6 alltägliche japanische Satzendungen

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Die japanische Sprache zu erlernen kann sehr schwer sein, denn die komplizierte Grammatik, das Schreibsystem und das endlos erscheinende Vokabular können abschreckend wirken. Doch wer einmal die Grundlagen verstanden hat, wird schnell einen Rhythmus finden. Beginnen wir mit gängigen japanischen Satzendungen.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen sechs alltägliche Satzendungen des Japanischen vor. Manche haben deutsche oder englische Entsprechungen, aber andere können etwas knifflig sein, da sie eine Antwort des Zuhörers verlangen, ohne tatsächlich danach zu fragen. Verwirrt? Wir versuchen dies aufzuklären, sodass Sie sich wie ein Profi auf Japanisch unterhalten können!

1. Grundform

Befassen wir uns erst mit den Grundlagen. Eine Satzendung in der einfachen Form ist quasi die Form ohne extra Endungen. Sie übermittelt die minimal erforderliche Nachricht, gerade genug, um die Kommunikation zu ermöglichen

Watashi wa kēkī wo taberu.
私はケーキーを食べる。
Ich esse Kuchen.
Kore wa pen da.
これはペンだ。
Das ist ein Stift.

Wenn Sie da nach einem Nomen, oder den Infinitiv eines Verbes verwenden, sprechen Sie im sogenannten jōtai (常体) oder im direkten Sprachstil, der auf Höflichkeitsformen verzichtet. Es ist eine der einfachsten Weisen zu sprechen oder zu schreiben, auch wenn es etwas informell und roh wirkt.

2. Desu/Masu

Genannt die „Desu/Masu-Form“ oder keitai (敬体) im Japanischen, ist diese Form höflich und die grundlegenste formelle Satzendung. Grob übersetzt fungiert desu wie das Wort „sein“ im Deutschen, was oft nach Nomen und Adjektiven auftaucht. Zum Beispiel „Ich bin ein Student“ im Japanischen lautet Watashi wa gakusei desu (私は学生です).

Masu hingegen wird an ein Verb gehängt. Beispiel:

„Ich trinke jeden Tag Kaffee“ lautet auf Japanisch übersetzt Watashi wa mainichi kōhī wo nomimasu (私は毎日コーヒーを飲みます). Das Verb „trinken“ (飲む, nomu) wird konjugiert und erhält die Endung –masu.

In der Vergangenheitsform wird –desu/-masu zu -deshita/-mashita. Beispiel:

Watashi wa kōhī wo nomimashita. 
私はコーヒーを飲みました。
Ich habe Kaffee getrunken.

3. Yo ne/Ne

Dies ist eine Endung, die Betonung, Zustimmung oder eine Art hypothetische Frage, die Zustimmung verlangt, anzeigt. Häufig in umgangssprachlichen, freundlichen Konversationen benutzt, müssen Sie hier einfach -yo ne oder -ne am Ende eines positiven Satzes anhängen.

Ein paar Beispiele:

Rāmen suki desu yo ne.
ラーメン好きですよね。
Du magst Rāmen, nicht wahr?
Kyō wa samui desu ne.
今日は寒いですね。
Es ist wirklich kalt heute.
Kore wa anata no pen desu ne.
これはあなたのペンですね。
Das ist dein Stift, oder?

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4. Desu kedo/Masu kedo

Dies ist wahrscheinlich eine der schwierigsten Endungen, da sie im Deutschen oder Englischen nicht häufig verwendet wird. Die Verwendung dieser Endung ist so, als würde man absichtlich eine Pause in der Mitte des Satzes machen, um den Hörer zwischen den Zeilen lesen zu lassen, und um etwas anzudeuten, aber nicht auszusprechen. Kedo bedeutet wörtlich „aber“.

Schauen wir uns einen Beispielsatz an. Das würden Sie vielleicht zu einem Vorgesetzten sagen, wenn er eindeutig vergessen hat, dass Sie heute das Büro pünktlich verlassen müssen, er aber trotzdem mit zusätzlichen Aufgaben zu Ihnen kommt, als Sie gerade gehen wollen.

Kyō wa kaerenai to ikenain desu kedo…
今日は帰れないといけないんですけど。。。
Ich muss heute aber (pünktlich) gehen…

In diesem Kontext lässt sich der Satz grob mit „Ich muss heute pünktlich gehen“ übersetzen, aber die Satzendung -desu kedo fügt ihm eine Nuance einer Forderung oder unausgesprochener Frage hinzu. Sie sagen im Wesentlichen indirekt: „Ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern oder nicht, aber ich muss heute pünktlich gehen, also was sagen Sie? (Soll ich trotzdem Überstunden machen?)“. Die Frage in Klammern ist die Botschaft, die durch diese magische Endung still und heimlich vermittelt wird!

Tatsächlich nutzen Muttersprachler diese Endung sehr oft, wenn sie einen Fremden oder Servicepersonal um etwas bitten.

Sumimasen, Sakura eki ni ikitain desu kedo…
すみません、さくら駅に行きたいんですけど。。。
Entschuldigung, ich möchte gerne zur Sakura Station…

Die implizierte Botschaft: „Bitte sagen Sie mir, wie man zur Sakura Station kommt.“

Sumimasen, kore wo henpin shitain desu kedo…
すみません、これを返品したいんですけど。。。
Entschuldigung, ich möchte das hier zurückgeben…

Die implizierte Botschaft hier: „Ich möchte das hier zurückgeben, können Sie mir bitte helfen?“

5. Yo

Diese Endung hat keine unklare Bedeutung, wird aber zur Betonung einer Botschaft benutzt. Der Unterschied zwischen einem einfachen Satz und einem, der auf -yo endet, mag marginal erscheinen, aber es ist eine klare Indikation, dass Sie etwas wirklich so fühlen.

Ein einfaches Beispiel:

Kono eiga omoshiroi!
この映画面白い!
Dieser Film ist interessant!
Kono eiga omoshiroi yo!
この映画面白いよ!
Dieser Film ist wirklich interessant!

Auch wenn im Deutschen die Übersetzung des Satzes fast identisch ist, so empfiehlt der japanische Sprecher im zweiten Satz dem Zuhörer den Film beinahe. Die Endung -yo dient zur Betonung und Verstärkung des vorangehenden Satzes.

6. Ka

Dieses grammatikalische Muster verwandelt eine Aussage in eine Frage. Tatsächlich ist es im Japanischen recht einfach, eine Frage zu konstruieren. Fügen Sie einfach -ka am Ende eines Satzes hinzu, und der Satz wird zu einer Frage. (Hinweis: Während Subjekte im Japanischen normalerweise weggelassen werden können (da oft aus dem Kontext klar wird, was oder wer gemeint ist), müssen Sie manchmal trotzdem die Person oder die Leute direkt ansprechen, um Missverständnissen vorzubeugen).

Tōkyō ni sundeimasu.
東京に住んでいます。
Ich lebe in Tōkyō.
Tōkyō ni sundeimasu ka.
東京に住んでいますか。
Lebst du in Tōkyō?

Im Übrigen taucht im (schriftlichen) Japanischen hinter einer Frage meistens kein Fragezeichen auf, diese Funktion übernimmt -ka nämlich. 

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Das sind also die sechs häufigsten Satzendungen im Japanischen. Wenn Sie das nächste Mal jemanden auf Japanisch sprechen hören, versuchen Sie, auf die Endung zu achten, und Sie könnten die versteckte Botschaft im Satz verstehen!


Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch bei All About Japan veröffentlicht und von JAPANDIGEST übersetzt und nachbearbeitet.

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