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Unwetter im Juli 2018: Die Lage in Westjapan

Miho Doi
Miho Doi

Die starken Regenfälle in Westjapan Anfang Juli 2018 verursachen weitherin Schäden. Mehr als 200 Personen verloren ihr Leben, zahlreiche werden noch immer vermisst und rund 7.000 Evakuierte verharren in Notunterkünften.

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Aufräumarbeiten in Kure, Hiroshima, am 11. Juli 2018. (c) Ma Ping/Xinhua News Agency/PA Images

Vom 6. bis 8. Juli 2018 haben schwere Regenfälle in Westjapan für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt. Betroffen waren davon insbesondere die Präfekturen Hiroshima, Okayama und Ehime. Laut dem japanischen Wetteramt wären an 93 Beobachtungsorten die schwersten Niederschläge seit Beginn der Aufzeichnungen vermerkt worden. Aktuell liegt die Zahl der Todesopfer bei 200 und rund 7.000 Evakuierte können noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Sie verbleiben weiterhin in den Notunterkünften wie Schulturnhallen. Die Polizei und die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte suchen weiterhin nach den über 70 vermissten Personen.

Der Bezirk Mabi in Kurashiki (Okayama) ist besonders schwer betroffen. Nachdem die Deiche des Flusses Oda brachen, wurden rund 30 % des Bezirks überschwemmt. 49 Personen verloren ihr Leben, ein Großteil wohl durch Ertrinken. Laut dem japanischen Landesvermessungsamt hätte die Überschwemmung am tiefsten gemessenen Punkt 4,8 m erreicht. (Stand 12. Juli 2018)

Nach Katastrophen: Freiwillige Helfer in Japan

Für die Reinigung des Schlamms und der Beseitigung von Schäden benötigen die Betroffenen nun nach Ende der Regenfälle Unterstützung. Die freiwillige Hilfe nach Naturkatastrophen hat in Japan Tradition: 1995 wird dort „das erste Jahr der freiwilligen Hilfe (borantia gan’nen ボランティア元年)“ genannt. Nach dem Erdbeben von Kōbe am 17. Januar 1995, reisten rund 1.650.000 freiwillige Helfer in die betroffenen Gebiete, um bei der Katastrophenbewältigung zu unterstützen. Ähnliche Unterstützung kam auch den Betroffenen des Chūetsu-Erdbebens 2004, des Tōhoku-Erdbebens 2011 und des Kumamoto-Erdbebens 2016 zuteil.

Inzwischen helfen viele Anwohner, die von größeren Schäden verschont worden sind, bei den Aufräumarbeiten. Für die Aufnahme von freiwilligen Helfern aus ganz Japan, die ihre Unterstützung angeboten haben, müssen zunächst noch einige Vorkehrungen getroffen werden, insbesondere bei der Sicherung gefährlicher Gebiete und gestörter Infrastruktur. Vorrangig müssen nun Hilfsgüter in die betroffenen Regionen gesendet werden. Gemeinden, in denen die Vorkehrungen schon beendet sind, nehmen allmählich Ehrenamtliche auf.

Tipps für freiwillige Helfer

In Japan folgt dem kommenden Wochenende ein nationaler Feiertag am Montag (16. Juli 2018), weshalb anzunehmen ist, dass viele Leute in das Katastrophengebiet zur Unterstützung anreisen werden. Wichtig ist vor allem, die Betroffenen nicht zu belästigen. Dazu gibt es Tipps im Internet, etwa eigenes Wasser und Lebensmittel mitbringen, eine Unterkunft organisieren, eine Versicherung für freiwillige Helfer abschließen usw. Viele neue Helfer profitieren von den bisherigen Erfahrungen, den Japan im Umgang mit Katastrophenhilfe gemacht hat.

Laut eines Experten ist für die Aufräumarbeiten die Unterstützung mehrerer hunderttausender Ehrenamtlicher erforderlich. Neben der aktiven Unterstützung vor Ort sind natürlich auch Geldspenden, wie etwa über Yahoo Japan, hilfreich.

In Japan hat die extreme Sommerhitze bereits begonnen, was den Betroffenen und Ehrenamtlichen die Arbeit erschwert. Ich hoffe nur, dass die Katastrophengebiete den Wiederaufbau so schnell wie möglich bewältigen werden. Mögen die Seelen der Verstorbenen in Frieden ruhen. Gisei-sha no go meifuku o o-inori itashimasu. 犠牲者のご冥福をお祈りいたします。

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