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Die beliebtesten Wohngegenden in Japan: Wo Deutsche gerne leben und warum

Matthias Reich
Matthias Reich

Knapp 12.000 Deutsche lebten laut offizieller Statistik des Außenministeriums Mitte 2025 in Japan – darunter knapp 3.000 mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung und mehr als 1.500 mit einem Ehepartnervisum. Hinzu kommen vermutlich nur ein paar Dutzend ehemalige deutsche Staatsangehörige, die die japanische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Aber wo leben die Deutschen in Japan, und warum wohnen sie dort, wo sie wohnen?

© iStock / Oleksii Liskonih

Wenn man exzessiv durch Japan reist, merkt man schnell, dass man ziemlich selten Landsleute trifft – Touristen sieht man zwar hier und da, aber Deutsche, die sich dauerhaft niedergelassen haben, trifft man nicht alle Tage. Das hängt freilich davon ab, wo man sich aufhält.

Magnet Tōkyō & Umgebung

Schätzungsweise 45 % der in Japan sesshaften Deutschen leben in der Hauptstadt Tōkyō, und das ist natürlich nicht weiter verwunderlich – die meisten deutschen Firmen in Japan haben ihren Sitz in Tōkyō, und das gilt auch für Institutionen wie die Deutsche Botschaft oder das Goethe-Institut. Der genaue Wohnort hängt dabei in der Regel von der Position ab – und davon, ob die Firmen oder Institutionen Wohnraum bereitstellen. Eine gewisse Konzentration deutscher Staatsbürger ist aber in den Stadtbezirken Shinagawa und Minato zu beobachten. So gibt es unter anderem in Gotanda eine deutsche Kirche.

Im Auge des Betrachters: Japan als Tourist vs. Japan als WahlheimatWie ändert sich eigentlich das eigene Japanbild und die Sicht auf die japanische Gesellschaft, wenn man zuerst als Tourist ins Land kommt un...07.06.2019

Rund 20 % der Deutschen leben in der südlichen Nachbarpräfektur Kanagawa – und hier vor allem im Westen von Yokohama. Dafür gibt es gleich zwei wichtige Gründe: Zum einen wäre da der Hauptsitz von Bosch, zum anderen die DSTY – die „Deutsche Schule Tokyo Yokohama“. Die ist vor allem für all jene Deutschen wichtig, die von ihren Firmen – oftmals sind das Bosch, Mitsubishi Fuso (Mehrheitsanteilseigner: Daimler Truck AG), Siemens oder TÜV Süd – zusammen mit der Familie für meist drei Jahre nach Japan entsandt werden. Unter den Deutschen in Kanagawa gibt es sicher auch solche, die von hier nach Tōkyō pendeln.

Seit jeher beliebt: Kōbe

Mehr als 700 Deutsche – also fast 6 % aller Deutschen in Japan – leben in der Präfektur Hyōgo, die meisten von ihnen in der Präfekturhauptstadt Kōbe. Die Stadt ist seit Ende des 19. Jahrhunderts bei Ausländern beliebt, so auch bei Deutschen. Seit 1909 gibt es hier eine deutsche Schule, dazu noch eine protestantische Kirche mit deutschen Gottesdiensten, deutsche Firmen, deutsche Bäckereien und dergleichen. Doch auch nebenan, in Ōsaka, leben geschätzt 600 Deutsche. Nur ein paar Dutzend Kilometer davon entfernt liegt die alte Kaiserstadt Kyōto mit zahlreichen wichtigen Universitäten und Forschungsinstituten, weshalb hier unter anderem viele deutsche Akademiker leben.

Und sonst?

In der Großstadt Nagoya leben „nur“ ungefähr 300 Deutsche – die schaffen es aber immerhin, einen regelmäßigen Stammtisch zu organisieren. Ansonsten sind die Deutschen gerade in den Großstädten erstaunlich wenig vernetzt, auch wenn es durchaus Gelegenheiten gibt – so zum Beispiel als Mitglied der OAG (Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens) in Tōkyō. In abgelegeneren Präfekturen wie Aomori oder Kōchi kann man deutsche Staatsbürger, die dauerhaft dort leben, manchmal an zwei Händen abzählen. Doch es gibt sie, und sie leben aus den verschiedensten Gründen dort – als Handwerker, Landwirte, Ehepartner, Englischlehrer usw.

Selbst in wirklich abgelegenen Gebieten kommt es manchmal vor, dass man von Menschen vor Ort auf „den Deutschen in dem Dorf soundso“ hingewiesen wird – das verwundert allerdings nicht, denn genau betrachtet ist die japanische Provinz ein Paradies für Aussteiger. Interessant ist auch, welche Berufe Deutsche in Japan ausüben – von Akupunkteuren über Fleischer, Bäcker und Gärtner bis hin zu Spitzenmanagern: Es ist wirklich alles vertreten.

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