NEWS I Umfrage: Firmen erwarten 2017 Wirtschaftswachstum

Sina Arauner

108 japanische Großkonzerne nahmen an Umfrage teil +++ 60% erwarten Wirtschaftswachstum +++ Unter anderem Kosumerverhalten und die US-amerikanische Wirtschaft wurden als Gründe genannt

Wie eine am 02. Januar 2017 veröffentlichte Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News ergab, erwarteten rund 60% der befragten japanischen Unternehmen einen wirtschaftlichen Aufschwung für 2017. Bei der Umfrage, die Ende letzten Jahres durchgeführt wurde, gaben die befragten Unternehmen, unter anderem Toyota und Sony, ihre Erwartungshaltung für das kommende Jahr 2017 an.

Von den 108 japanischen Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben 62 an, einen moderaten Wirtschaftswachstum zu erwarten. 41 Unternehmen rechneten mit keinem Wachstum. Lediglich zwei Unternehmen gingen von einem leichten Rückgang aus, so Kyodo News am Montag.

Als Ursachen für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Japan wurden unter anderem ansteigendes Konsumverhalten (32 Firmen), erhöhte Investitionen (23 Firmen) und Aufschwung der US-amerikanischen Wirtschaft (19 Firmen) genannt.

Laut der Umfrage sähen viele Unternehmen einem möglichen Anstieg externer Nachfrage durch die verbesserte US-amerikanische Wirtschaft als Antrieb für Japan positiv entgegen.

Im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage aus dem Vorjahr sank jedoch die Zahl derer, die Wachstum erwarten, um 30%, berichtet die Zeitung Japan Times. Ein Grund hierfür seien Unsicherheiten in den japanischen Betrieben bezüglich der politischen Unerfahrenheit und Unberechenbarkeit des designierten US-Präsidenten Donald Trump.

Etwas mehr als die Hälfte der befragten Firmen gaben an, nicht einschätzen zu können, wie sich die amerikanisch-japanischen Beziehungen unter Trump verändern würden. 28 Firmen erwarteten keine große Veränderung und vier Unterehmen gaben an, eine Verbesserung der Beziehungen zu erwarten.

Zwar hätte die US-amerikanische Wirtschaft durchaus Einfluss auf die japanische, jedoch betonen japanische Markanalysten, wie wichtig landesinterne Maßnahmen zur Stärkung der japanischen Wirtschaft seien, so die Nikkei Asian Review.

Auf internationaler Ebene sei Wirtschaftswachstum besonders in China und den USA in der ersten Jahreshälfte zu erwarten. Um sich aber für eine möglicherweise instabile globale Wirtschaftslage zu wappnen, müsse Japan gezielte Strukturreformen, zum Beispiel eine erhöhte Liquidität des Arbeitsmarktes, umsetzen, so der Wirtschaftswissenschaftler Kanno Masaaki. Kanno ist als Wirtschaftsexperte bei JPMorgan Securities Japan tätig und ist regelmäßiger Gastkommentator bei der Nachrichtensendung Morning Satellite News von TV Tokyo.

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