Seit 1998 wird das Japan-Filmfest Hamburg jährlich veranstaltet. 2002 wurde der ehrenamtliche Nihon Media e.V. als veranstaltender Verein gegründet. Seither hat sich das JFFH im Hamburger Jahreskalender fest etabliert.
Aktuelles japanisches Kino aus verschiedensten Genres und Gäste der japanischen Filmindustrie füllen das fünf-tägige Programm in den drei Partnerkinos 3001 (1), Metropolis (2) und Studio-Kino (3). Alle Filme werden im japanischen Originalton mit englischen oder deutschen Untertiteln gezeigt.

Das Japan-Filmfest Hamburg 2018: “Japanisches Kino der großen Gefühe”
Jedes Jahr erhält das JFFH ein Thema, unter dem sich die Filmauswahl unterschiedlichster Genres vereinen. 2017 lautet das Thema “Japanisches Kino der großen Gefühle” und beschäftigt sich mit dem Verlust der Unschuld, verzehrender Liebe und existenzialitischer Bedrohung. Die japanischen Filmschaffenden scheuen sich nicht, große Gefühle über die Kinoleinwand in die Reihen der Zuschauer zu transportieren.
Als exemplarisches Beispiel geht der Eröffnungsfilm Innocent of Blood voran. Der Film erzählt die Geschichten dreier Menschen, die durch schwere Schicksalsschläge aus ihrem Alltag gerissen werden. Der Film von Michihito Fujii wird auf dem JFFH als Weltpremiere in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt.

Japanische Kultur beim JFFH: Nō, Rakugo, Naginata und Anime
In den vier Reihen Nō, Rakugo, Naginata und Anime zeigt das JFFH über 70 Filmproduktionen, die nicht nur die jeweiligen Genres, sondern auch Aspekte der japanischen Kultur transportieren.
In der Reihe Nō stellt das JFFH Arthouse Filme vor. Nō ist eine traditionelle japanische Theaterform. Angelehnt an die künstlerische Tradition zeigt die Reihe Nō zeitlose Werke von bekannten Rgisseuren und aufstrebenden Filmemachern. Als Highlight kündigt das JFFH den Film Seal of the Sun von Satō Futoshi an, das die Dreifachkatastrophe in Tōhoku 2011 zum Thema hat und über die Abläufe der Katastrophe aus Sicht der Betroffenen berichtet.

Rakugo ist eine japanische Unterhaltungsform, bei welcher ein Sprecher durch seine Stimme und Gestik verschiedene Rollen einnimmt und so komische Geschichten darbietet. In der Reihe Rakugo präsentiert das JFFH Filme, die das Publikum mit Komik und Humor zum Lächeln, aber auch Reflektieren bringen.
So etwa der Film Sorry Baby von Tamura Sen’ichi: In dieser Beziehungskomödie hat auch ein Haufen Liebes-Engel die Finger mit im Spiel. Gefühlschaos ist also vorprogrammiert.

Wildes Genrekino wird in der Kategorie Naginata ausgestrahlt. Naginata sind japanische Schwertlanzen – ein passender Name für spektakuläre Action- und bizarre Horrorfilme. Grusel, Splatter und Kampfkünste finden ihren Weg in die Reihe Naginata.
Fans des Splatter-Klassikers Meatball Machine können sich gleich dreifach freuen: Zusätzlich zum Film aus dem Jahr 2005 wird auch der zweite Teil Kodoku: Meatball Machine gezeigt, und dies in Anwesenheit des Regisseurs Yamamoto Jun’ichi.

Die vierte Reihe Anime bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Schon lange gehören japanische Animationsfilme und -serien auch ins deutsche Film- und Fernseh-Programm.
Unter anderem zeigt das JFFH die 2016 für den Oscar nominierte japanisch-französische Koproduktion Die rote Schildkröte, die ganz ohne Dialoge auskommt und die Zuschauer in Geheimnisse der Natur und den Kreislauf des Lebens einweiht.

(Shin) Godzilla in Hamburg
Ein weiteres Highlight des Japan-Filmfest Hamburg ist die Vorführung von Shin Godzilla, der das Godzilla-Franchise 2016 nach 12 Jahren fortsetzte. Mehr zum erfolgreichsten Realfilm in Japan 2016 lesen Sie hier.
[Video] Godzilla auf dem Weg ins Metropolis-Kino
Die Veranstaltungsankündigung zum Japan-Filmfest Hamburg finden Sie auch hier im Event-Kalender von JAPANDIGEST.











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