Diese Woche in Japan | 26. April 2019

Sina Arauner
Sina Arauner

Diese Woche dreht sich (fast) alles um die Abdankung von Tennō Akihito und die 10-tägige Golden Week. Auch im Fokus der Medien: Die rekordhohe Wahl von Politikerinnen in Bürgermeisterämter und Stadtparlamente.

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Stimmung vor der 10-Tage-Golden Week

Am Samstag beginnt die dieses Jahr 10 Tage andauernde Golden Week. Japanischen Medienberichten zufolge werden rund 24,7 Millionen Leute die Zeit zum Reisen nutzen. Laut Reiseagentur JTB hätten sich die Reservierungen von Auslandsreisen im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Insbesondere in der Reisebranche und der Gastronomie soll die arbeitsfreie Zeit die Wirtschaft ankurbeln. Dass die am 1. Mai bevorstehende Thronbesteigung von Kronprinz Naruhito durch die Abdankung dessen Vaters, Akihito-tennō, begründet ist und nicht durch dessen Tod, spielt ebenfalls eine Rolle: Es gäbe keinen Grund für Konsumenten, sich wegen einer Trauerperiode zu hemmen, schreibt die Asahi Shimbun.

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Doch nicht jeder freut sich über die diesjährige Golden Week. Laut einer Umfrage mit 100 Vermögensverwaltern durch den Finanzdienstleister Nomura Securities, erwögen 40 % dem Thronwechsel gedenkend Anteile zu verkaufen. Doch die große Konzentration an Verkaufsaufträgen könnte den Markt stören. 42,6 % gaben an, als Sicherheitsmaßnahme vor eventuellen Marktschwankungen im Ausland Anteile von unter anderem inländische Anleihen und Devisen zu reduzieren. Um der wachsenden Unsicherheit im Finanzsektor entgegenzuwirken, bat die japanische Regierung Finanzunternehmen, einige ihrer Dienstleistungen auch während der arbeitsfreien Tage anzubieten.

Rekordhoch an gewählten Politikerinnen in der Lokalpolitik

Anfang der Woche berichteten japanische Medien von Rekordzahlen jüngst gewählter Lokalpolitikerinnen. Bei den Stadtparlaments- und Bürgermeisterwahlen, die am Sonntag in zahlreichen japanischen Städten und Gemeinden stattfanden, wurden so viele Politikerinnen wie nie zuvor in ihre Ämter gewählt. Insgesamt sechs Frauen gewannen die Wahl, zwei von ihnen setzten sich gegen männliche Kandidaten durch. Damit ist der Rekord von vier gewählten Bürgermeisterinnen von 2015 gebrochen.

Laut der Mainichi Shimbun wurden bei den landesweiten Stadtparlamentswahlen insgesamt 1.239 Frauen gewählt. Damit ist die Anzahl der Frauen in den Stadtparlamenten seit den letzten Wahlen 2015 um 2,3 % gestiegen und beträgt nun 18,4 %. Unter ihnen ist Ikeda Misuzu, die als erste Frau in der 61-jährigen Geschichte der Stadt in das Parlament von Tarumizu (Kagoshima) einzieht. Laut The Guardian ist sie, neben der weiteren Kandidatin Takahashi Rieko, die erste weibliche Kandidatin seit 20 Jahren.

Nuclear Regulation Authority (NRA) verlangt Anti-Terror-Sicherheitsmaßnahmen an Kraftwerken

Am Mittwoch teilte die Behörde zur Regulierung der japanischen Kernkraft mit, Reaktoren abschalten zu lassen, die innerhalb einer Frist von fünf Jahren keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen für terroristische Anschläge implementieren. Kraftwerkbetreiber müssen im Falle eines terroristischen Anschlags unter anderem die Fernsteuerung der Reaktoren aus einem anderen Gebäude gewährleisten können.

Bereits 2013 wurden die strengeren Maßnahmen, als Konsequenz der Dreifachkatastrophe in Fukushima 2011, den Betreibern auferlegt. Nun teilte die NRA mit, die Frist kein weiteres Mal, wie in der Vergangenheit geschehen, zu verschieben. Im März 2020 könnte als erster ein Reaktor des Kernkraftwerks Sendai (Kagoshima) abgestellt werden, sollte der Betreiber Kyushu Electric Power den Anforderungen nicht rechtzeitig nachkommen.

Weitere News

  • Sumō-Ringer bekommt Verwarnung wegen Jubel: Dem Sumō-Ringer des höchsten Rangs (Yokozuna) Hakuho wurde am Mittwoch eine offizielle Verwarnung ausgesprochen. Er hatte nach seinem Sieg im März einen spontanen Applaus mit den Zuschauern initiiert, als Wunsch für die Entwicklung des Sumō und die Gesundheit aller sowie dem Ära-Wechsel gedenkend. Vom japanischen Sumō-Verband wurde er aufgrund dieses, für einen Yokozuna ungebührendes Verhaltens offiziell verwarnt. Sein Stallmeister und für ihn verantwortlicher Betreuer Miyagino wurde mit einer Gehaltskürzung von 10 % für die Dauer von drei Monaten bestraft.
  • Akihito-tennō begeht letzten kaiserlichen Akt vor Abdankung: Am heutigen Freitag nahm Akihito-tennō an der Preisverleihung des Midori Prize für Aufforstung und Begrünungsforschung, vergeben durch die japanische Regierung, teil. Es handelte sich voraussichtlich um den letzten kaiserlichen Akt Akihitos außerhalb des Kaiserpalastes vor seiner Abdankung am 30. April. Die Abdankungszeremonie einschließlich einer letzten Rede beendet nach 30 Jahren die Ära Akihitos Wirkens und damit auch die Heisei-Zeit. Am Folgetag wird Akihitos Sohn, Kronprinz Naruhito, den Thron besteigen. Im Ruhestand wird Akihito keinen weiteren Dienstpflichten mehr nachkommen.

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