Unterwegs in Honshūs Norden: 5 spannende Ausflugziele in Aomori

Kerstin Drews
Kerstin Drews

Die Präfektur Aomori im Norden Honshūs gehört bisher zu den eher weniger erkundeten Reisezielen Japans. Völlig zu Unrecht, findet unsere Autorin. Dieser Artikel stellt Ihnen 5 Orte vor, die definitiv einen Besuch wert sind.

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© Kerstin Drews

Im äußersten Norden Honshūs und damit ziemlich abseits der üblichen Reiserouten, liegt die Präfektur Aomori. Unter Japanern gilt sie als inaka – als ländliches Gebiet. Schließlich gibt es hier keine Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern. Dafür aber jede Menge Natur, Äpfel und Schnee im Winter.

Bekannt ist Aomori zudem für seine lebhaften Nebuta und Neputa Matsuris. Diese faszinierenden Sommerfestivals locken Besucher aus nah und fern mit ihren leuchtenden Umzugswägen, Tanz und Musik in Japans Norden.

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Sehenswert ist die Präfektur jedoch zu allen Jahreszeiten. Vor allem, wenn man dem Trubel der Großstadt entgehen und die Kultur und Natur Nordhonshūs entdecken möchte. Die folgende Ausflugstipps gehören zu meinen persönlichen Aomori-Highlights.

Der Hirosaki-Park: Spiegel der vier Jahreszeiten

Ob strahlend buntes Herbstlaub, Berge von Schnee, weiße und pinke Kirschblüten oder saftig grüne Bäume – der Hirosaki-kōen (Hirosaki-Park) in der alten Burgstadt Hirosaki verzaubert seine Besucher zu jeder Jahreszeit mit einem ganz unterschiedlichen Anblick.

Die weitläufige Grünfläche mit ihren rund 2.600 Kirschbäumen dient nicht nur als Kulisse der alten Samuraiburg, die sich in ihrem Inneren befindet, sondern ist auch ein wunderbarer Ort für einen ausgedehnten Spaziergang. Dabei lassen sich jahrhundertalte Kirschbäume, Kanäle und Brücken, ein Schrein sowie ein äußerst idyllischer botanischen Garten entdecken. Außerdem hat man vom Park aus einen tollen Ausblick auf den Vulkan Iwaki-san.

Der Hirosaki-kōen lädt übrigens, über das Jahr verteilt, zu mehreren spannenden Festivals in malerischer Umgebung ein: zum Herbstfest, zum Schneelaternenfest sowie zum berühmten Kirschblütenfest.

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Als erste größere Stadt in der Region lockt das heute rund 170.000 Einwohner zählende Städtchen Hirosaki übrigens zudem  mit alten Samuraihäusern sowie historischen Gebäuden im westlichen Stil.

Der malerische Hirosaki Park ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
Der malerische Hirosaki Park ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. © Kerstin Drews

Wandern und entspannen am See Towada

Ein besonders entspanntes Wochenende lässt sich am See Towada  (Towada-ko) verbringen, dem größten Kratersee Honshūs. Gelegen an den Grenzen der Präfekturen Aomori und Akita, ist er mit seinem klaren, blauen Wasser ein beliebtes Ausflugsziel bei den Bewohnern Nordhonshūs.

Der See Towada lädt nicht nur zum gemütlichen Spaziergang entlang seines Ufers ein, sondern lockt auch mit Sehenswürdigkeiten wie dem Towada-Schrein und der sogenannten “Statue der Mädchen”. Zudem gibt es das ganze Jahr hindurch viele eindrucksvolle Festivals. Tipp: Das Feuerwerksfestival im Sommer wirkt vor der Kulisse des Sees einfach faszinierend.

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Eine tolle Wanderroute führt durch die Oirase-Schlucht, entlang des Flusses Oirase, der dem Towada-ko entspringt. Hier gibt es ganz besonders viele schöne Wasserfälle zu entdecken.

Tipp: Verbringen Sie die Zeit am besten in einem traditionellen Ryōkan oder Minshuku (Familienpension) und entspannen Sie bei leckerem Essen und einem heißen Bad im Onsen.

Die Statue der Mädchen befindet sich direkt am Ufer des Sees Towada.
Die "Statue der Mädchen" befindet sich direkt am Ufer des Sees Towada. © Kerstin Drews

Faszinierende Reisfeldkunst in Inakadate

Nur wenige Minuten mit dem Regionalzug von Hirosaki entfernt, liegt das Dorf Inakadate. Berühmt ist es für eine ganz besondere Form der Kunst: die Reisfeldkunst (tambo āto). Durch das Bepflanzen mit vier verschiedenfarbigen Reissorten entstehen seit 1993 jedes Jahr auf zwei Feldern faszinierende Kunstwerke.

Die Themenvielfalt ist dabei nahezu unbegrenzt: Es gibt sowohl klassische, historische Motive zu bewundern als auch solche aus der modernen Popkultur. Besonders gut sichtbar sind die Bilder übrigens  von den jeweiligen Aussichtsplattformen aus. Da aus der Ferne die einzelnen Reisgräser nicht mehr sichtbar sind, können die Motive hier als Ganzes wahrgenommen werden. Ein einzigartiger Anblick, der – dank der fleißigen Arbeit der Dorfbewohner − jährlich Tausende von Besuchern anzieht.

In Inakadate werden aus Reispflanzen faszinierende Kunstwerke kreiert.
In Inakadate werden aus Reispflanzen faszinierende Kunstwerke kreiert. © Kerstin Drews

Urzeitliche Jōmonkultur entdecken: Sannai Maruyama

Die etwa 20 Minuten mit dem Auto von der Präfekturhauptstadt Aomori-shi entfernte Sannai Maruyama Stätte ist ein faszinierendes Zeugnis urzeitlicher Jōmonkultur in der Region.

Die Ausgrabungen der rund 4.000 bis 5.500 Jahre alten Siedlung umfassen mit Säulen gestützte Wohnhäuser, Teile von Straßen, alte Gräber sowie Lager- und Tonabbaugruben. Außerdem können Ton-, Holz und Lackkunstwerke bestaunt werden – darunter die berühmten Jōmon-Töpferwaren.

Die Sannai Maruyama Stätte bietet faszinierende Einblicke in die Jōmonkultur.
Die Sannai Maruyama-Stätte bietet faszinierende Einblicke in die Jōmonkultur. © Kerstin Drews

Der Furukawa-Fischmarkt in Aomori-shi

Sie wollten schon immer mal Ihr eigenes Kaisendon (Sashimi auf Reis) kreieren? Und das aus besonders frischen Köstlichkeiten, direkt aus dem Meer? Kein Problem in Aomori-shi. Die Hafenstadt mit ihren rund 280.000 Einwohnern lädt nicht nur zu einem entspannten Spaziergang am Meer und dem Besuch des Nebuta-Museums ein, sondern auch zu einem Mittagsimbiss der ganz besonderes Art.

Auf dem Furukawa-Fischmarkt können Sie Nokkedon genießen: eine Schüssel Reis mit frischen Fisch- und Meeresfrüchtetoppings. Besucher des Marktes kaufen vor Ort Tickets, die dann an den einzelnen Ständen gegen Reis und Toppings eingetauscht werden. Ein unvergessliches Erlebnis mit leckerem Nachgeschmack!

Auf dem Furukawa Fischmarkt können Besucher ihre eigene Reisschüssel mit frischen Fisch- und Meeresfrüchten kreieren.
Auf dem Furukawa-Fischmarkt können Besucher ihre eigene Reisschüssel mit frischen Fisch- und Meeresfrüchten kreieren. © David Coopmann

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