10 ikonische japanische Götter

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Shintōismus und der Buddhismus sind in Japan die großen Religionen, die friedlich nebeneinander koexistieren. Auch wenn ihnen unterschiedliche Glauben zu Grunde liegen, entspringt aus ihnen eine Vielzahl an Göttern, die in der japanischen Gesellschaft und Kultur präsent sind.

Japanische Götter

Japans Shintō-Traditionen sind eng verbunden mit der Natur und dem tief verwurzelten Glauben, dass kami, oder Götter, so ziemlich überall sind. Die Einführung des Buddhismus in Japan führte eine weitere Gruppe altehrwürdiger Gottheiten ein, die man anbeten konnte. Während es unzählige solcher Götter gibt, schauen wir uns 10 genauer an, die in Japan häufig repräsentiert werden.

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10. Jizō

Außerhalb Japans ist Jizō bekannt als Ksitigarbha (aus dem Sanskrit), und er ist ein Bodhisattva – ein praktizierender Buddhist, der seine eigene Erleuchtung hinten anstellte, um anderen auf ihrem Weg dabei zu helfen. Als Schutzherren der Reisenden lassen sich kleine Jizō-Statuen entlang von Straßen oder bei Tempeln finden. Jizō ist auch bekannt als Schutzherr der Kinder, insbesondere jene, die vor ihren Eltern verstorben sind. Es heißt, dass diese Kinder auf dem Weg ins Jenseits nicht den Sanzu-Fluss überqueren können (ähnlich dem Fluss Styx der griechischen Mythologie), und so versteckt Jizō die Kinder unter seinen Roben und überquert ihn, um sie davor zu bewahren, auf ewig entlang des Flusses Steine aufeinander zu stapeln. Jizō-Statuen sind häufig geschmückt mit kleinen Spielzeugen, Hauben und Lätzchen, dorthin gelegt von trauernden Eltern als Opfergabe für Jizōs Schutz. Als Schutzheilige der Verstorbenen sind Jizō-Statuen auch oft auf Friedhöfen anzutreffen.

Jizo-Statue und Blumen

9. Raijin und Fūjin

Raijin ist der kami des Donners, des Blitzes und der Stürme, Fūjin der kami des Windes. Sie werden oft zusammen dargestellt, links Raijin – typischerweise mit einem Hammer in der Hand und umgeben von Trommeln – und rechts Fūjin, mit wildem Haar und in den Händen ein Beutel, der mit Wind gefüllt ist. Als Götter des Wetters wurden Raijin und Fūjin gefürchtet wie verehrt, und man glaubte, sie seien verantwortlich für den göttlichen Wind kamikaze, der dabei half, die zweite Invasion der Mongolen 1281 zu verhindern. Man sieht sie häufig die Eingänge von shintoistischen Schreinen oder buddhistischen Tempeln in ganz Japan bewachen.

Japanische Götter Raijin und Fûjin

8. Agyō und Ungyō

Dieses Pärchen buddhistischer Gottheiten ist bekannt als Niō, die gütigen Wächter vor Tempeleingängen, die man auch niōmon (wörtlich Niō-Tor) nennt. Sie repräsentieren den Kreislauf von Leben und Tod. Agyō wird typischerweise mit bloßen Händen oder einen massiven Knüppel haltend dargestellt, sein Mund geöffnet und den Laut „ah“ formend, der die Geburt widerspiegelt. Ungyō wird ebenfalls mit leeren Händen oder anderweitig mit einem langen Schwert abgebildet. Sein Mund ist geschlossen und formt den Laut „om“, der den Tod darstellt. Auch wenn man sie in Tempeln in ganz Japan finden kann, so ist die wahrscheinlich berühmteste Darstellung von Agyō und Ungyō im Todaiji-Tempel in der Präfektur Nara zu sehen.

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Statuen der Gottheiten Agyô und Ungyô

7. Inari

Nicht zu verwechseln mit den Füchsen, die er als weltgewandte Boten nutzt, ist der kami Inari eine Shintō-Gottheit vieler wichtiger Dinge – Reis, Sake, Tee und Wohlstand. Der kami wird manchmal als bärtiger Mann, der auf einem weißen Fuchs reitet, dargestellt, doch es gibt auch Abbildungen, die Inari als eine langhaarige Frau, die Reis trägt, zeigen. Inari-Schreine kann man leicht an ihrer schieren Menge von Fuchsstatuen auf dem Gelände erkennen, genau wie an langen Reihen von torii-Toren – wie im Fushimi Inari Taisha in Kyōto!

Fuchsstatuen vor einem Inari-Schrein

6. Kannon

Kannon ist eine weitere Bodhisattva, eine, die zusammen mit Amida Buddha im Reinen Land den Vorsitz hat, oft dargestellt als bergiges Inselparadies. Sie ist die Göttin der Gnade und Barmherzigkeit, und hat diverse, ausgeprägte Darstellungen, einschließlich die der Senju Kannon – oder die Kannon mit den 1.000 Armen – wie auch die der Jūichimen Kannon, die 11 Gesichter besitzt. Es heißt auch, dass, als das Christentum in der Edo-Zeit verboten wurde, einige Christen die Darstellung von Kannon, die ein Kind im Arm hält, als Ersatz für die Jungfrau Maria und Jesus nutzten, um insgeheim ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu praktizieren. Es gibt viele Pilgerreisen, die Kannon gewidmet sind, wie z.B. die Saigoku-Pilgerreise, bei der Gläubige 33 buddhistische Tempel in der Kansai-Region besuchen.

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Kannon-Statue

5. Benzaiten

Auch als Benten bezeichnet, ist Benzaiten eine buddhistische Schutzgottheit der Künste und der Weiblichkeit, und wurde häufig von Geishas angebetet. Sie ist auch die einzige weibliche der „Sieben Glücksgötter“ Japans, und wird auch als Göttin des Glücks verehrt. Man assoziiert sie stark mit dem Meer, und sie wird oft auf einem großen Meeresdrachen reitend oder eine biwa spielend (eine typisch japanische Laute) dargestellt. Einer Legende nach zähmte Benzaiten einen fünfköpfigen Drachen, der die Fischerdörfer an den Küsten terrorisierte, mit ihrer außergewöhnlichen Schönheit. Dieser Drache soll im Ryūkō-ji (wörtlich “Drachenmaul-Tempel”) nahe der Halbinsel Enoshima  ruhen.

Statue von Benzaiten
© Fabio / Wikipedia (CC BY 2.0.)

4. Izanagi und Izanami

Die Shintō-Gottheiten Izanagi no Mikoto und Izanami no Mikoto stehen im Zentrum des japanischen Entstehungsmythos, und sind Mutter und Vater aller japanischen Götter. Unsicher, wie es Ordnung in das Chaos bringen sollte, tauchte das Paar einen juwelenbesetzten Speer in die urzeitliche Kluft zwischen Himmel und Erde. Die Tropfen, die von der Spitze des Speers herabfielen, erschufen das Land.

Bald darauf erschufen sie die kami, die das Land bewohnen würden. Izanami verbrannte zu Tode, als sie den Feuergott Kagutsuchi gebar. Geplagt von Trauer besuchte Izanagi das Reich der Toten, Yomi, fest entschlossen, Izanami zurückzuholen. Entsetzt stellte er fest, dass seine Frau nichts mehr als eine verwesende Leiche voller Maden war, und so floh er verabscheut zurück zum Eingang. Er versiegelte Izamami im Inneren, und so wurde sie zur Göttin der Toten, dazu entschlossen jeden Tag 1.000 Leben zu nehmen, um ihre Schande zu rächen. Im Gegenzug entschied sich Izanagi, jeden Tag 1.500 Menschen das Leben zu schenken.

Izanami und Izanagi

3. Ebisu

Ebisu, manchmal auch Yebisu genannt, ist der Schutzheilige der Fischer und Händler, und ein weiterer von Japans „Sieben Glücksgöttern“. Häufig sieht man ihn als plumpen, glücklichen Fischer, in der einen Hand eine Angel, in der anderen einen roten Schnapper. Der Schnapper symbolisiert ebenfalls Glück, da dessen japanischer Begriff (tai) so ähnlich klingt wir das Wort für einen vielversprechenden oder feierlichen Anlass, omedetai. Einige Legenden besagen, Ebisu sei der erste Gott, den Izanagi und Izanami erschaffen haben – den unverstandenen Hiruko, der missgebildet war und in die See geworfen wurde. Andere sagen, er war der Sohn der Heldengottheit Okuninushi, der „Große Landsherr“.

Man sieht Ebisu gängigerweise auf den Dosen der beliebten japanischen Biermarke Yebisu.

Ebisu-Statue

2. Tengu

Auch wenn Tengu nicht wirklich Gottheiten sind, so sind sie ein wichtiger und legendärer Teil des shintōistischen Götterwelt und der japanischen yōkai-Folklore. Sie erinnern stark an Vögel und ihre charakteristischen Züge sind die langen, roten Nasen, die körperliche Stärke und magische Kräfte sowie unglaubliche Kampfkunstfertigkeiten – und natürlich die Fähigkeit zu fliegen.

Ursprünglich galten sie als Widersacher des Buddhismus, da sie Gläubige verfolgten und versuchen würden, ihren Glauben zu untergraben, um sie vom Pfad der Erleuchtung wegzulocken. Mit der Zeit änderte sich deren Darstellung, und Tengu wurden zu Schutzheiligen, auch wenn sie ihren Ruf als gelegentliche Gauner behielten.

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Tengu-Statue

1. Amaterasu

Amaterasu Ōmikami ist die shintōistische Sonnengöttin, die japanische Kaiserfamilie beanspruchte die direkte Abstammung von ihr für sich. Es heißt, sie wurde aus dem linken Auge Izanagis geboren, als er Überreste der Unterwelt von seinem Gesicht wusch, nachdem vor seiner Frau Izanami geflüchtet war.

Eine populäre Erzählung über Amaterasu handelt von einem Streit mit ihrem stürmischen und gewalttätigen Bruder Susano-o. Nach dem Streit flüchtete sie in eine Höhle, was dazu führte, dass die Welt in Dunkelheit verfiel. Um sie aus der Höhle zu locken, veranstalteten die anderen Götter eine lärmende Feier vor dem Eingang. Auf dem Höhepunkt ihrer Neugierde wollte Amaterasu herausfinden, wie die anderen sich trotz des fehlenden Lichtes so vergnügen konnten. Als sie herauskam, legten die Götter eine shimenawa (ein heiliges Band aus Stroh) vor den Eingang, sodass Amaterasu sich nicht mehr dort verstecken konnte.

Der Ise-Schrein in der Präfektur Mie ist der Hauptschrein ihrer Anbetung, und einer der wichtigsten Schreine im japanischen Shintōismus. Einer der Drei Heiligen Schätze Japans, der Heilige Spiegel, wird im Inneren aufbewahrt. 

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Abbildung der Göttin Amaterasu

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch bei All About Japan veröffentlicht und von JAPANDIGEST übersetzt und nachbearbeitet.

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