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Premierminister Abe und Russlands Präsident Putin bei dem Treffen in Tōkyō ©Kreml

NEWS I Russlands Präsident Putin auf zweitägigem Japanbesuch

Zweitägiger Staatsbesuch von Russlands Präsident Putin in Japan +++ Treffen zwischen Japans Premier Abe und Putin in Abes Heimatstadt Nagato +++ Gespräche über Friedensvertrag Japan-Russland

Seit dem 15. Dezember 2016 finden in Japan Gespräche zwischen Japans Premierminister Abe Shinzō und Russlands Präsident Wladimir Putin unter anderem über einen Friedensvertrag zwischen Japan und Russland statt.

Am Donnerstag wurde Putin von Abe in dessen Heimatstadt Nagato 長門市 in der Präfektur Yamaguchi 山口県 in Empfang genommen. Es ist der erste Besuch Putins in Japan seit sieben Jahren. Abe drückte seine besondere Freude darüber aus, Putin seine Heimatstadt vorstellen zu dürfen und lud ihn zu einem “erfrischenden Bad im Onsen nach den ermüdenden Gesprächen” ein.

Der russische Präsident bedankte sich für den herzlichen Empfang und lobte Abe für seinen Einsatz für die russisch-japanischen Beziehungen, die sich seit Abes Amtsantritt deutlich verbessert hätten. In diesen bilateralen Beziehungen sähe Putin, wie Abe auch, den Schlüssel zur Lösung von Konflikten zwischen den Ländern.

Am 16. Dezember finden weitere Gespräche in Japans Hauptstadt Tōkyō statt, deren Ergebnisse im Laufe des Abends japanischer Zeit mit der Öffentlichkeit geteilt werden sollen.

Fehlende Kompromissbereitschaft?

Die Gespräche knüpfen an drei frühere Treffen zwischen Abe und Putin in diesem Jahr an und sollen eine Basis für gemeinsame wirtschaftliche Aktivitäten, unter anderem Fischerei und Tourismus, auf den territorial umstrittenen Kurilen-Inseln schaffen. Diese sollen als Grundlage zur Stärkung der Beziehungen zwischen Japan und Russland dienen und so in der Zukunft zur Lösung des Territorialkonflikts beitragen.

Die Problematik hierin läge an unterschiedlichen Vorstellungen der Zuständigkeitsbereiche beider Länder, so die japanischen Medien. Japans Premierminister versuche einen neuen Rahmen zu schaffen, der mit der Souveränität beider Länder vereinbar sei.

Der Berater des russischen Präsidenten Yuri Ushakov teilte der Presse mit, dass gemeinsame Aktivitäten Russlands und Japans unter Zuständigkeit des russichen Rechtssystems fallen würden, berichtet die Zeitung Japan Times.

Anfang dieser Woche teilte Putin bei einem Interview mit der Zeitung Yomiuri Shimbun und Nippon TV mit, dass Russland keinen territorialen Konflikt mit Japan habe und dass das Fortschreiten bilateraler Beziehungen von Japans Kompromissbereitschaft abhinge.

Während Japan lange Zeit eine Rückgabe aller vier Kurilen-Inseln als Ausgangspunkt für einen Friedensvertrag anstrebte, besteht Russland auf der Legitimität einer 1965 unterzeichneten bilateralen Deklaration, die lediglich die Rückgabe der Insel Shikotan 色丹島 der Inselgruppe Habomai 歯舞群島 vorsieht. Auf Verhandlungen über die zusätzliche Rückgabe von Etorofu 択捉島 und Kunashiri 国後島 würde Putin nicht eingehen, da diese außerhalb der Bestimmungen der Deklaration lägen, so die Yomiuri Shimbun.

Die Videoaufnahme zu dem Interview aus dem Kreml mit englischen Untertiteln.

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