NEWS | Spitzentreffen Japan, Russland: Entwurf für Zusammenarbeit

Hannah Janz

Nordkorea als Bedrohung: Russlands und Japans Außen- und Verteidigungsminister beraten über gemeinsame Sicherheitspolitik +++ Stärkere Zusammenarbeit wird angepeilt +++ Gespräche Vorbereitung auf Abe-Putin-Treffen im April

Am Montag trafen sich Japans und Russlands Außen- und Verteidigungsminister, um über eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder zu diskutieren. Japan wurde vertreten durch Kishida Fumio und Inada Tomomi, Russland durch Sergej Lawrow und Sergei Schoigu.

Die sogenannten Zwei-plus-Zwei-Gespräche bereiten ein Treffen zwischen Russlands Präsident Putin und Japans Premierminister Abe vor, das für Ende April angesetzt ist.

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Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Umgang mit Nordkorea und seinem wachsenenden Bedrohungspotenzial durch Raketen- und Atomprogramme. Russland und Japan berufen sich gleichermaßen auf die UN-Vorgaben und untersagen Nordkorea das Vorantreiben beider Progamme.

Zusammenarbeit Japan-Russland: Vorteile und Anliegen

Für Russland bedeutet eine verstärkte Zusammenarbeit mit Japan, sich vom Außenseiter-Status zu lösen, den das Land seit der Annexion der Krim-Halbinsel im Frühjahr 2014 international zugewiesen bekommt – beispielsweise durch den Ausschluss von den G8-Staaten oder auch durch Wirtschaftssanktionen.

Lawrow, russischer Außenminister, drückte nach den Gesprächen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz die Hoffnung aus, dass die Zwei-plus-Zwei-Gespräche ein geeignetes Mittel seien, um die japanisch-russischen Beziehungen in Zukunft freundlicher zu gestalten.

Auch Japans Außenminister Kishida lobte, dass die russisch-japanischen Beziehungen in den letzten Jahren so aktiv wie noch nie zuvor gewesen seien. Russlands eingeschränkte internationale Position bietet für Japan die Gelegenheit, sich als Partner anzubieten. Vorteile lägen für Japan in Russlands Einfluss auf die Volksrepublik China – nachwievor in vielerlei Hinsicht ein Unsicherheitsfaktor für die japanische Außen- und Sicherheitspolitik – sowie in der Beilegung historisch bedingter territorialer Dispute mit Russland.

Langfristiges Ziel der japanischen Regierung ist es, einen Friedensvertag mit Russland zu erreichen. Bereits im Dezember 2016 hatten Putin und Abe sich zu diesem Thema ausgetauscht, aber noch keine Einigung erzielen können (Japan Digest berichtete). Ende April steht das Thema wieder auf der Agenda.

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