Frühling in Kōfu: Blütenpracht abseits von Touristenmengen

Anne-Marie Oelschläger
Anne-Marie Oelschläger

Kōfu, die Hauptstadt der Präfektur Yamanashi hat im Frühling besonders viel zu bieten. Wir stellen Ihnen vier weniger bekannte Hanami-Spots vor, an denen Sie die Blütenpracht abseits von Touristenmengen genießen können.

Brücke mit rotem Gelände beim Takeda-Schrein, Kirschblüten
Aussicht vom Takeda-jinja auf die Takeda-dōri © Anne-Marie Oelschläger

In der Präfektur Yamanashi gibt es unzählige Orte, an denen man den japanischen Frühling genießen kann. Wunderschöne Aussichten und Kirschblüten mit inbegriffen. Zwei der beliebtesten sind die ChūreitoPagode und das Shibazakura-Festival. Doch Reiseziele mit großer Beliebtheit bringen oft einen Nachteil mit sich: Man teilt die schönen Aussichten, Fotomotive und Momente meist mit sehr vielen anderen Menschen. Deswegen stellen wir in diesem Artikel vier etwas weniger bekannte Hanami-Spots in der Präfekturhauptstadt Kōfu vor.

Berg Fuji, blühende Felder, Frühling
Aussicht auf den Fuji-san beim Shibazakura-Festival © Anne-Marie Oelschläger

Anreise nach Kōfu

Als direkter Nachbar der Präfektur Tōkyō kann ein Tagesausflug nach Yamanashi und ihre Hauptstadt Kōfu relativ einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln geplant werden. Vom Bahnhof Shinjuku kann Kōfu mit den Limited Express Zügen Kaji oder Azusa innerhalb von knapp anderthalb Stunden für rund 30 € pro Fahrt erreicht werden. Wer etwas preisgünstiger unterwegs sein möchte, kann auch für rund 18 € pro Fahrt mit der JR Chūō-Linie fahren. Die Fahrt dauert knapp zweieinhalb Stunden und man muss einmal in Takao umsteigen. Am günstigsten ist jedoch der Highway Bus vom Shinjuku Bus Terminal zum Bahnhof Kōfu. Eine Fahrt dauert im Normalfall knapp zwei Stunden und kostet rund 17 €. Unter der Woche kann man online sogar ein Hin- und Rückfahrt Ticket für insgesamt rund 25 kaufen.

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Erstes Ziel: Maizurujō Kōen

Angekommen am Bahnhof Kōfu ist die erste Hanami-Gelegenheit nicht weit. Der Maizurujō Kōen (舞鶴城公園) befindet sich direkt neben dem Bahnhof und ist in weniger als fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Einst stand hier das Maizuru Schloss – heute ist das Gebiet rund um die restaurierten Schlossruinen als Maizuru-Schlosspark oder Kōfu City Historic Park bekannt. Obwohl der Park mitten im Stadtzentrum liegt, ist er durch eine leichte Erhöhung ein kleiner ruhiger Rückzugsort, in dem im Frühling Kirschblüten in vielen verschiedenen Farbschattierungen zu sehen sind. Neben den SakuraBäumen gibt es auch eine Aussichtsplattform, von der man die ganze Stadt überblicken kann. An wolkenlosen Tagen kann man sogar die Spitze des Fuji-san hinter den Bergen am Horizont hervorblicken sehen.

Kirschbäume im Maizurujō Kōen, bewölkter Himmel, Maizuru Schloss
Kirschbäume im Maizurujō Kōen © Anne-Marie Oelschläger
Aussicht vom Maizuru Schloss bis zum Fuji-san
Aussicht vom Maizuru-jō bis zum Fuji-san © Anne-Marie Oelschläger

Zweites Ziel: Chūkuhaisuijō

Als nächstes geht es vom Maizurujō Kōen Richtung Nordosten. Entlang des mit Stein gepflastertem Inishie-Weges, vorbei an der Yamanashi Eiwa High School , gelangt man am Fuß des Berges Atago zum Chūkuhaisuijō (中区配水場). Eigentlich gehören diese Anlagen zum städtischen Amt für Wasserversorgung und sind normalerweise geschlossen. Doch wenn die knapp 70 Kirschbäume von Ende März bis Mitte April in voller Blüte stehen, wird dieser kleine Park zum Hanami-Geheimtipp. Da sich auch diese Anlage auf einem kleinen Hügel befindet, kann man ebenfalls eine wunderschöne Aussicht über Kōfu, die südlichen Japanischen Alpen und manchmal auch den Fuji-san genießen. Ein kleiner Nachteil dieses Geheimtipps ist, dass es keine offiziellen Öffnungszeiten gibt, sondern sich die Öffnung der Anlage nach der Blütezeit der Sakura-Bäume richten.

Kirschblüten
Kirschblüten beim Chūkuhaisuijō © Anne-Marie Oelschläger

Drittes Ziel: Takeda-jinja und Gokoku-jinja

Der Weg zurück zur Hauptstraße führt wieder den Inishie-Steinweg entlang in Richtung Nordausgang des Kōfu-Bahnhofs. Von dort aus gelangt man mit dem Bus zum Takeda-jinja oder kann den Weg die Takeda-dōri entlang zu Fuß antreten. Die Busfahrt dauert knapp 10 Minuten, während der Fußweg 30 Minuten in Anspruch nimmt. Der Vorteil vom Fußweg sind auf jeden Fall die Kirschblüten entlang der Takeda-dōri.

Kirschblüten-Allee, bewölkter Himmel, Auto
Kirschblüten-Allee Takeda-dōri © Anne-Marie Oelschläger

Am Takeda-jinja lassen sich die Kirschbäume in wunderschöner Schrein-Atmosphäre genießen. Dieser Schrein ist dem ehemaligen Regionalfürsten Takeda Shingen aus der Zeit der streitenden Reiche (1497-1693) gewidmet und zählt zu den Hauptattraktionen der Stadt Kōfu.

Brücke mit rotem Gelände beim Takeda-Schrein, Kirschblüten
Aussicht vom Takeda-jinja auf die Takeda-dōri © Anne-Marie Oelschläger

Wer noch etwas Zeit übrig hat, kann sich ebenfalls zum fünf Minuten entfernten Gokoku-jinja begeben. Dort sind meistens noch etwas weniger Besucher anzutreffen, aber die Kirschblüten genauso prachtvoll. Dieser Schrein gehört zu den Gokoku-Schreinen, in denen die im Krieg gefallenen Soldaten und andere Militärpersonen verehrt werden.

Kirschblüten vor dem Gokoku-Schrein, grüne Bäume im Hintergrund
Gokoku-jinja zur Kirschblüten-Zeit © Anne-Marie Oelschläger

Alternatives Ziel: Furōen

An allen bisher vorgestellten Orte lassen sich vor allem Kirschblüten bestaunen. Manchmal lässt die volle Blüte jedoch eine oder zwei Wochen länger auf sich warten als vorhergesagt. Auch für diesen Fall kann man in Kōfu zauberhafte Blüten bewundern – und zwar Pflaumenblüten. Diese erreichen meistens etwas eher die volle Blüte als die Kirschen, stehen ihren beliebteren Konkurrenten jedoch in nichts nach. Wenn man vom Bahnhof Kōfu nochmal mit dem lokalen Zug eine Station weiter zum Bahnhof Sakaori fährt und einen fünfminütigen Fußweg auf sich nimmt, gelangt man zum Furōen (不老園), dem „Park der ewigen Jugend“. Dieser Park ist bereits von Anfang Februar bis Ende März geöffnet. Im Gegensatz zu den vorangegangen Orten, die kostenlos zu besichtigen sind, muss im Furōen ein Eintrittspreis von ¥ 500 für Erwachsene und ¥ 200 für Kinder bezahlt werden. Dafür können jedoch auch mehr als 3.000 Pflaumenbäume und ein detailliert angelegter Garten mit vielen Sitzecken, Hügeln und Aussichtspunkten erlebt werden. Außerdem kann man auch hier an heiteren Tagen einen Blick auf den Fuji-san erhaschen.

Pflaumenblüten
Pflaumenblüten im Furōen © Anne-Marie Oelschläger

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