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„Japanisch kochen in Deutschland“ | Buchrezension und Rezept

Kerstin Drews
Kerstin Drews

Japanische Speisen in Deutschland zuzubereiten muss nicht unbedingt aufwendig und teuer sein. Auch regionale Zutaten lassen sich ausgezeichnet mit japanischen Rezepten verbinden. In ihrem Kochbuch „Japanisch kochen in Deutschland“ zeigen Toyoda Hiroshi und Shirono Yuki wie das funktioniert.

Das Buch "Japanisch kochen in Deutschland" mit Beispielgericht: Chicken Teriyaki + Joghurt-Miso-Gemüse
© Kerstin Drews

In Deutschland authentisch japanische Gerichte zuzubereiten kann zunächst einmal ziemlich herausfordernd sein. Schließlich lassen sich auf den Zutatenlisten vieler Rezepte eine Menge fremdklingender Worte finden, die man als Laie gar nicht zuordnen kann. Die Beschaffung dieser Zutaten ist häufig mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden. Frische Lebensmittel wie bestimmte Gemüsesorten sind zudem meist gar nicht erst auffindbar.

Inspiriert durch die Sehnsucht nach japanischen Speisen

Diese Erfahrung haben auch die beiden nach Deutschland ausgewanderten Autoren des Kochbuchs „Japanisch kochen in Deutschland“ gemacht. Auf der Suche nach Ideen, wie sie die sehnsüchtig vermissten Speisen ihrer Heimat kostengünstig vor Ort zubereiten könnte, stieß die Manga-Zeichnerin Shirono Yuki eines Tages auf den Blog des Food-Fotografen Toyoda Hiroshi – und war sofort begeistert. Um auch anderen in Deutschland lebenden Japanern das Zubereiten japanischer Gerichte zu ermöglichen, haben die beiden das japanischsprachige Kochbuch „Japanische Alltagsrezepte aus in Deutschland verfügbaren Zutaten“ herausgebracht – mit großem Erfolg.

Die deutsche Ausgabe „Japanisch kochen in Deutschland“ richtet sich nun an alle in Deutschland lebenden Liebhaber der japanischen Küche und wurde mit zahlreichen erklärenden Details zu Lebensmitteln und Zubereitungsweisen ergänzt. Perfekt, um den Einstieg in die Welt der japanischen Kochkunst zu finden. Auch fortgeschrittene Köche kommen auf ihre Kosten: Durch die Verwendung regionaler Zutaten bekommen bekannte japanische Rezepte einen vollkommen neuen Touch und laden zum Nachkochen ein. Außerdem gibt es jede Menge spannender Exkurse mit Zusatzinfos.

Rhabarber, Bärlauch und Spargel: Japanisch kochen mit deutschen Zutaten

Unterteilt in die Kategorien „Hauptgerichte“, „Beilagen“, „Von Sushi bis Ramen“ und „Wagashi“, haben die Rezepte dieses außergewöhnlichen Kochbuchs eins gemeinsam: Sie versuchen, mit möglichst wenigen japanischen Zutaten auszukommen. So braucht man zwar Sojasauce und hin und wieder mal Dashi oder Miso, kann aber zum Beispiel Sake durch Weißwein ersetzen. Das mag vielleicht wenig authentisch klingen, passt aber ausgezeichnet und verändert den ursprünglichen Geschmack kaum.

Besonders spannend sind jene Rezepte, für die in Japan unübliche Zutaten zum Einsatz kommen. Hierzu zählen zum Beispiel „In Miso gegrillter Spargel“, „Kohlrabi in Rhabarberkompott“, „Eingelegter Bärlauch“ oder „Mettwurst-Don“. Sie sind ein Alleinstellungsmerkmal von „Japanisch kochen in Deutschland“ und bringen auch bei Kennern der japanischen Küche Abwechslung in den Speiseplan. Wünschenswert wären vielleicht ein paar mehr Herbst- und Wintergerichte. Zutaten wie Rote Bete, Kürbis oder Rotkohl ließen sich sicher ebenfalls wunderbar für japanische Rezepte verwenden und das Warten auf weißen Spargel, Rhabarber und Bärlauch wäre etwas weniger sehnsüchtig. Potenzial für eine Fortsetzung ist somit eindeutig da.

Spannende Exkurse für Anfänger und Fortgeschrittene

„Japanisch kochen in Deutschland“ bietet nicht nur eine Vielzahl kreativer Rezepte, sondern zudem jede Menge informativer Exkurse. So lernen Sie zum Beispel, einen Hähnchenschenkel einfach zu entbeinen oder Dashi, Miso und Nattō aus ihren Grundzutaten selbst zuzubereiten. Alle Anleitungen sind mit ansprechenden Fotos und niedlichen Zeichnungen versehen. Einfach verständlich und noch dazu schön anzusehen. Man merkt, dass ein Food-Fotograf und eine Manga-Zeichnerin am Werk waren.

„Japanisch kochen in Deutschland“: Klare Kaufempfehlung

Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich um ein wunderbar kreatives Kochbuch handelt, das optisch ansprechend ist und zum Ausprobieren einlädt. Schade eigentlich, dass es nur 75 Seiten hat. Mit 14 Euro ist es seinen Preis jedoch eindeutig Wert und bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung.


Details:
Titel: „Japanisch kochen in Deutschland“
Autoren: Toyoda Hiroshi und Shirono Yuki
Preis: 14 Euro
Verlag: Mahoroba Verlag

Rezeptbeispiel: Hähnchen Teriyaki und Joghurt-Miso-Gemüse

Die beiden Gerichte Hähnchen Teriyaki (S. 8) und Joghurt-Miso-Gemüse (S. 44) ergeben, serviert mit Reis und eventuell einer Miso-Suppe, eine leckere japanische Mahlzeit. Das beste: Außer Sojasauce und Miso werden keinerlei außergewöhnliche Zutaten benötigt.

Hähnchen Teriyaki und Joghurt-Miso-Gemüse
Hähnchen Teriyaki und Joghurt-Miso-Gemüse sind lecker und einfach zubereitet. © Kerstin Drews

Hähnchen Teriyaki

2 Portionen Zubereitungszeit: 10 Min

Zutaten:

  • 2 Hähnchenschenkel
  • Etwas Mehl
  • 2 EL Weißwein
  • 2 EL Zucker
  • 2 EL Sojasauce

Zubereitung:

Zunächst die Hähnchenschenkel entbeinen und für die Sauce Weißwein, Sojasauce und Zucker verrühren. Das Fleisch beidseitig mit Mehl bestäuben und auf der Hautseite anbraten, bis es goldbraun ist. Wenden und solange braten, bis es gar ist. Mit der Sauce ablöschen und solange köcheln, bis die Sauce etwas eingekocht ist – fertig.

Joghurt-Miso-Gemüse

Zubereitungszeit: 10 Min + 1-2 Tage Einlegezeit

Zutaten:

  • 200 g Joghurt
  • 100 g Miso
  • Beliebiges Gemüse (Ich habe Rettich und Karotten verwendet.)

Zubereitung:

Ein Sieb mit Küchenpapier auslegen und den Joghurt darin abtropfen lassen. Er sollte dadurch etwa die Hälfte seines Ursprunggewichts verlieren. Anschließend mit Miso verrühren und in ein verschließbares Gefäß füllen. Gemüse in mundgerechte, dünne Scheiben schneiden und mit der Marinade vermengen. Ca. 1-2 Tage ziehen lassen. Anmerkung: Ich habe das Gemüse vor dem Servieren mit Küchenpapier von überschüssiger Marinade befreit, da diese sehr dick und intensiv ist.

Anmerkung: Die Zutaten und Zubereitungsweisen entsprechen den Rezepten in “Japanisch kochen in Deutschland”. Die Texte wurden für diesen Artikel angepasst.

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