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Gegen Ende der Sengoku-Zeit waren in Japan mehr Feuerwaffen im Umlauf als in Europa.

Sengoku-Zeit (1467-1603): Die streitenden Reiche

Hannah Janz

Unter der Sengoku-Zeit (sengoku jidai 戦国時代) versteht man eine über 100-jährige Phase, in der auf den japanischen Hauptinseln Honshū, Shikoku und Kyūshū verschiedene Clans um die Vormachtstellung kämpften.

Sie beginnt 1467 mit dem Ausbruch des Ōnin-Bürgerkrieges (Ōnin no ran 応仁の乱). Symbolisch für den Niedergang des bis dahin herrschenden Ashikaga-Shōgunats steht die Plünderung der Hauptstadt Kyōto 京都. Da es von da an kein zentrales Machtorgan mehr gab, beanspruchten autonome Fürsten, die sengoku daimyō 戦国大名, mit militärischer Gewalt Macht und Land. In häufig wechselnden Bündnissen kämpften sie gegeneinander um die Vormachtstellung in Japan. Lange Zeit setzten sie sich allerdings nur als lokale Herrscher durch.

yamajiroIn der Sengoku-Zeit wurden vermehrt Höhenburgen auf Bergen (yamajiro 山城) gebaut, die schwer einzunehmen waren.Takeda-jōBeispiel für eine Höhenburg: Takeda-jō 竹田城 in der Präfektur Hyōgo, erbaut 1441, geschliffen nach 1600.
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Die drei Reichseiniger setzen sich durch

Ab 1573 folgte die Epoche der drei Reichseiniger Oda Nobunaga 織田信長, Toyotomi Hideyoshi 豊臣秀吉und Tokugawa Ieyasu 徳川家康. Als Zäsur gilt die Schlacht von Sekigahara (sekigahara no tatakai 関ヶ原の戦い), in der Tokugawa seine Feinde endgültig schlagen konnte. Diese Azuchi-Momoyama-Phase 安土桃山時代 legte den Grundstein für die ab 1603 anschließende 250-jährige Herrschaft der Tokugawa-Shōgune. Es folgte die Edo-Zeit (edo jidai 江戸時代, 1608-1868), eine der friedlichsten Phasen der japanischen Geschichte.

SekigaharaDie Schlacht von Sekigahara beendete die Sengoku-Zeit und führte zur Herrschaft des Tokugawa-Clans.

Die Turbulenzen der Sengoku-Zeit sind heute oftmals Gegenstand japanischer Historien-Filme und Fernsehserien. Das Genre wird als jidai-geki 時代劇 bezeichnet, Epochen-Stücke.

Das finale Schlachtfeld: Die Ebene von Sekigahara in der heutigen Präfektur Gifu.
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