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Akabeko: Die legendäre rote Kuh

Diana Casanova
Diana Casanova

Auch wenn Akabeko, die legendäre rote Kuh, in ganz Japan berühmt ist, so hat sie ihre Wurzeln in der Aizu-Region der Präfektur Fukushima. Was genau hat es mit diesem beliebten Maskottchen auf sich?

Akabeko

Im frühen 17. Jahrhundert soll durch ein starkes Erdbeben der Enzōji-Tempel in der Stadt Yanaizu, ca. 110 km südwestlich von Fukushima-Stadt (Präfektur Fukushima), zerstört worden sein. Für den Wiederaufbau benötigten die Menschen viel Holz, doch der Weg vom Dorf zum Tempel war beschwerlich. Selbst die starken Bullen und andere Nutztiere hatten deshalb Probleme, sämtliche Materialien über den Tadami-Fluss dorthin zu tragen. Wie aus den Nichts tauchte plötzlich eine rote Kuh auf, die den Menschen beim Wiederaufbau und Transport tatkräftig zur Seite stand und erst ging, bis alle Arbeiten verrichtet worden waren. Zum Dank errichteten die Priester mehrere Statuen der Kuh im Inneren des Tempels.

Enzoji-Tempel
Der Enzōji-Tempel in der Stadt Yanaizu (Präfektur Fukushima) existiert auch heute noch.

Symbol der Aizu-Region

So lautet die gängige Version der Legende um die rote Kuh, die Akabeko genannt wird. Weitere Geschichten besagen, dass die Kuh Menschen vor Krankheiten geschützt haben soll, wenn diese in ihrer Nähe standen oder sie streichelten. Somit entwickelte Akabeko sich zu einem Symbol für Glück, Gesundheit und Stärke.

Insbesondere in der Aizu-Region, welche den westlichen Teil der Präfektur Fukushima umfasst und in dessen Zentrum die Stadt Aizuwakamatsu steht, ist Akabeko ein allgegenwärtiges und beliebtes Maskottchen – wobei mehrere Darstellungen der legendären Kuh existieren. Während der Edo-Zeit (1603-1868) war die Region eine feudale Domäne unter der Herrschaft des Tokugawa-Shōgunates, die hauptsächlich aus Aizuwakamatsu und ihrem berühmten Schloss Tsuruga regiert wurde.

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Akabeko
Es gibt viele Darstellungen der Akabeko - der charakteristische Wackelkopf darf aber nicht fehlen.

Geliebtes Maskottchen und Spielzeug

Die Legende der Akabeko, was wörtlich „rote Kuh“ im Tōhoku-Dialekt bedeutet, inspirierte auch das traditionelle Spielzeug, das besonders bei Kindern beliebt wurde und sich zu einem örtlichen Kunsthandwerk entwickelte. Es besteht meist aus einem hölzernen Grundgerüst und Pappmaché, welches dann mit roter Farbe und schwarzen, weißen oder goldenen Kreisen und Streifen bemalt sowie anschließend lackiert wird. Besonders charakteristisch ist der Kopf, der bei Berührung sanft auf und ab wackelt.

Heutzutage kann man in der Präfektur Fukushima, aber vor allem in der Stadt Aizuwakamatsu Workshops besuchen und seine persönliche Akabeko-Figur bemalen. Da das Jahr 2021 das Jahr des Büffels im chinesischen Tierkreiszeichen-Kalender ist, wird Akabeko wohl in ganz Japan größere Aufmerksamkeit bekommen.

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