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Samurai in Japan: die 12 berühmtesten Krieger | Teil 2

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Japanische Samurai – die Kriegerklasse des japanischen Mittelalters – sind oftmals der Stoff von Filmen und anderen Werken der japanischen Kultur. Selbst im Ausland faszinieren die japanischen Ritter. Von diesen zwölf Samurai sollten Sie gehört haben. | Teil 2

Holzschnitt japanischer Samurai im Kampf

Die zwölf berühmtesten Samurai Japans stammen aus Zeiten der beiden bedeutendsten Konflikte der japanischen Geschichte: der Gempei-Krieg (1180-1185) und die Zeit der Streitenden Reiche (Sengoku-Zeit, 1467-1590). Aus dem ersten entstand das Kamakura-Shōgunat (1185-1333); die Reihe der Konflikte der Sengoku-Zeit brachte das Tokugawa-Shōgunat hervor, das Japan von 1603 bis 1868 regieren sollte.

Hier finden Sie die Plätze 6 bis 1. Hier geht es zu den Plätzen 12 bis 7.

Holzschnitt japanischer Samurai im KampfSamurai in Japan: die 12 berühmtesten Krieger | Teil 1Japanische Samurai – die Kriegerklasse des japanischen Mittelalters – sind oftmals der Stoff von Filmen und anderen Werken der japanischen K...12.08.2019

6. Miyamoto Musashi (宮本 武蔵)

Holzschnitt von Miyamoto Musashi mit Holzstäben

Bild: Wikipedia

Er hielt zwar nie einen eigenen Titel inne oder diente offiziell einem Herrn als Samurai, doch unter Duellanten kann niemand Miyamoto Musashi (um 1584-1645) das Wasser reichen. Bei mindestend 60 Duellen war er unbesiegt und gründete zahlreiche Schulen der Schwertkunst. Später schrieb er das Buch der fünf Ringe, dessen Lektüre noch heute Einblicke in seine Taktiken und Philosophie bietet.

Sein Geburtsort ist nicht belegt, doch Miyamoto selbst schrieb im Buch der fünf Ringe, dass er in der Provinz Harima (Südwesten der heutigen Präfektur Hyōgo) geboren sei. Man geht davon aus, dass er in dem inzwischen verschwundenen Dorf Miyamoto im Westen an der Grenze zur Provinz Mimasaka geboren wurde. Miyamotos Vater war ein talentierter Schwertkämpfer. Er diente dem Herrn der Burg Takeyama, der das Dorf überblickte.

Unverfroren und rücksichtlos gewann Miyamoto sein erstes Duell mit 12 oder 13 Jahren, als er eine offene Herausforderung eines reisenden Samurai akzeptierte. Er machte den Samurai mit einem plötzlichen Angriff mit einem Holzstab bewegungsunfähig und schlug ihn dann auf dem Boden liegend tot. Da er während der Zeit der Streitenden Reiche erwachsen wurde, ist unklar, an welchen spezifischen Schlachten Miyamoto wirklich teilnahm und auf welcher Seite er stand. Manche positionieren ihn auf der Verliererseite bei der Schlacht von Sekigahara, die die Dominanz der Tokugawa festigte, und andere sagen, er kämpfte zu dieser Zeit anderswo. Auch bei der Belagerung von Ōsaka, bei der die Tokugawa den letzten Widerstand gegen ihre Machtübernahme ausmerzten, wurde er auf beiden Seiten platziert.

Noch bekannter als für Schlachten ist Musashi für das Ausfechten zahlreicher Duelle, oftmals nur mit einem Holzschwert bewaffnet. Zu Beginn seiner Laufbahn besiegte er mehrere Mitglieder der Yoshioka-Schule und beendete so deren Dominanz unter den Schwertkampfschulen in Kyōto. Anschließend bereiste er 1605 bis 1612 Japan als fahrender Ritter und duellierte sich mit den Meistern unterschiedlicher Schule und Waffen.

1612 focht er sein berühmtestes Duell aus, gegen Sasaki Kojirō, auf der winzigen Insel Funajima in der Kammon-Meerenge zwischen Honshū und Kyūshū. Miyamoto reizte seinen Gegner bereits bevor das Duell begann, indem er mit drei Stunden Verspätung auf der Insel erschien. Während des wilden aber kurzen Duells erschlug er seinen Gegner mit einem Holzschwert, das er auf dem Weg zur Insel aus einem Ruder geschnitzt hatte.

Nach der Belagerung von Ōsaka half Miyamoto bei der Konstruktion der Burg Akashi (in der heutigen Präfektur Hyōgo) und unterstützte die Stadtplanung von Himeji. Er reiste weiter durchs Land und bot seine Dienste als Schwertkampflehrer und Lehnsmann wichtigen Persönlichkeiten an, unter anderem Tokugawa Ieyasu (der ihn abwies), und ließ sich 1633 unter dem Daimyō der Burg Kumamoto nieder. Zu diesem Zeitpunkt war sein Interesse am Duellieren bereits abgeflacht und er erlernte das Malen. 1643 zog er sich in eine Höhle, bekannt als Reigandō, im Westen Kumamotos zurück und schrieb dort das Buch der fünf Ringe. Im Feburar 1645 stellte er das Werk fertig und verstarb am 13. Juni in der Höhle mit 62 Jahren.

Heute wird er in zahlreichen Filmen und historischen TV-Serien am Leben gehalten. Musashi ist insbesondere für seinen Kampfstil mit zwei Schwertern bekannt, niten ichi ryū, den er in Kumamoto perfektionierte. Obwohl er eine beliebte Figur im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist, wird er wegen seines vergleichsweise geringen Beitrags zur japanischen Geschichte nicht so geschätzt (und studiert) wie die anderen Samurai auf dieser Liste.

5. Takeda Shingen (武田 信玄)

Der Takeda-Klan stammte vom Minamoto-Klan ab, der sich im 9. Jahrhundert von der kaiserlichen Linie abspaltete. Takeda Shingen wurde auch manchmal der Tiger von Kai (die Provinz Kai liegt in der heutigen Präfektur Yamanashi) genannt, insbesondere wegen seiner Rivalität mit dem Drachen von Echigo, Uesugi Kenshin. In der buddhistischen Symbolik gelten Tiger und Drachen als traditionelle Feinde. (Verwirrenderweise wurde auch Uesugi manchmal der Tiger von Echigo genannt.)

Nachdem er 1540 seinen Vater verdrängt hatte, plante Takeda Shingen die Eroberung der Provinz Shinano. Eine Festung nach der anderen fiel bei seinen Feldzügen, bis er sich schließlich den Streitkräften Uesugi Kenshins näherte. Zwischen 1553 und 1564 bekämpften sich die beiden ohne Ergebnis. Letztlich gelang es Uesugi, Takedas Truppen aus Shinano zu vertreiben, woraufhin sich dieser auf Gebiete im Süden konzentrierte. Zu Beginn von Oda Nobunagas Machtübernahme schloss Takeda sich 1569 mit Tokugawa Ieyasu zusammen, um die Provinz Suruga (im Zentrum der heutigen Präfektur Shizuoka) zu erobern. Nachdem er sich sicher fühlte, betrog er Nobunaga und Ieyasu und griff deren vereinte Truppen 1572 an.

Takeda wurde als der einzige Daimyō mit genug kriegerischer und taktischer Fähigkeit angesehen, um Nobunagas Eroberungszug durch Japan Einhalt gebieten zu können. Er besiegte Ieyasu in der Schlacht von Mikatagahara (Nordwesten der heutigen Präfektur Shizuoka). Jedoch verstarb Takeda 1573 in seinem Feldlager, entweder wegen einer Krankheit oder einer Kriegsverletzung. Nach seinem Tod wurde der Takeda-Klan weitestgehend von Nobunaga und Ieyasu 1582 in der Schlacht von Tenmokuzan zerstört. Doch das Verwaltungs-, Rechts- und Steuersystem Takedas beeinflusste spätere Anführer, unter ihnen auch Ieyasu selbst.

Bis heute wird Takeda bei dem Shingen-ko-Festival am 12. April in Kōfu (Yamanashi) gefeiert. Er ist eine beliebte Figur der Pop-Kultur und ein Damiyō in Kurosawa Akiras Film Kagemusha basiert auf seiner Person.

4. Date Masamune (伊達 政宗)

Statue von Date Masamune

Date Masamune (1567-1636) wurde in der Burg Yonezawa (in der heutigen Präfektur Yamagata) geboren. Er führte seinen ersten Feldzug mit 14 Jahren an und trat mit 17 die Nachfolge seines Vaters an. Bis 1589 hatte er zahlreiche Gebiete der heutigen Tōhoku-Region erobert. Bei der Belagerung von Odawara 1590 schloss er sich Toyotomi Hideyoshi an und nahm im Rahmen der Einigung Japans auch an den letztlich erfolglosen Einfällen in Korea teil.

Nach dem Tod Hideyoshis 1598, schlug sich Date auf die Seite Ieyasus und verbündete sich mit ihm in der Schlacht von Sekigahara und der Belagerung von Ōsaka. Ieyasu belohnte ihn mit dem Gebiet um Sendai, das seither zwischen den Präfekturen Miyagi, Iwate und Fukushima aufgeteilt ist.

Date gründete 1604 die Stadt Sendai und 1613 schickte er ein Schiff im westlichen Stil, Date Maru oder San Juan Bautista genannt, nach Mexiko. Von dort plante er einen diplomatischen Boten bis zum Papst in Rom zu senden. Date wurde wegen seiner Ethik respektiert und soll gesagt haben: „Exzessive Rechtschaffenheit verhärtet sich zu Starrheit; schwelgendes Wohlwollen versinkt in Schwäche.“

Nachdem er als Kind sein rechtes Auge durch die Pocken verloren hatte, war Date als der einäugige Drache bekannt. Sein Erkennungsmerkmal war die riesige Mondsichel, die seinen Helm zierte.

3. Toyotomi Hideyoshi (豊臣 秀吉)

Holzschnitt von Toyotomi Hideyoshi, der über einen Felsen klettert

Bild: Wikipedia

Die Top 3 unserer Liste der berühmtesten Samurai sind die Drei Reichseiniger Japans, die nach der Zeit der Streitenden Reiche das Land wieder unter einer Zentralregierung vereint haben. Sie legten die Basis für Japan, wie wir es heute kennen.

Oda Nobunaga besiegte in der Schlacht von Okehazama seinen Rivalen, Daimyō Imagawa Yoshimoto, inmitten eines Sturms.Die drei Reichseiniger Japans: Helden der Sengoku-jidaiJapans drei Reichseiniger, welche das Land binnen 30 Jahren unter einer zentralen Militärregierung vereinten, zählen zu den berühmtesten Per...09.04.2019

Toyotomi Hideyoshi (1537-1598) war der zweite der Reichseiniger. Er war der Sohn eines einfachen Fußsoldaten in der Provinz Owari (Westen der heutigen Präfektur Aichi) und schloss sich 1558 selbst als Fußsoldat dem Oda-Klan an. Bei der Schlacht von Okehazama war er einer der Sandalenträger Oda Nobunagas, der dort Imagawa Yoshimoto besiegte und zur dominantesten Macht in Owari aufstieg.

Hideyoshi half anschließend bei der Restaurierung der Burg Sunomata in der Provinz Mino (heutige Präfektur Gifu), um Nobunagas Belagerung der Burg Inabayama zu unterstützen. Auch hierzu trug Hideyoshi bei: Er bestach Samurai von Mino, damit diese desertierten oder die Seite wechselten. Wegen seiner Gesichtszüge und seinem Äußeren trug er den Spitznamen Kozaru (kleiner Affe) und er wurde bald zu einem der profiliertesten Generäle Nobunagas.

Hideyoshi wurde zum Daimyō eines Teils der Provinz Ōmi (heutige Präfektur Shiga) ernannt, nachdem er geholfen hatte, die Region dem Azai-Klan abzuringen. 1576 schickte Nobunaga ihn zur Burg Himeji, um sich dort dem Mori-Klan zu stellen und den Westen Japans zu erobern. Nachdem Nobunaga 1582 von Akechi Mitsuhide betrogen und zum Suizid gezwungen wurde, löschte Hideyoshi Akechis Truppen bei der Schlacht von Yamazaki aus. Er stellte sich hinter den zweijährigen Oda Hidenobu als Nobunagas Nachfolger. Der Oberbefehlshaber des Oda-Klans, Shibata Katsuie, widersetzte sich diesem Plan. Doch nachdem Hideyoshi ihn 1583 bei der Schlacht von Shizugatake besiegte, wurde der einstige Sandalenträger zum faktischen Anführer der Truppen des Klans. Diese schlossen, nach einigen entscheidungslosen Konflikten, Tokugawa Ieyasu ein.

Vor seinem Tod hatte Oda Nobunaga bereits die südliche Hälfte Honshūs eingenommen und Hideyoshi eroberte anschließend Shikoku und Kyūshū. Er duldete keine Zweifel an seiner Macht und 1587 verbannte er die christlichen Missionare, die in Kyūshū eingefallen waren. Während Nobunaga die Missionare als willkommenen Konter gegen die Unruhe stiftenden Mönchskrieger betrachtete, ging Hideyoshi 1597 so weit, 26 Missionare und christliche Konvertiten zu kreuzigen.

1590 leutete der Untergang des Hōjō-Klans bei der Belagerung von Odawara das Ende der Sengoku-Zeit ein. Hideyoshi wandte seinen Blick nach China, das er von Korea aus erobern wollte. Doch zwei verpatzte Feldzüge nach Korea 1592 und 1597 setzten diesen Ambitionen ein Ende. Hideyoshi selbst überlebte das Ende des zweiten Feldzugs nicht und verstarb im September 1598, als seine Truppen noch im Ausland waren.

Hideyoshi war ein skrupelloser Kriegsherr, ein gerissener Verhandlungsführer und außerdem ein Fan der Teezeremonie – obwohl er einmal seinem Teemeister den Suizid befahl. Er genoss außerdem Nō-Aufführungen und zwang seine Daimyō, ihn als Nebendarsteller auf der Bühne zu unterstützen. Er reformierte das Klassensystem, erließ ein Bewaffnungsverbot für Bürger (wie ihn selbst) und richtete strenge Kontrollen der Migration im Landesinneren ein. So legte er der Grundstein für die sozialen Strukturen, über die schließlich Tokugawa Ieyasu regieren würde.

2. Tokugawa Ieyasu (徳川 家康)

Holzschnitt von Tokugawa Ieyasu

Bild: Wikipedia

Tokugawa Ieyasu (1543-1616) war der erste Shōgun der Regierungsreihe, die seinen Namen trug. Er war gleichermaßen Krieger und kaltblütiger Stratege. Als Sohn des Daimyōs der Provinz Mikawa (Osten der heutigen Präfektur Aichi) wurde er im Alter von fünf Jahren vom Oda-Klan entführt und in Nagoya als politische Geisel gehalten. Mit sechs Jahren wurde sein Vater von seinen eigenen Vasallen, bestochen von den Oda, ermordet. Nach dem plötzlichen Tod des Oda-Patriarchen erlaubte Oda Nobunaga dem neunjährigen Ieyasu nach Sumpu zu ziehen. Dort lebte er als Geisel des Imagawa-Klans, mit denen er sich mit 13 Jahren gegen die Oda verbündete.

Nachdem Yoshimoto, der Anführer der Imagawa, bei einem Überraschungsangriff der Nobunaga getötet wurde, entschied sich Ieyasu, erneut die Seiten zu wechseln und schloss sich den Oda an. Seine Soldaten waren Teil von Nobunagas Truppen, die 1568 gegen Kyōto marschierten. Er verbündete sich mit Takeda Shingen um die Provinz Suruga zu erobern und schloss sich anschließend mit Uesugi Kenshin zusammen, um seinen einmaligen Alliierten zu besiegen. Ieyasu verfolgte den Sieg um jeden Preis: Als seine Frau und sein erstgeborener Sohn wegen einer Verschwörung, Nobunaga zu ermorden, angeklagt wurden, ließ Ieyasu die Hinrichtung seiner Frau und den Selbstmord seines Sohnes zu. Ieyasu ernannte daraufhin seinen dritten Sohn Hidetada zu seinem Erben. Sein zweiter Sohn war bereits von Toyotomi Hideyoshi adoptiert worden.

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Ieyasu war zu spät, sich für den Betrug von Nobunaga bei Akechi Mitsuhide zu revanchieren – Hideyoshi war schneller gewesen. Auch er stellte sich gegen Hideyoshis Plan, das Kleinkind Hidenobu an den Kopf des Oda-Klans zu setzen, hielt sich aber aus Hideyoshis Schlacht mit Shibata Katsuie raus. Er war auch nicht an Hideyoshis Eroberungszügen von Shikoku und Kyūshū beteiligt. Er unterstützte allerdings die Belagerung von Odawara, nach der ihm das ehemalige Gebiet des Hōjō-Klans in Kantō zugesprochen wurde – im Gegenzug für seine bereits bestehenden Territorien. Er war nicht direkt in Hideyoshis erfolglose Korea-Feldzüge involviert, hatte jedoch die Befehlsmacht über Reserven auf Kyūshū.

Als Hideyoshi 1598 verstarb, war Ieyasu ein Mitglied des fünfköpfigen Rats, der das neu vereinte Land bis zur Volljährigkeit des damals fünfjährigen Hideyori, Hideyoshis Sohn, regieren sollte. Ieyasu verbündete sich jedoch mit Daimyō, die unzufrieden mit der Toyotomi-Regierung waren. 1600 trafen diese verbündeten Kräfte in Sekigahara auf die Toyotomi-treuen Truppen von Ishida Mitsunari. Über 160.000 Soldaten waren an der Schlacht beteiligt, deren Sieg Ieyasus Kontrolle über Japan zementieren sollte.

Mit 60 Jahren verlieh der Kaiser Go-Yozei Ieyasu 1603 den Titel des Shōguns. Er errichtete seinen Sitz in Edo (heutiges Tōkyō) auf den Gebieten, die er vom Hōjō-Klan übernommen hatte. Damit trat die japanische Geschichte in die Edo-Zeit ein. 1614 und 1615, als Hideyori Truppen um sich sammelte, um Ieyasu zu stürzen, kehrte dieser aus dem Ruhestand zurück und führte persönlich seine Truppen zur Belagerung von Ōsaka. An zwei Feldzügen im Sommer und Winter waren 200.000 und 300.000 Soldaten beteiligt und sie endeten mit der Auslöschung der Toyotomi-Linie.

Ieyasu verstarb 1616 im Alter von 73 Jahren. Er wird heute am opulenten Nikkō-Toshō-gū-Schrein in der Präfektur Tochigi verehrt. Das Tokugawa-Shōgunat dauerte über 250 Jahre an und endete erst mit der Meiji-Restaurierung 1868. Erwähnenswert ist sicherlich, dass Ieyasus berühmtester Vasall der Ninja Hattori Hanzō war.

1. Oda Nobunaga (織田 信長)

Holzschnitt von Oda Nobunaga

Bild: Wikipedia

Miyamoto Musashi mag der international berühmteste Samurai sein, doch Oda Nobunaga (1534-1582) ist innerhalb Japans der respektierteste. Er war ein grandioser Krieger und Stratege und brachte die Räder ins Rollen, die zum Ende der Zeit der Streichenden Reiche und zum Beginn eines vereinten Japans führten.

Namentlich regierte während der Muromachi-Zeit (1336-1573) das Ashikaga-Shōgunat das Land. Doch außerhalb Kyōtos lag die wahre Macht bei den Daimyō. Das Land war regional zerspalten. Nobunaga wurde in eine Familie mit Gebieten in der Provinz Owari geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1551 einte er seinen Klan und übernahm bis 1559 die Kontrolle über die gesamte Provinz. Er besiegte 1560 Imagawa Yoshimoto, seinen stärksten Konkurrenten in der Region, und griff 1561 die Provinz Mino an. Ihren jetzigen Namen erhielt die heutige Präfektur Gifu von Nobunaga selbst, als dieser die Burg Inabayama einnahm und 1567 zur Burg Gifu umbenannte.

Im Auftrag von Ashikaga Yoshiaki ging Nobunaga 1568 nach Kyōto, um den regierenden Ashikaga-Shōgun Yoshihide abzusetzen. Von Yoshiakis Nachfolge erhoffte Nobunaga sich die Kontrolle über ihn als Marionette. Nobunagas Machtübernahme verbündete jedoch Feinde gegen ihn. 1571 löschte er die Mönchskrieger des Bergs Hiei aus und belagerte die rebellischen Ikkō-Ikki-Bauern und -Mönchskrieger (letztlich nahm er 1574 Nagashima und 1580 Ishiyama ein). Als sich Shōgun Yoshiaki gegen seinen einstigen Verbündeten erhob, besiegte und verbannte Nobunaga diesen und beendete so 1573 das Ashikaga-Shōgunat.

Nobunaga zerstörte auch den gegnerischen Asakura-Klan in der Provinz Echizen (Norden der heutigen Präfektur Fukui) und 1573 auch den Azai-Klan der Provinz Ōmi. Als der inzwischen verbündete Tokugawa Ieyasu den Angriffen der Takeda in Mikawa widerstand, verbündeten sich die beiden und begegneten den Takeda 1575 bei der Schlacht von Nagashino mit Arkebusen [ursprüngliche Feuerwaffe] und besiegten den Klan 1582 schließlich vollständig.

Durch seine eigenen Strategien und die Arbeit seiner Verbündeten und Lehnsmänner konnte Nobunaga erfolgreich die südliche Hälfte Honshūs unter seine Kontrolle bringen. Dies bildete das Grundgerüst für die spätere Einigung des Landes. Nach Nobunagas Verrat und Tod 1582 am Honno-ji-Tempel führte Toyotomi Hideyoshi fort, was sein Anführer begonnen hatte.

Während Hideyoshi und Ieaysu die Früchte der Eroberung ernteten, ist Nobunaga als der größte Krieger der drei in die Geschichte eingegangen. Von den Drei Reichseinigern wird gesagt, dass „Nobunaga den Reiskuchen stampft, Hideyoshi ihn knetet und Ieyasu ihn im Sitzen verzehrt.“

Ehrenvolle Erwähnung: William Adams (auch bekannt als Miura Anjin・三浦按針)

Statue von William Adams

Bild: Wikipedia

William Adams (1564-1620) war der erste Engländer, der Japan besuchte. Er war der Lotse einer kleinen niederländischen Expedition in den Fernen Osten. Sein Schiff strandete im April 1600, nachdem es bei einem Sturm vom Rest der Flotte getrennt wurde, bei Bungo, dem heutigen Usuki in der Präfektur Ōita.

Die rund 20-köpfige kränkliche Besatzung wurde auf Befehl von Tokugawa Ieyasu nach Ōsaka gebracht. Ieyasu war gerade dabei, seinen Machtanspruch zu festigen. Noch hatte er die entscheidende Schlacht von Sekigahara (die im Oktober folgen sollte) noch nicht gewonnen. Tatsächlich würde Ieyasu dort die 19 bronzenen Kanonen von Adams Schiff einsetzen, die zuvor schon gegen Toyotomi Hideyori bei der Belagerung von Ōsaka gefeuert hatten.

Ieyasu war beeindruckt von Adams Wissen über den Schiffsbau und beauftragte ihn 1604 mit der Überwachung des Baus von Japans erstem Schiff im westlichen Stil. Gebaut wurde es in Itō an der Ostküste der Izu-Halbinsel. Ieyasu machte Adams schließlich zum Samurai und überreichte ihm zwei Schwerter und Gebiete auf der Miura-Halbinsel (in der heutigen Präfektur Kanagawa). Dort wurde Adams als Miura Anjin (anjin bedeutet Lotse) bekannt.

Adams kämpfte nie in Schlachten, diente aber als Diplomat und Unterstützer des Handels. 1613 half er, einen Handelsposten der Ostindien-Kompanie in Hirado in Kyūshū zu errichten. Obwohl es ihm verboten war, nach Hause zurückzukehren, konnte er Unterstützung an seine Frau und Kinder in England schicken – obwohl er auch eine Japanerin heiratete, mit der er zwei Kinder hatte.

Adams unternahm zwischen 1614 und 1619 verschiedene Expeditionen in Südost-Asien. 1620 verstarb er in Hirado, wo er auch begraben liegt. Der unwirtschaftliche Handelsposten wurde 1623 geschlossen. 1975 inspirierte Adams Geschichte den Roman Shogun von James Clavell.


Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch bei All About Japan veröffentlicht und von JAPANDIGEST übersetzt und nachbearbeitet. Teil 1 finden Sie hier.

Titelbild: Wikipedia

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