Toyota Toyoda
Toyota-Präsident Toyoda (c) Bertel Schmitt

NEWS | Trump droht Autobauer Toyota

Hannah Janz

Toyota plant Bau von Fabrik in Mexiko +++ Fabrik soll Autos für USA produzieren +++ Trump kündigt auf Twitter hohe Einfuhrzölle an +++ Toyotas Aktienkurs fällt nach Tweet

Zwei Wochen vor seiner Amtseinführung als 45. US-Präsident am 20. Januar mischen Donald Trumps Äußerungen die japanische Wirtschaft auf. Auf der Plattform Twitter drohte er gestern dem japanischen Autohersteller Toyota.

“Toyota Motors sagt, sie würden eine neue Fabrik in Baja, Mexiko, bauen, um Corolla-Wagen für die USA zu bauen. AUF KEINEN FALL! Baut die Fabrik in den USA oder zahlt hohe Steuern an der Grenze.“

In den letzten Wochen hatte Trump ähnliche Drohungen gegen Ford und General Motors ausgesprochen. Beide importieren, wie Toyota es nun plant, in Mexiko produzierte Kleinwagen in die USA. Trump ließ verlauten, in Zukunft eine Einfuhrabgabe von 35% auf solche Produkte erheben zu wollen.

Der japanische Autobauer Toyota hatte im April 2015 angekündigt, die neue Produktionsstätte für das Modell Corolla in Guanajuato – nicht Baja, wie Trump fälschlicherweise in seinem Tweet angab – 2019 eröffnen zu wollen. Da Kleinwagen allgemein weniger Gewinn bringen, produzieren die meisten Hersteller die Fahrzeuge für den US-Markt in Mexiko, wo die Lohnkosten niedriger sind als in den USA. Im Moment produziert Toyota den Corolla in je einem Werk in Kanada sowie im US-Bundesstaat Mississippi. Ein weiteres Werk in Ontario ist auf die Produktion von Mittelklasse-Wagen ausgelegt.

Toyota: Auswirkungen des Tweets auf den Autobauer

Toyota wandte sich nach dem Tweet nicht direkt an den designierten US-Präsidenten Trump, ließ aber in einer Presseerklärung am selben Tag verlauten, dass die geplante Produktionsstätte in Mexiko keinen Einfluss auf die Produktion in den USA haben werde.

In den USA habe das japanische Unternehmen bereits 21,9 Milliarden Dollar investiert, so die Presseerklärung, darunter 10 Produktionsstätten, 1500 Händler und 136.000 Angestellte. Toyota-Präsident Toyoda Akio erklärte ebenfalls am Donnerstag, dass Toyota keine Pläne verfolge, die Produktion in den USA herunterzufahren, und die neue Präsidentschaft Trumps gerne als Chance begreifen würde. Toyota begreife sich als guter corporate citizen, also Unternehmensbürger, so Toyoda.

Unterstützung erhielt diese Position auch von oberster japanischer Stelle. Die Regierung ließ am Freitag über Chefkabinettssekretär Suga Yoshihide mitteilen, Toyota trage zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA bei. Das japanische Wirtschaftsministerium unter Minister Seko Hiroshige ließ gleiches verlauten.

Am Freitag machte sich Trumps Tweet auf dem Aktienmarkt bemerkbar. An der Tokyoter Börse fiel die Aktie von Toyota nach Eröffnung um drei Prozent und schloss mit insgesamt 1,69% Verlust ab.

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