Renhō ©Jitijiti
Große Politikexpertise und Regierungserfahrung: Renhō. ©Jitijiti

23. August 2016 – Renhō: “Ich werde die Demokratische Partei wiederbeleben”

Hannah Janz

Im Vorlauf zur Wahl um den Parteivorsitz der Demokratischen Innovationspartei (Minshintō 民進党) am 15. September hat sich die derzeitige Vizevorsitzende Renhō 蓮舫 klar positioniert. Renhō, die während der Regierungszeit ihrer Partei von 2009 bis 2012 mehrere Regierungsposten innehatte, erklärte, sie könne die derzeitige Oppositionspartei wieder auf Erfolgskurs bringen.

Die Vorgängerpartei der DIPJ, die Demokratische Partei, hatte sich im März 2016 mit der Ishin no Tō 維新の党 zusammengeschlossen, bei den Oberhauswahlen im Juli aber stark an Zuspruch verloren – vor allem, weil die DPJ während der Regierungszeit 2009 bis 2012 kein klares Profil gezeigt hatte. Sie wolle ihre Partei mit einer eigenen Agenda attraktiv machen und nicht nur die Politik der jetzigen LDP-Regierung kritisieren, so Renhō. Politisch hervorgetan hat sie sich bisher in den Gebieten Bürokratieabbau, Gleichberechtigung sowie Verbrauchersicherheit.

Würde sie gewählt, könnte sie sich in die Reihe der zuletzt sichtbar gewordenen Politikerinnen gesellen. Im August war Inada Tomomi 稲田朋美 zur neuen Verteidigungsministerin ernannt worden, während Koike Yuriko 小池百合子 die Wahl zur Gouverneurin von Tōkyō 東京 für sich entscheiden konnte. Japans Politikbetrieb ist nachwievor stark männlich dominiert. Viele Beobachter der japanischen Politik glauben, dass die Wahl einer Frau an die Spitze der DIPJ der Partei einen großen Auftrieb verleihen könnte.

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