochtener Marktführer.

Yuzu kann zwar nicht ohne weiteres pur gegessen werden, aber ihr Saft ist ein wichtiger Bestandteil in einer Reihe von Produkten und Gerichten. Dazu gehören der beliebte Gokkun-Yuzu-Saft, die Ponzu-Würzsauce mit Yuzu-Geschmack, Yuzu-Konfitüre, Yuzu-Bier, Yuzu-Süßwaren und vieles mehr. Die berühmtesten Yuzu-Regionen in Kōchi sind Kitagawa und Umaji, die beide abgelegen und ohne Auto schwer zu erreichen sind. Ihre Produkte sind in der gesamten Präfektur weit verbreitet, also machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie die Orte nicht direkt besuchen können. Wenn Kōchi nicht auf Ihrer Reiseroute liegt, ist die Yuzu der benachbarten Präfektur Tokushima ebenso köstlich.

Mire-Cracker (Kōchi)

Mire Cracker
© Nomura

Einer der begehrtesten Snacks in Kōchi sind die mundgerechten Mire-Cracker. Sie enthalten viel Umami, sind angenehm salzig und eignen sich hervorragend als Party-Snack oder Beilage zum Bier.

Ursprünglich wurden Mire-Cracker in den 1950er Jahren von Nomura entwickelt, einem bekannten Hersteller von Hülsenfrüchten in Kōchi. Heute werden sie in ganz Japan produziert, doch Nomuras bahnbrechendes Rezept ist nach wie vor beliebt, weil es das Öl verwendet, das bei der Herstellung von Bohnenprodukten übrig bleibt. Die Mire-Cracker werden in diesem Öl gründlich geröstet, wodurch sie den konzentrierten, würzigen Geschmack der Bohnen aufnehmen und doppelt so lecker schmecken.

Awa Bancha (Tokushima)

Awa Bancha
© Photo AC / 貴貴

Eines der begehrtesten Produkte aus Tokushima ist der exklusive Awa Bancha-Tee. Obwohl er auf Japanisch bancha heißt, unterscheidet er sich vom normalen Bancha (番茶), ein grober Tee, der spät in der Tee-Saison gepflückt wird. Awa Bancha wird stattdessen als 晩茶 geschrieben, was „Abendtee“ bedeutet, und er besteht aus großen, voll ausgewachsenen Blättern, welche früh gepflückt und fermentiert werden. Er ist nicht annähernd so kräftig, hat aber eine sanfte Süße, die dem chinesischen Tian Cha-Tee ähnelt, sowie einen erdigen Unterton. Da er weniger Koffein enthält als grüner Tee, ist er das perfekte Abendgetränk!

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Sojasauce (Kagawa)

Sojasauce aus Kagawa.
Sojasauce aus Kagawa. © Steve Csorgo

Shōdoshima, eine große Insel vor der Küste Kagawas im Seto-Binnenmeer, ist eine der größten Sojasaucenhersteller Japans. Dank des reichlich vorhandenen Salzes aus dem umliegenden Meer und des schönen warmen Wetters, das eine stabile Gärung begünstigt, wuchs die Sojasaucen-Industrie von Shōdoshima in ihrer Blütezeit auf über 400 Brauereien an.

Heute gibt es in der Präfektur zwar nur noch etwas mehr als 20, aber mehr als die Hälfte der Sojasaucenproduktion Kagawas findet immer noch auf Shōdoshima statt. Die Insel ist auch berühmt für das Brauen in traditionellen Kioke-Holzfässern, eine Seltenheit im modernen Japan. Diese Fässer werden zwischen den einzelnen Brauphasen nicht gereinigt, so dass Milchsäurebakterien und Hefekolonien in einer organischen Umgebung ungestört gedeihen können. Sie können Kagawa-Sojasauce in einer Reihe von Brauereien in Shōdoshima probieren und kaufen, darunter die etablierte Brauerei Marukin und der kleine Familienbetrieb Yamaroku, die beide noch Kioke-Fässer verwenden.

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Olivenöl (Kagawa)

Olivenöl aus Kagawa
Olivenöl aus Kagawa. © Steve Csorgo

Mit ihrem mediterranen Klima war die Insel Shōdoshima der erste Ort in Japan, an dem erfolgreich Oliven angebaut wurden. Auch heute noch ist die Insel Japans führender Olivenproduzent, und ihr reichhaltiges Olivenöl hat weltweit Anerkennung gefunden. Im Shōdoshima Olive Park werden viele der Olivenölprodukte hergestellt und gelagert, darunter Kosmetika auf Olivenölbasis, Schokolade, Getränke, Eiscreme und vieles mehr. Aufgrund seiner Exklusivität hat Shōdoshima-Olivenöl einen hohen Preis: Kleine Flaschen des Spitzenprodukts werden für über 4.000 Yen (ca. 31 €) verkauft.

Udon (Kagawa)

Sanuki Udon
Sanuki Udon, eine Spezialität aus Kagawa. © Photo AC / photoB

Für die meisten Feinschmecker ist Kagawa vor allem für seine Udon-Nudeln bekannt. Sie sollen ursprünglich vom legendären buddhistischen Mönch Kōbō Daishi aus China mitgebracht worden sein, und werden seit über 1.200 Jahren in Kagawa hergestellt und gegessen. Das trockene Wetter und der fruchtbare Boden Kagawas sind ideal für den Weizenanbau und machen die Region zum größten Produzenten und Konsumenten von Udon in Japan. Die oft als Sanuki Udon bezeichneten Nudeln, die sich auf den früheren Namen von Kagawa beziehen, sind bekannt für ihre feste Konsistenz und ihren angenehm zähen Biss.

Bei über 700 Udon-Restaurants in der gesamten Präfektur werden Sie keine Probleme haben, welche zu finden. Für Menschen mit kleinem Geldbeutel ist Sanuki Udon eine willkommene Ersparnis, denn der Durchschnittspreis für eine Schüssel liegt zwischen 300 und 600 Yen (2-5 €). Zu den beliebtesten Geschäften gehören “Gamo”, “Nagata In Kanoka” und “Yamagoe Udon”. Sie können auch Packungen mit getrockneten Udon-Nudeln zum Mitnehmen kaufen, die oft vor Ort im Restaurant, in Souvenirläden oder online erhältlich sind.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch bei All About Japan veröffentlicht und von JAPANDIGEST übersetzt und nachbearbeitet.

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