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Das Working-Holiday-Visum erlaubt Japan-Reisenden einen Aufenthalt von bis zu einem Jahr ©Max Braun, flickr

Working Holiday

Nach dem Schulabschluss oder der Ausbildung zieht es junge Menschen oft in die Ferne, um Erfahrungen zu sammeln, bevor der Arbeitsalltag beginnt. Working Holiday ermöglichen einen Aufenthalt bis zu einem Jahr. Japan Digest sagt euch, welche Bedingungen ihr erfüllen müsst!

Bevor ihr euch in die Planung stürzt, gibt es einige Dinge zu beachten. Ganz oben auf dieser Liste: Working Holiday in Japan wurden mit der Intention ins Leben gerufen, den kulturellen Austausch zu fördern und Reisenden die Möglichkeit zu einem länger andauernden Aufenthalt zu bieten. Zwar ist das Nachgehen bezahlter Tätigkeiten eine gute Möglichkeit praktische Erfahrungen zu sammeln, doch ist Sinn und Zweck von Working Holiday primär die Selbstfinanzierung von Reisen, und somit nicht für Leute geeignet, die in der Arbeitswelt Fuß fassen wollen.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Visa-Beantragung?

– Ihr besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und stellt den Antrag in der Botschaft von Japan oder einem Generalkonsulat in Deutschland.
– Ihr stellt den Antrag persönlich und seit bereit für ein Interview, falls notwendig.
– Ihr seid zwischen 18 und 30 Jahre alt.
– Ihr werdet nicht von Ehegatten oder Kindern begleitet.
– Ihr verfügt über ausreichende finanzielle Mittel für die anfängliche Aufenthaltszeit. Konkret: Ihr habt etwa 2.000 Euro, plus ein Hinflugticket in der Tasche. Wenn das Rückflugticket noch nicht gebucht ist, könnt ihr zusätzliche Mittel von etwa 1.200 Euro vorweisen.
– Ihr habt einen gültigen Reisepass und euch wurde bisher noch kein Working-Holiday-Visum für Japan ausgestellt. Dieses kann nur einmal im Leben beantragt werden.
– Ihr könnt einen Versicherungsschein einer Auslandsversicherung, ein Antragsformular oder eine Verpflichtung für die Mitgliedschaft in der Nationalen Krankenkasse in Japan vorweisen.

Ihr habt das Visum. Und jetzt?

Wenn ihr kein Working Holiday Programm über eine Reiseorganisation bucht, kommt jede Menge Planung vor der Abreise auf euch zu:
– Erstellen eines Reiseplans: Gerade wenn man anfangs nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung hat ist es sinnvoll zumindest die Anfangszeit genauer zu planen.
– Die Buchung von Unterkunft und eventuell auch einem Sprachkurs sind Dinge, die rechtzeitig erledigt werden sollten.
– Informiert euch vorher, welche Art von Arbeit für euch in Frage kommt, und vor allem wie ihr an diese Jobs kommt. Es schadet nicht schon vor Abreise einige Arbeitsagenturen rauszusuchen. Hier sei anzumerken, dass diese Agenturen Informationen nur auf Japanisch anbieten.
– Wie bei jeder größeren Reise ins Ausland gilt: erledige alle notwendigen Arztbesuche vorher, lass dich einmal durchchecken, frische gegebenenfalls Impfungen nach, um deine Reise nicht wegen unangenehmen gesundheitlichen Problemen unterbrechen zu müssen.

Wie findet man einen Job in Japan

Am besten ist es natürlich, wenn Ihr schon vor eurer Abreise eine Arbeitsstelle in Aussicht habt. Möchtet ihr euch jedoch erst ein bisschen umschauen und dann in Japan selbst die Suche beginnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zu allererst müsst ihr euch allerdings die Frage stellen, wo ihr arbeiten möchtet.

In großen Städten wie Tōkyō 東京 oder Ōsaka 大阪 werden immer händeringend nach Assistenz-Englischlehrern für Kindergärten, Grundschulen und in der Erwachsenenbildung gesucht. Auch nicht-englisch Muttersprachler haben die Möglichkeit, für ein paar Tage in der Woche an einer Schule zu unterrichten. Ein großer Vorteil ist, dass viele der Kinder noch kein Englisch können und man bei der Arbeit so auch sein Japanisch benutzen und verbessern kann.

Auch in der Gastronomie suchen Restaurants, Cafés und Hotels immer wieder nach Beschäftigten, die Englisch können. Solltet ihr auch schon ein bisschen Japanisch können, ist es sogar noch einfacher hier einen Job zu ergattern. Und nichts trainiert das Hörverständnis besser, als eine Gruppe Japaner, die nach der Arbeit ihr kühles Feierabendbier bei dir bestellen.

Wenn es euch mehr aufs Land zieht, könnt ihr durch WWOOF Japan im Herzen Japans umherreisen und gegen Mithilfe auf Bauernhöfen, Werkstätten, kleinen Hotels und Minshukus 民宿, sowie in Ski-Resorts einmalige Einblicke in das Leben der Menschen dort erhalten. Meistens besteht die Bezahlung nur aus Kost und Logis, dafür werdet ihr aber ein Teil der Familie und lernt eine Seite Japans kennen, die euch in den urbanen Ballungsräumen verborgen bleibt.

wwoofFreiwilligenarbeit gegen Kost und Logis ist in ländlicheren Gegenden Japans ein beliebtes Konzept. ©strikeael, flickr

Außerdem solltet ihr provisorisch ein paar japanische Lebensläufe vorbereiten. Die haben ein bestimmtes Format und benötigen je nachdem einige Anläufe bis zur Meisterung. Die Bögen für Lebensläufe, die handschriftlich ausgefüllt werden müssen, findet ihr in jedem Konbini コンビニ (kleine, meist 24-Stunden am Tag geöffnete Mini-Märkte), 100 Yen Shop oder Buchladen. Solltet ihr Hilfe beim Ausfüllen brauchen, bietet das Internet praktische Tipps oder man fragt bei japanischen Freunden nach. Wenn ihr noch nicht in Japanisch schreiben könnt, reichen für die Jobs, bei denen verlangt wird Englisch zu sprechen, bestimmt auch die englische Alternative.

Bei allem, was ihr versucht, heißt es jedoch immer Kopf hoch und frischen Mutes Klinken putzen gehen! Oft wartet der nächste Job schon in eurem Lieblingscafé, wenn ihr einfach nur nachfragt.

In Japan

Wenn ihr in Japan angekommen seid empfiehlt es sich, euch erst einmal eine Eingewöhnungsphase zu gönnen. Auch mit gründlichster Vorbereitung ist es nicht unüblich einen Kulturschock zu erfahren. Das ist ganz normal und geht in der Regel auch bald wieder vorbei. Genießt die Möglichkeiten, die euch eröffnet werden, und traut euch, um Hilfe zu Bitten, wenn ihr sie braucht!

Ein Jahr Working Holiday in Japan bietet auch die Möglichkeit, in die japanische Arbeitswelt hinein zu schnuppern, ohne sich direkt zu den langen Arbeitstagen zu verpflichten, die für feste Firmenangestellte Alltag sind. Außerdem werdet Ihr ganz von selbst durch eure Arbeit viel mehr Kontakt zu Japanern haben als bei einem Austauschjahr, da ihr nicht alltäglich von all den anderen Austauschstudenten umgeben seid und den Kontakt zu Japanern bewusst suchen müsst. Das bedeutet zwar auch, dass euch ein Auffangnetz fehlt, das die „Ausländer-Gemeinschaft“ bietet, aber gerade dadurch ist das persönliche Wachstum durch ein Working Holiday Jahr immens.

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