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Japanische Kultur in Deutschland erleben: Tipps der Redaktion

JAPANDIGEST
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Manchmal muss man nicht 12 Stunden im Flugzeug sitzen, um japanische Kultur zu erleben: Mit diesen Reise-, Kulinarik- und Literaturtipps entdecken wir Japan in Deutschland!

Lesende Frau
© 熊澤充さん

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Japan in Deutschland zu erleben. Von kulinarischen Neuentdeckungen über japanische Architektur in reizvoller Umgebung bis hin zu  anregender Lektüre – hier verraten wir unsere ganz persönlichen Tipps, die Ihnen Japan ein Stück näher bringen.

Nie wieder langweilige Pasta!

Irgendwann hat man vielleicht genug von den immergleichen Pasta mit Tomaten- oder Sahnesaucen, nicht wahr? Man kann einfachen Nudelgerichten typisch japanische Aromen verleihen, indem man z. B. Sojasauce und geröstetes Sesamöl anstelle von Salz und Olivenöl verwendet. Solche Pastagerichte nach japanischer Art nennt man dort „Wafū Pasta“ und beliebt sind z.B. Tarako Pasta (Spaghetti mit einer cremigen Fischrogen-Mayonnaise-Sauce) oder Pasta mit Shimeji-Pilzen und einer leckeren Butter-Sojasauce. Da die Zutaten aber in Deutschland tendenziell teuer und schwer zu bekommen sind, empfehle ich stattdessen ein unkompliziertes Rezept für Edamame-Pasta: Einfach gehackte Frühlingszwiebeln und gekochte Edamame-Bohnen in der Pfanne mit Sesamöl anbraten, dann gekochte Spaghetti dazugeben und mit Sojasauce abschmecken. Abgerundet mit getrockneten Bonito-Flocken – und fertig sind die Edamame-Pasta japanische Art. Guten Appetit! 

Spaghetti mit Edamame und Bonito-Flocken
Mit japanischen Zutaten kann man langweilige Pasta im Handumdrehen aufpeppen.

Kuma Kengo in Bayern

Kuma Kengo gehört zu den wichtigsten japanischen Architekten der Neuzeit. So entstammt etwa das Nationalstadion in Tōkyō, einer der Schauplätze von Olympia 2021, aus seiner Feder. Wussten Sie, dass sich auch in Deutschland eines seiner Bauwerke befindet? Unter dem Projektnamen „Wood/Pile“ eröffnete 2018 das Meditation House im Hotel „Das Kranzbach“ in Krün bei Garmisch-Partenkirchen. Ein Meisterwerk der japanischen Architektur, in dem, typisch für Kuma Kengo, vor allem Holzelemente eingearbeitet wurden. Das Haus befindet sich mitten im Wald und man kann dort entweder allein meditieren und Yoga praktizieren oder sich von Experten anleiten lassen – im Winter vor schönen Schneelandschaften! 

Sonnendurchflutetes Meditation House mitten im Wald
Das Meditation House im bayerischen Krün ist ein Werk des Meisterarchitekten Kuma Kengo. © Hotel Kranzbach GmbH/David Schreyer

Feuerwerk am Japan-Tag in DüsseldorfFreizeit, Bildung, Austausch: Deutschlands Japan-Hotspots"Japan in Deutschland erleben", das geht auf vielfältige Weise. Es haben sich im Zuge enger deutsch-japanischer Beziehungen zahlreiche Veran...25.11.2020

Authentische Soba-Küche

Soba-Nudeln sind durchaus gewöhnungsbedürftig und nichts für jeden. Der nussige Geschmack des Buchweizens ab, aus dem Soba bestehen, kann abschrecken – aber sie deshalb nie zu probieren, ist auch nicht ratsam. Vielleicht muss man erst in das richtige Restaurant dafür gehen und das Soba-An in Düsseldorf ist genau richtig, um „bekehrt“ zu werden. Dort werden die Nudeln aufwendig per Hand hergestellt, was ihnen einen unglaublich authentischen Geschmack verleiht. Die Karte ist sehr umfangreich und bietet neben den Buchweizennudeln allerlei Frittiertes, Kaltes und Warmes. Unsere Empfehlung: Kalte Soba-Nudeln (zaru soba) mit frittiertem Tempura-Gemüse, frischem (und echtem!) Wasabi und Matcha-Salz. 

Sobanudeln auf Bambusunterlage mit Tempura, Frühlingszwiebeln und Wasabi als Beilage
Die hausgemachten Soba-Nudeln im Düsseldorfer Restaurant Soba-An schmecken besonders authentisch.

Von Einsamkeit und vom Glück des Reisens

In „Die Heldin reist“ (2022) erzählt Doris Dörrie von drei Reisen in ferne Länder, die sie unternommen hat, bevor die Pandemie dies für lange Zeit unmöglich gemacht hat. Eines der Länder, die Dörrie bereist, ist Japan, denn bekanntermaßen hat die Schriftstellerin und Regisseurin schon lange eine besondere Beziehung zu dem Land. Doch schildert sie nicht nur die Erfahrungen, die sie dort als ausländische Touristin gemacht hat, sondern auch die Erlebnisse einer befreundeten Japanerin, die als junge Frau als Austauschstudentin nach Hannover ging und dort schmerzlich erfahren musste, wie schwierig es sein kann, in der Fremde wirklich anzukommen. Diese Erzählung aus der umgekehrten Perspektive ist die packendste im ganzen Buch und allein dafür lohnt sich die Lektüre. 

Cover "Doris Dörrie: Die Heldin reist"
© Diogenes Verlag

Lernen wir Japanisch!

Im Japanischen gibt es zahlreiche Lautmalereien und diese können ganz schön verwirren – die Bedeutung zweiter Wörter kann sich komplett unterscheiden, obwohl sie sehr ähnlich klingen. Kurukuru bedeutet „kullern“, guruguru hingegen „im Kreis (herum)“; beherrscht man eine Sprache gut, ist man perapera, aber ist man herahera, lacht man wohl albern. „An Illustrated Dictionary of Japanese Onomatopoeic Expressions“  erklärt diese Lautmalereien auf Japanisch und Englisch. Der Kinderbuchautor und Illustrator Gomi Tarō ist für seine geradezu vor Humor sprühenden Illustrationen bekannt und genau darin liegt der Reiz des Buches, denn diese treffen den Nagel derart auf den Kopf, dass mit einer einzigen Illustration auch ein ansonsten nur schwer zu erklärendes Wort sofort erfasst werden kann. Auch wenn es noch keine deutsche Übersetzung gibt, entdeckt man so einiges über die Sprache.

Buchcover „An Illustrated Dictionary of Japanese Onomatopoeic Expressions“
Mit dem humorvoll illustrierten Wörterbuch des berühmten Kinderbuchautors und Illustrators Gomi Tarō macht das Japanischlernen richtig Spaß. © 日本語擬態語辞典 / 五味太郎 / 講談社

Dieser Artikel erschien in gekürzter Form in der JAPANDIGEST September 2022-Printausgabe und wurde für die Veröffentlichung auf der Website nachbearbeitet.

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