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Kunstparadies Setouchi: kreativ und ambitioniert

Sina Arauner
Sina Arauner

Die Setouchi-Region an der Seto-Inlandsee ist ein Hotspot der japanischen Kunstszene. Das dortige kreative Angebot ist an wohl keinem Ort in Japan sowohl für Konsumenten als auch für Künstler so vielseitig. Alle drei Jahre findet dort die Kunstveranstaltung Setouchi-Triennale statt.

Geheimnis von Hanasuwajima der Künstlerin Kō Kana

Im Westen Japans trennt die Seto-Inlandsee die japanischen Hauptinseln Honshū, Shikoku und Kyūshū. Dort umfasst die Region Setouchi die sieben Präfekturen Hyōgo, Okayama, Hiroshima, Yamaguchi, Tokushima, Kagawa und Ehime. Nicht immer war die Gegend als Paradies für Kunstschaffende und -liebhaber bekannt. Insbesondere das rapide Wirtschaftswachstum der 1960er Jahre hinterließ seine Spuren.

(Re-) Vitalisierende Kunst

In den 1990er Jahren begann das japanische Unternehmen Benesse, auf Naoshima (Kagawa) zeitgenössische Kunst und Architektur in die atemberaubende Landschaft der Insel zu integrieren, oft in Zusammenarbeit mit namhaften japanischen Künstlern. So war der Stararchitekt Andō Tadao von Anfang an in mehrere Projekte, unter anderem der Entwicklung des Naoshima International Camp (1989) und des Chichu Art Museum (2004), involviert.

Von Naoshima aus griffen die Leidenschaft und das Engagement auch auf andere Inseln über und das Leben kehrte in die zuvor etwas vergessene Gegend zurück. Auf der Insel Ogijima etwa wurde 2014 eine Grund- und Mittelschule sowie 2016 eine Vorschule wiedereröffnet, die beide wegen mangelnder Schülerzahlen jahrelang geschlossen waren. Viele Künstler sehen in den steigenden Kinderzahlen der Region eine Chance, die alten Traditionen am Leben zu halten. Die Gruppe „Team Ogi“ hat etwa ein riesiges Fass, inspiriert von der traditionellen Oktopusfischerei, auf der Insel installiert. Dieses soll bei den Besuchern Interesse für das Handwerk wecken.

das Oktopusfass Takotsuburo
Das Oktopusfass Takotsuburo von der Gruppe "Team Ogi" auf der Insel Ogijima. © Keizo Kioku

Leinwand für (inter-) nationale Künstler

Die lokale Gemeinde ebenso wie kleine und große Künstler aus dem Ausland finden in der Setouchi-Region einen Platz, ihre Kunst zu teilen. Insbesondere die Setouchi Triennale ist ein Höhepunkt des zeitgenössischen Kunstkalenders. Dort werden viele Werke wie das oben genannte Oktopusfass Takotsuburo, das Geheimnis von Hanasuwajima der Künstlerin Kō Kana (Titelbild) oder die Skulptur Beat Shrine / ANGER from the Bottom vom japanischen Regisseur und Schauspieler Beat Takeshi und Kenji Yanobe ausgestellt.

die Skulptur Beat Shrine / ANGER from the Bottom
Die Skulptur Beat Shrine / ANGER from the Bottom von Beat Takeshi und Kenji Yanobe. © Yasushi Ichikawa

Setouchi Triennale

Seit 2010 wird alle drei Jahre die Setouchi Triennale abgehalten. Zahlreiche Inseln der Seto-Inlandsee nehmen an dem Programm teil, das in drei Phasen im Frühling, Sommer und Herbst stattfindet. Kunst und Architektur sind bei der Triennale ebenso wichtig wie die lokale Identität der Regionen, diese zu feiern, zu revitalisieren und mit der Welt zu teilen.


Dieser Artikel erschien in der Juli-Ausgabe des JAPANDIGEST 2019 und wurde für die Veröffentlichung auf der Website nachbearbeitet.

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