Japanisches Taxi
Japanisches Taxi ©Janz

Taxi

In ein Taxi zu steigen erfordert mehr Selbstüberwindung als bei anderen Verkehrsmitteln. Der direkte Kontakt zum Fahrer muss in einer fremden Sprache gemanaget werden! Zum Glück internationalisiert sich das japanische Taxi-Angebot zur Zeit.

Die japanische Taxifahrer sind berühmt für ihre weißen Handschuhe. Überhaupt sind japanische Taxis sehr gepflegt und mit Spitzendeckchen bestückt. Wie in vielen Großstädten gilt aber auch in den japanischen: Ob Sie einen Fahrer erwischt haben, der sich tatsächlich auskennt, wissen Sie erst, nachdem Sie am Ziel sind.

Japanische Besonderheiten

Beachten Sie beim Ein- und Aussteigen: Die Türen der meisten japanischen Taxis öffnen und schließen von selbst! Auch wird Ihnen der Taxifahrer helfen, das Gepäck im Kofferraum zu verstauen.

Halten Sie auf jeden Fall einen Zettel mit der Adresse bereit, zu der Sie möchten. In Japan besitzen nämlich nur große Straßen Eigennamen. Eine japanische Adresse sieht meistens so aus:

2 Chome-3-1 Nishi-Asakusa, Taito, Tokyo 
東京都台東区西浅草2丁目3番1号 

2 Chome 丁目 steht für den Stadtteilabschnitts 3 ban 番 für die Nummer des Häuserblocks und 1 dai 号 Nummer des Gebäudes. Da japanische Gebäude aber im Schnitt alle 30 Jahre neu gebaut werden, werden die Nummern der Gebäude nach Bau-Reihenfolge vergeben – ein großes Chaos, in dem sich kein Taxifahrer detailliert auskennen kann! Eventuell wird Ihr Fahrer also ein wenig herumkurven oder gar Passanten und Polizisten um Hilfe bitten – insofern er kein GPS benutzt.

Taxi JapanDie Fahrer sind sehr zuvorkommend - aber die Türen öffnen mittlerweile automatisch! (c)JNTO
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Und die Sprachbarriere?

Die zeigt sich in den Zahlen: 2015 nutzten nur 40% der ausländischen Touristen in Japan Taxi-Dienstleistungen.

Viele Taxis bieten mittlerweile den Service eines Point and Go-Zettels: Sie zeigen auf einen englischsprachigen Satz, der für den Fahrer in japanischer Übersetzung angegeben ist. Taxis mit diesem Service sind an den Seitenscheiben mit einem entsprechenden dunkelblauen Sticker gekennzeichnet.

Die Stadt Kyōto 京都 ließ zusätzlich 87 Fahrer fremdsprachlich ausbilden, um ab März 2016 den Service zu verbessern. Deren Standplätze vor dem Hauptbahnhof von Kyōto sind mit Foreign friendly-Schildern gekennzeichnet. Hat das Pilotprojekt Erfolg, soll es auch in anderen japanischen Städten eingeführt werden – die Aussicht auf Umsetzung ist gut, stehen in Tōkyō 2020 doch die Olympischen Spiele an. Japan Digest wird weiter berichten.

Mit dem Taxi in die Innenstadt

Vom Flughafen Haneda 羽田空港 aus wurde 2015 ein Taxi-Dienst eingerichtet, der Reisende zu einem Festbetrag an ihre Ziele innerhalb Tōkyōs bringt. Steigen Sie an den entsprechend gekennzeichneten Haltestellen einfach ins Taxi. Die Fahrzeuge der Firma „Tokyo Hire Taxis“ finden Sie sowohl am Taxistand vor dem Terminal für Inlandsflüge, als auch vor dem Terminal für internationale Flüge. Die Fahrtkosten rangieren je nach Zielort zwischen 5.600 Yen und 12.600 Yen.

Und noch eine letzte Information, bevor Sie einsteigen…

Sie sollten darauf achten, dass Ihr Taxi ein dunkes Nummernschild hat! Nur dann ist es offiziell als Taxi zugelassen. Betrüger-Taxis erkennen Sie daran, dass ihr Nummernschild weiß ist. Dann handelt es sich um ein privat angemeldetes Fahrzeug, das keine Taxi-Lizenz besitzt. Das ist in Japan zwar äußerst selten, kann aber durchaus vorkommen.

Gute Fahrt!

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