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Taifune in Japan: So rüsten Sie sich

Matthias Reich
Matthias Reich

In Japan ist die Gefahr durch Taifune nicht zu verachten, vor allem während der Saison von Juni bis Oktober. Unser vor Ort lebender Autor erklärt Ihnen, wie Sie sich vorbereiten und welches Verhalten während eines Taifuns zu empfehlen ist.

Taifun in japan

2019 war das Jahr der Supertaifune – vor allem für die Hauptstadtregion. Statistiken der vergangenen Jahre deuten jedoch darauf hin, dass man in Japan immer häufiger mit immer schwereren Taifunen rechnen muss. Doch wie kann man sich darauf einstellen? Ein kurzer Leitfaden, unterteilt in Tipps für Kurzzeit- und Langzeitbesucher.

Tipps zum Umgang mit Taifunen für Kurzzeitbesucher

1. Information

Das allerwichtigste sind zuverlässige Informationen, wann und wo ein Taifun eintreffen wird. Diese bezieht man am besten direkt über die englische Version der Webseite der Meteorologischen Behörde. Diese zeigt den vorhergesagten Verlauf ebenso an wie momentane und folgende Windstärken, Gebiete mit Katastrophenwarnungen und dergleichen. Früher reichte es dabei, ein bis zwei Mal pro Woche auf die Taifuninformationen zu schauen, doch seit jüngstem tauchen auch “Guerilla-Taifune” auf, die sich plötzlich nahe der Küste zusammenbrauen und innerhalb von ein bis zwei Tagen das Land treffen. In der Taifunsaison von Juni bis Oktober deshalb besser täglich schauen.

2. Vorbeugung

Taifune verursachen oft massive Flug- und Zugausfälle und im schlimmsten Fall Stromausfälle und damit einhergehend verminderten Zugang zu Wasser, Informationen oder gar Nahrungsmitteln. Die beste Vorbeugung ist dementsprechend, um den Taifun herum zu planen; sprich, die Region, in der der Taifun durchziehen wird, rechtzeitig zu verlassen und erst danach wieder zurückzukehren.

3. Während eines Taifuns

Ein Taifun ist ein faszinierendes Ereignis, keine Frage. Doch wie man so schön im Englischen Sprachraum zu sagen pflegt: “Curiosity kills the cat”. Vielen Todesopfern bei Taifunen, aber auch bei Tsunamis, wurde ihre Neugier, nach dem Motto “Ich gehe nur mal kurz am Fluss/am Strand vorbeischauen” zum Verhängnis. Gerade bei starken Taifunen bleibt man lieber im Trockenen, und nach Möglichkeit entweder hoch über und weit weg von Flüssen. Zudem sollten Autofahrten unbedingt vermieden werden: Jedes dritte Todesopfer starb in einem Auto. Auch umherfliegende Gegenstände sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

Tipps für Langzeitbesucher

1. Die langfristige Vorsorge

Es lohnt sich, schon bei der Wohnungs- oder Haussuche auf ein paar Dinge zu achten. Hat die Gegend oder die nächstgelegene Bushaltestelle ein -ya (Tal), -sawa/zawa (Bach), -gawa/kawa, shimo- (Unter-) usw. im Namen? Das könnte auf ein überschwemmungsgefährdetes Gebiet hinweisen. Besser sieht es bei -oka (Hügel), -san/zan/yama/mine (Berg) oder kami- (Ober-) aus. Bei einem Hauskauf unbedingt  Hazard Maps für die Gegend einsehen!

Man ist zudem gut beraten, sich im Voraus, sprich bei gutem Wetter, zu informieren, wo sich die nächstgelegene Evakuierungszone – meist eine öffentliche Schule – befindet.

2. Vermeiden direkter Gefahren

Direkte Gefahren durch Taifune kann man vermeiden, indem man

a) draussen stehende Dinge wie Pflanzen oder Fahrräder hereinstellt – oder irgendwie festmacht.

b) Rolladen, falls vorhanden, schliesst.

c) falls b) nicht vorhanden ist, Fenster mit starkem Klebeband abklebt (damit sie nicht splittern, falls sie von einem Gegenstand getroffen werden).

d) vorhandene Gardinen schliesst (siehe c), Splittergefahr).

Taifunvorbeugung: Fenster mit Klebeband abkleben.
Vor einem taifun sollten Fenster wegen der Splittergefahr mit Klebeband gesichert werden.

3. Vorsorgen für die Folgen

Taifune können massive Stromausfälle, aber auch die Versorgung mit Gas und Wasser gefährden. Man ist deshalb gut beraten,

a) einen kleinen Wasservorrat anzulegen, in Form von Trinkwasser, aber auch durch das randvolle Befüllen der Badewanne und sämtlichen Eimern.

b) einen Vorrat an Batterien oder kurbelbetriebenen Lampen, zumindest aber von Kerzen/Teelichtern, im Haus zu haben.

c) einen brauchbaren Vorrat an Trockennahrung anzulegen – eine gute Gelegenheit, die Erdbebenvorräte zu überprüfen und gegebenenfalls zu ersetzen.

d) Termine so zu legen, dass man zur Not auch ein bis zwei Tage ohne öffentliche Nahverkehrsmittel auskommt.

e) das Auto oder Motorrad, sofern vorhanden, noch mal vollzutanken und/oder aufzuladen.

Der beste Tipp von allen ist natürlich, einfach dem Taifun auszuweichen und irgendwo eine Auszeit von ein bis zwei Tagen zu nehmen. Und: Vor allem wenn man in einer auch nur etwas gefährdeten Gegend (in der Nähe von Flüssen oder auch noch so kleinen Berghängen) lebt, sollte man sich gut mit Nachrichten versorgen. NHK, aber auch private Sender, informieren meist durchgängig über den Stand der Dinge, z.T. mit Hinweisen auf englische Nachrichtenquellen.

Taifunvorbeugung: Notfall-Pack

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