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Diese Woche in Japan | 01. März 2019

Nils Gärtner
Nils Gärtner

Diese Woche drehte sich in Japan alles um das Thema Verzögerungen. Es ging zum einen um die Verlagerung der US-Basis Futenma, welche laut Abe nicht verschiebbar sei, und zum anderen um die Verspätungen zahlreicher Tōkyōter Züge zu Beginn der Woche.

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Abe bekräftigt Entscheidung zum US-Basisbau auf Okinawa

Trotz des eindeutigen Ergebnisses des Referendums vom 24. Februar auf Okinawa bestärkte Premierminister Abe am darauffolgenden Montag die geplante Durchführung der US-Basisverlagerung innerhalb der Inselgruppe. Bei einer Wahlbeteiligung von 52,48 %, stimmten am Sonntag mehr als 70 % der Wähler gegen die Umsiedlung der US Marine Corps Air Station Futenma.

Der bereits seit Jahrzenten entworfene Plan, die in der japanischen Bevölkerung umstrittene US-Basis Futenma zu verlegen, erhielt durch die Abstimmung neuen Gegenwind. Das Wahlergebnis bestätigt das Mandat Denny Tamakis, welcher sich während der Gouverneurswahlen im vergangenen September als Gegner der Umsiedlung präsentierte und sich so gegen seine Kontrahenten durchsetzen konnte.

Da der Ausgang des Referendums jedoch von vornerein nicht bindend war, sondern eher die Ablehnung der Bevölkerung Okinawas der militärischen Präsenz der US-Truppen symbolisiert, schien die Resolution Abes in der Angelegenheit vorabsehbar.

Bereits seit Gründung der US-Basis 1945 mehren sich die Stimmen, die aufgrund zahlreicher Zwischenfälle mit zivilen Opfern für die Schließung der Basis sprechen. Immer wieder kommt es zu militärischen Unfällen oder Belästigungs- und Vergewaltigungsfällen durch amerikanisches Militärpersonal.

Die Regierung unter Abe besteht derweil auf ihren Standpunkt, dass die Verlegung der Basis innerhalb Okinawas die „einzige Lösung“ sei, die Sicherheit Okinawas und Japans, durch die abschreckende Wirkung des amerikanischen Militärs, zu gewährleisten. Eine Umfrage der Tageszeitung Yomiuri Shimbun von letztem Wochenende bestätigte inzwischen, dass knapp 60 % der japanischen Bevölkerung die Einschätzung der Regierung teilen.

Stromausfall sorgt für Zugausfälle und -verspätungen während Tōkyōs Rushhour

Ein am Montagmorgen auftretender Stromausfall in der Metropolregion Tōkyō führte zur Beeinträchtigung der Mobilität von rund 280.000 Menschen und veranlasste einige Universitäten die jährlich stattfindenden Aufnahmeprüfungen zu verschieben.

Die Unterbrechungen machten sich vor allem auf der JR-Chūō-Linie zwischen Kanda und Yotsuya bemerkbar. Auch Fahrten auf der Chūō-Sōbu-Linie wurden von dem Stromausfall gestört. Die Ausfälle und Verspätungen sorgten für weitere Verzögerungen auf den angebundenen Linien. Aufgrund des Menschenstaus mussten die Eingänge von mehr als 10 Stationen geschlossen werden. Ursache scheint nach ersten Erkenntnissen ein Brand gewesen zu sein, der die Oberleitungen der Strecke beschädigte.

Ministerialstatistiken über Unterbrechungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr Japans offenbaren, dass die Häufigkeit von Zugausfällen und -verspätungen seit knapp 30 Jahren konstant zunimmt, berichtet die Japan Times. Die Zahl der mehr als 30-minütigen Verspätungen stieg so von 2016 bis 2017 um mehr als 10 % an. Dass dieser Trend bereits seit längerem besteht, bestätigt ein Vergleich der Daten von 1988 und 2017: Die Anzahl der Vorfälle wuchs im genannten Zeitraum um das 3,1-fache an.

Weitere News

  • Raumsonde Hayabusa2 landet erfolgreich auf Asteroid Ryūgū: Die japanische Raumfahrbehörde JAXA bestätigte am Montag, dass Hayabusa2 augenscheinlich unversehrt nahe der auserwählten Landezone aufsetzen konnte. Missionsziel der Sonde ist es, Bodenproben des Astroiden zu entnehmen und mit diesen bis Ende 2020 zur Erde zurückzukehren.
  • Hohes Erbebenrisiko in Ostjapan: Eine Regierungskommission teilte am Dienstag mit, dass ein hohes Risiko für auftretende Erdbeben der Magnitude 7 bis 8 innerhalb der nächsten 30 Jahre bestünde. Damit korrigierte die Regierung ihre letzten Angaben von 2011. Für die Präfektur Fukushima steigt das Risiko eines neuen Bebens der Stärke 7 bis 7,5 von 10 % auf 50 % an. Die Wahrscheinlichkeit für Erdstöße der Stufe 7,9 in Präfektur Miyagi wurde ebenfalls von nahezu 0 % auf 20 % angehoben.
  • Pilot fällt durch Alkohltest: Die Vorfallsserie der alkoholisiert arbeitenden Piloten reißt trotz der kürzlich eingeführten Atemtests nicht ab. Am Freitag verspätete sich ein Flug der Luftfahrtgesellschaft ANA, da ein Pilot beim Alkoholtest negativ auffiel. Der Pilot gab an, ca. 6 Stunden vor dem Flug kleine Mengen Alkohol zu sich genommen zu haben.
  • Regierungskommission stellt Entwurf für die Reduzierung von Plastikabfällen fertig: Aufgrund der sich jüngst verschärfenden Herausforderung im Umgang mit Haushaltskunststoffabfällen will die japanische Regierung die Menge an Plastikmüll bis 2030 um 25 % reduzieren.
  • Kabinett beabsichtigt, den Ausschuss für den neuen Äranamen mit mindestens einer Frau zu besetzen: Die Regierung unter Abe gab diese Woche bekannt, es solle mindestens eine Frau Teil des neuen Regierungsausschusses sein. Dieser soll einen Namen für die am 1. April beginnende Ära unter Kaiser Naruhito festlegen. Die Regierung will so die Quote von einer Frau unter acht Mitgliedern des letzten Ausschusses zur Benennung der Heisei-Zeit nicht unterschreiten.
  • Japanische Polizei verhaftet 40 Personen wegen Menschenhandels: Die Behörden wollen mit der Verfolgung ein Zeichen gegen die illegale Praktik der Zwangsprostitution setzen, wie sie u.a. auch immer wieder in der Erwachsenenunterhaltungsindustrie Japans vorkommt.
  • Ministerialer Untersuchungsausschuss gibt bekannt, dass das Arbeitsministerium die jahrelangen Fehlauszahlungen der Unterstützungsleistungen nicht systematisch herbeigeführt hat.

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