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Das Kernkraftwerk Sendai in Satsumasendai, Kagoshima. © Kyūshū Denryoku via IAEA Imagebank / flickr

NEWS I Inbetriebnahme des Atomreaktors Sendai 1

Sina Arauner

Atomreaktor Sendai 1 geht wieder ans Netz +++ Bemühungen des Anti-AKW-Gouverneurs Mitazono bleiben fruchtlos +++ Proteste durch lokale Bevölkerung

Trotz Bemühungen des Präfektur-Gouverneurs von Kagoshima, Mitazono Satoshi 三反園訓, und Protesten der Bürger gegen den Neustart, wurde der Atomreaktor Sendai 1 planmäßig am 08. Dezember 2016 wieder hochgefahren.

Der Reaktor des Kernkraftwerks Sendai (Sendai genshiryoku hatsudensho 川内原子力発電所) war im Rahmen von regulären Sicherheitskontrollen im Oktober 2016 vom Netz genommen worden.

Ab Sonntag, den 11. Dezember, soll der Atomreaktor wieder Strom erzeugen. Die kommerzielle Nutzung ist ab dem 6. Januar 2017 eingeplant, wie japanische Medien berichten. Der Reaktor Sendai 2 soll ebenfalls für Kontrollmaßnahmen vom 16. Dezember 2016 bis 27. Februar 2017 vom Netz genommen werden.

Zu wenig Engagement des Gouverneurs?

Gouverneur Mitazonos Bemühungen, den Neustart abzuwenden, blieben erfolglos. Mitazono, der sich aufgrund seiner Anti-Atomkraft-Kampagne bei der Gouverneurs-Wahl im Juli 2016 durchsetzen konnte, muss sich nun der Kritik der Öffentlichkeit und seiner Wähler stellen.

Taira Yukio, Vorstand eines Arbeitnehmerverbands in Kagoshima und ehemaliger Kandidat in der Gouverneurswahl, wirft Mitazono vor, seine Antiatomkraft-Haltung im Wahlkampf lediglich zu Publicity-Zwecken genutzt zu haben, so die Asahi Shimbun.

Von seinen Wahlversprechen bezüglich des Atomkraftwerks Sendai habe sich Mitazono nach der Wahl entfernt. Auch Versuche, ein Treffen zwische Mitazono mit Taira und anderen Atomkraftgegnern zu organisieren, seien ignoriert worden.

Strukturelle Probleme

Mitazono begründet seinen Misserfolg mit den Beschränkungen seiner Amtsgewalt als Gouverneur. Er habe keine Rechtsmacht, die Inbetriebnahme des Reaktors Sendai 1 aufzuhalten, so Mitazono bei einer Präfekturalversammlung am 28. November 2016.

Bereits im August und September habe er den Kraftwerkbetreiber Kyūshū Denryoku (九州電力株式会社) gebeten, den Neustart zu stoppen. Letztendlich hätte er sich jedoch zur Einwilligung in die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks gezwungen gesehen.

Wie Mitazono der Presse am 08. Dezember mitteilte, plane er so bald wie möglich ein Expertenpanel zur Sicherheitskontrolle des Kraftwerks Sendai einzuberufen. Bereits Ende November wurde ein Budgetentwurf hierfür bei der Präfekturalversammlung eingereicht. Die Abstimmung über das Budget ist für den 16. Dezember geplant. Kyūshū Denryoku wird die Ergebnisse der Sicherheitskontrollen voraussichtlich im Januar 2017 bekanntgeben.

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