Am 11. Januar 2017 fand ein Treffen zwischen Abgeordneten des japanischen Unterhauses (Shūgiin 衆議院) und Abgeordneten des Nationalen Volkskongresses der Volksrepublik China statt.
Das Treffen wurde im Rahmen des 45. Jubiläums der Normalisierung diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern in der “Großen Halle des Volkes” in Beijing abgehalten.
Annäherung der Regierungen
Besprochen wurden bei dem Treffen laut japanischen Medien die Grundeinstellungen beider Länder gegenüber historischen Themen, Konflikte im Ost- und Südchinesischen Meer sowie Möglichkeiten einer freundschaftlichen Zusammenarbeit der Parlamente.
Wie chinesische Medien berichten, habe der Vorsitzende des Nationalen Volkskongresses Zhang Dejiang an beide Länder appelliert, durch eine Reflexion der Vergangenheit die bilateralen Beziehungen auf einem gemeinsamen Weg in die Zukunft zu lenken. Die Förderung der japanisch-chinesischen Zusammenarbeit sei für beide Länder und deren Bevölkerung von Vorteil, so die Nachrichtenagentur der Regierung der VR China Xinhua.
Grundlage diplomatischer Beziehungen
Im September 1972 wurde das gemeinsame Kommuniqué zwischen den Regierungen Japans und der VR China von Tanaka Kakuei (Premierminister Japans 1972-1974) und Zhou Enlai (Ministerpräsident der VR China 1949-1976) sowie den jeweiligen Außenministern unterzeichnet.
Dieses Dokument markiert den offiziellen Beginn diplomatischer Beziehungen auf Basis von gemeinsamen Werten der Freundschaft, Nachbarschaft und des Friedens.
Angespannte Beziehungen und erneute Annäherung
In den letzten Jahren haben Territorialdispute, unter anderem um die Senkaku-Inseln (Senkaku shotō 尖閣諸島, auf chinesisch Diaoyu-tai) im Ostchinesischen Meer immer wieder für Spannungen zwischen Japan und der VR China gesorgt.
Auch politisch ungeklärte Konflikte zwischen den Ländern sorgen für Reibungen. 2013 erntete der japanische Premierminister Abe Shinzō wegen einem Besuch des umstrittenen Yasukuni-Schreins Kritik aus Beijing. In diesem Schrein wird gefallenen Militärangehörigen – einschließlich der nach dem Zweiten Weltkrieg als Kriegsverbrecher verurteilten Militärs – gedacht. Der Besuch des Schreins durch japanische Politiker ist immer wieder Kritikpunkt japanischer Nachbarländer, die von Japans aggressiver Außenpolitik vor 1945 betroffen waren.
Das erste Treffen Abes mit dem Staatspräsident der VR China Xi Jinping im November 2014 führte die diplomatischen Beziehungen wieder auf Annäherungskurs zurück.
Abe und Jinping einigten sich, die Territorialkonflikte zugunsten freundschaftlicher Beziehungen mit gemeinsamen Interessen zurückzustellen und diese in künftiger Zusammenarbeit auszubauen.
Das Spitzentreffen am 11. Januar 2017 bestätigte diesen Kurs.









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