DIAMIR

Wanderausflug von Tōkyō aus: Der heilige Berg Mitake

Natascha Mattern
Natascha Mattern

Tōkyō ist mehr als eine große, pulsierende Metropole: Sie ist auch idealer Ausgangsort für unzählige Tagesausflüge in die atemberaubende Natur der Kantō-Region. Eines der bekanntesten Ziele ist der Berg Mitake, der in weniger als zwei Stunden von der Hauptstadt aus zu erreichen ist.

Mitake
Große Torii-Tore markieren den Weg zum Schrein auf dem Gipfel des Mitake. © Natscha Mattern

Der Mitake ist ein bekannter Berg in der Stadt Ōme, die westlich von der Stadt Tōkyō in der gleichnamigen Präfektur liegt. Der Berg befindet sich mitten im Nationalpark Chichibu-Tama-Kai, in dem man auf einem Areal von 1250 km² Bergwälder, Täler, Schluchten und hübsche Dörfer entdecken kann. Der Nationalpark erstreckt sich neben der Präfektur Tōkyō auch auf die Präfekturen Saitama, Yamanashi und Nagano. Der 929 m hohe Mitake bietet einen wunderbaren Ausblick über den Nationalpark. Es gibt Wanderwege, eine Standseilbahn, einen Shintō-Schrein sowie traditionelle Unterkünfte und kleine Läden im Gipfeldorf.

Standseilbahn

Der populärste Anstieg des Mitake erfolgt mittels der Standseilbahn. Sie wird von der Mitake Tōzan Railway der Bahngesellschaft Keiō betrieben und verkehrt bereits seit 1927. Die durchaus nostalgische Fahrt bringt die Besucher zunächst zur Station Takimoto auf 408 m und später bis nahe dem Gipfel zur Station Mitake (831 m). Von dort aus führt ein Weg in 20 bis 30 Minuten zum Musashi-Mitake-Schrein, durch ein Dorf mit Souvenirshops, kleinen Imbissen und traditionellen japanischen Unterkünften. Es ist auch ein idealer Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen.

Die Standseilbahn des Mitake
Die Standseilbahn des Mitake ist seit 1927 in Betrieb. © Photo AC / UMAROCK

Auf dem Gipfel des Berges thront der shintōistische Musashi-Mitake-Schrein, der der Gottheit Ōguchi no Magami (shintōistischer Wolfsgott) gewidmet ist. Man geht davon aus, dass der Schrein schon seit rund 2.000 Jahren als religiöse Pilgerstätte dient und während der Herrschaft des Kaisers Sujin erbaut wurde. Seit der Edo-Zeit ist der ehrwürdige Schrein vor allem in der Region Kantō als zentraler Pilgerort sehr bekannt. Der Komplex besteht aus mehreren kleineren Gebäuden, die man besichtigen kann. Große Torii-Tore markieren den Eingang zur heiligen Stätte.

Die Haupthalle des Musashi-Mitake-Schreins
Die Haupthalle des Musashi-Mitake-Schreins ist farbenfroh. © Photo AC / eal

Wandermöglichkeiten

Vom Schrein aus hat man verschiedene Wandermöglichkeiten zu benachbarten Gipfeln und Tälern. Zu den schönsten Ausflugszielen gehört der sogenannte Rock Garden, der eigentlich ein enges, bewaldetes Tal mit einem malerischen Bach, vielen moosbewachsenen Steinen und zwei nah gelegenen, kleineren Wasserfällen ist (Nanayo- und Ayahiro-Wasserfälle). Es dauert weniger als eine Stunde, um das Tal vom Schrein aus zu erreichen.

Wenn man noch etwas weiter laufen möchte, sind es vom Rock Garden weitere 40 bis 60 Minuten bis zum Gipfel des Berges Ōtake (1.267 m), von wo aus man an klaren Tagen eine schöne Aussicht auf die umliegenden waldbedeckten Berge genießen kann.

Ayahiro-Wasserfall.
Ein kleiner, aber pittoresker Wasserfall in den Bergwäldern des Mitake: Der Ayahiro-Wasserfall. © Photo AC / goriyan

wanderer im wald in japan5 Wandertouren in und um TōkyōIm Wanderparadies Japan finden sich rund um die suburbanen Stadtzentren zahlreiche Möglichkeiten, kurze oder mittellange Wanderstrecken zu e...11.08.2018

Unterkünfte

Ein besonderes Erlebnis dürfte sicher eine Übernachtung in traditionellen, japanischen Unterkünften, den sogenannten minshuku sein. Da der Mitake auf eine lange Tradition als Pilgerstätte zurückblicken kann, gibt es zahlreiche dieser Unterkünfte im Dorf nahe des Musashi-Mitake-Schreins. Es handelt sich um einfache Herbergen, die üblicherweise Zimmer mit Tatami-Matten und geteilten Badezimmern, sowie traditionelle Speisen bereitstellen. Manche minshuku bieten auch Exkursionen zu den Wasserfällen an, um dort eine jahrhundertealte Meditationsform kennenzulernen. Das takigyō ist eine asketische Praxis, bei der man stehend oder sitzend im eiskalten Wasserfall meditiert.

Auf dem Gipfeldorf stößt man auf viele alte, japanische Bauten. © Natascha Mattern

Anreise

Der Mitake ist in rund 95 Minuten vom Bahnhof Shinjuku in Tōkyō aus zu erreichen. Die Chuō-Line und die Ōme-Line der JR East halten an der Station Mitake (je nach Verbindung ist ein Umstieg in Tachikawa nötig). Von dort aus läuft man 40 Minuten zum Fuß des Berges, wo sich auch die Seilbahnstation befindet. Alternativ ist diese auch in zehn Minuten mit dem Bus erreichbar.

Vor Ort kann man das Mitake Visitor Center, das sich auf halbem Weg zwischen der Gipfelstation der Standseilbahn und des Schreines befindet, besuchen und sich mit detaillierten Wanderkarten ausstatten.

Weitere Infos auf Englisch zum Mitake und der Standseilbahn: https://www.mitaketozan.co.jp/eng2014/index.html

Kommentare

DIAMIR

Diese Woche meistgelesen

Top Stories

Autoren gesucht

Lesen Sie hier, wie Sie Teil unseres Teams werden!