Wohnungssuche in Japan: Tipps und Tricks

Matthias Reich
Matthias Reich

Der klassische Weg in eine eigene Unterkunft führt über den Makler. Aber auch die Suche übers Internet und alternative Formen des Wohnens und Zusammenlebens haben in Japan in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

Makler Japan
Aushänge bei einem Immobilienmakler in japan. ©Fudousan-Web

Natürlich geht man auch in Japan zum Immobilienmakler. Die konzentrieren sich oft rund um Bahnhöfe, sodass man nicht allzu lange suchen muss. Anhand der Grundrisse, die zahlreich von innen an die Scheiben geheftet sind, sind japanische Immobilienmakler auch für Nicht-Sprachkundige schnell zu erkennen. Mit Englisch kommt man bei gewöhnlichen Immobilienmaklern aber meistens nicht weit. Wer darauf angewiesen ist, sollte englische kostenlose Wochenzeitschriften wie Tokyo Notice Board oder Metropolis konsultieren – zumindest, wenn man im Großraum Tōkyō wohnen möchte.

Eine kleine Warnung vorneweg: Fälle, in denen Ausländer von Immobilienmaklern und/oder den Hausbesitzern abgelehnt werden, kommen durchaus vor. Der Grund: Man fürchtet sich zum einen vor der Sprachbarriere. Sollte mal etwas sein, so befürchtet man, dass ein Ausländer mangels Japanisch-Kenntnissen zur Last wird. Und: Ausländer gelten als laut und extravagant. Zwei Eigenschaften, die Hausbesitzer nirgendwo auf der Welt leiden können. Wer Sorgen hat, abgewiesen zu werden, sollte die Suche am besten mit japanischer Begleitung zusammen angehen. Es gibt natürlich auch viele Hausbesitzer, die keinerlei Bedenken haben, an Ausländer zu vermieten.

Gaijin Houses und Share Houses

Eine Alternative für Ausländer, die sich nicht für zwei Jahre auf eine Wohnung festlegen wollen – meistens weil der Aufenthalt kürzer ist – sind die Gaijin Houses. Das sind Gemeinschaftsunterkünfte, die man wochen- und monatsweise mieten kann. Gaijin Houses sind meistens relativ eng und einige von ihnen stark heruntergekommen. Es empfiehlt sich dringend, das Haus  persönlich anzusehen, sonst kann man böse Überraschungen erleben. Praktisch an Gaijin Houses ist, dass man ohne jeglichen Hausrat zurecht kommen kann – meist ist alles vorhanden. In so ziemlich allen Gaijin Houses wohnen nicht nur Ausländer, sondern oft auch mehr als 50% Japaner. Das sind dann meist Leute von außerhalb, denen die Enge und der gelegentliche Lärm nichts ausmachen.

Gaijin Houses kann man mit einer englischsprachigen Suche im Internet gut finden – und auch im Alltag muss man dort kein Japanisch können. Wer ein wenig Japanisch spricht, kann sich alternativ in einem Share House einmieten. Diese sind ebenfalls für kürzere Aufenthalte bis zu zwei Jahren geeignet und erinnern an WGs. Die Bewohner haben eigene Zimmer, teilen sich aber Küche und Bad. Meist gibt es einen Putzservice. Bei der Suche sollte darauf geachtet werden, ob das jeweilige Share House eine Altersgrenze hat und ob Ausländer akzeptiert werden (mit Japanischkenntnissen meist der Fall). Für die Suche in Tōkyō ist beispielsweise www.tokyosharehouse.com/jpn zu empfehlen.


Der Artikel von Matthias Reich erschien auf dem Blog Tabibito. Für die Online-Ausgabe des Japan Digest nachbearbeitet wurde er von Hannah Janz.

 

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