Die gesundheitlichen Vorteile des Pilgerns

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Yoshida Yasukazu ist Leiter des Instituts AIST Tokyo Waterfront für industrielle Forschung, wo er Zivilisationskrankheiten erforscht. Während seiner Zeit im AIST-Zentrum auf Shikoku fokussierte er sich auf die gesundheitlichen Auswirkungen einer Pilgerreise und machte verblüffende Entdeckungen.

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Yoshida (mitte) rezitiert Sutren vor einem Tempel.
Yoshida (mitte) rezitiert Sutren vor einem Tempel. © 産業技術総合研究所

Um gesund zu sein, müssen Körper und Geist in einer guten Verfassung sein. Während seiner Zeit auf Shiko­ku begann Yoshida mit der Entwicklung eines Geräts, das den körperlichen und geistigen Zustand eines Pil­gers misst. Dieses Gerät und Yoshidas Forschungsme­thode bestätigten, dass eine Pilgerreise eine positive Wirkung auf Körper und Psyche hat.

Seine Forschungen führte er bei insgesamt drei Test­reisen von jeweils vier Tagen in Takamatsu und Kōchi am Shikoku-Pilgerweg durch. Die Testpersonen legten jeden Tag etwa 20 km zurück und besuchten drei Tem­pel. Dort rezitierten sie Sutren am Haupttempel und einer Kūkai gewidmeten Halle. Eine Woche vor sowie während und nach der Reise wurden Blut-, Spei­chel- und Urinproben genommen und deren Werte verglichen. Außerdem wurde die Balance zwischen Müdigkeitsgrad und dem vegetativen Nervensystem untersucht sowie eine psychologische Evaluierung und weitere Untersuchungen nach Yoshidas For­schungsmethode durchgeführt. Etwa 50 Punkte wur­den überprüft.

Das Ergebnis der Untersuchung ergab einen niedri­geren Cholesterinspiegel und gesteigerte Werte des Immunsystems, so etwa die Anzahl der NK-Zellen, die unter anderem Tumorzellen erkennen und abtöten können. Trotz der vielen Bewegung jeden Tag waren Ermüdungserscheinungen und das Stresslevel ver­gleichsweise gering und die Testpersonen konnten gut schlafen. Es wurde gezeigt, dass die Pilgerreise positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.


Dieser Artikel wurde für die Juli 2018-Ausgabe des JAPANDIGEST verfasst und für die Veröffentlichung auf der Website nachbearbeitet. 

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