NEWS | Prinz Mikasa verstorben

Prinz Mikasa, jüngster Bruder des Shōwa-Kaisers, verstarb heute.

Prinz Mikasa (Mikasa no miya Takahito shinnō 三笠宮崇仁), jüngster Bruder des von 1926 bis 1989 amtierenden Tennō Hirohito, verstarb am Donnerstag, den 27. Oktober 2016. Todesursache des 100-jährigen war Herzstillstand, wie das Kaiserliche Hofamt (Kunai-chō 宮内庁) mitteilte. Die Regierung unter Premierminister Abe schickte umgehend Kondolenzbekundungen.

Prinz Mikasa, geboren am 2. Dezember 1915, war nicht nur das älteste Mitglied der japanischen Kaiserfamilie, sondern auch weltweit das älteste lebende Mitglied einer Königsfamilie.

Er war der vierte und jüngste Sohn des Taishō-Kaisers Toshihito, der Japan von 1912 bis 1926 regierte.

Stimme für den Frieden

Prinz Mikasa gehörte zur letzten Generation der Kaiserfamilie mit Militär-Erfahrung. Ausgebildet in der Kaiserlichen Militärakademie, entsandte ihn die Japanische Expeditionsarmee ab 1943 für ein Jahr als Stabsoffizier in ihr Hauptquartier in Nanjing.

Bereits vor Japans Kapitulation am 15. August 1945 kritisierte Prinz Mikasa die Greueltaten der Japanische Armee in den besetzten Gebieten Chinas. In seiner Rolle als Vertreter des Kaiserhauses hatte die Heeresführung dem jungen Prinzen geheimes Videomaterial gezeigt, auf dem unter anderem zu sehen war, wie biologische Waffen gegen die chinesische Zivilbevölkerung eingesetzt wurde. Prinz Mikasa ließ das Material tief schockiert seinem Bruder, Kaiser Hirohito, vorspielen. In einem Buch von 1984 erklärte Prinz Mikasa, sich bis zur Gegenwart selbst dafür zu verurteilen, dass er den vollen Umfang der Greueltaten während des Krieges selbst nicht begriffen habe.

In späteren Jahren beriet er seinen Bruder sowie auch seinen Neffen immer wieder. Vor allem für seine Mahnungen zum Frieden war er in der japanischen Öffentlichkeit bekannt. Nach dem Krieg betätigte sich Prinz Mikasa als Nahost-Wissenschaftler.

ADVERTISEMENT

Diese Woche meist gelesen

Neueste Artikel