Origami Kaikan: Traditionelle Papierfaltkunst in Tōkyō

Sina Arauner
Sina Arauner

Origami, die traditionell japanische Papierfaltkunst, ist auf der ganzen Welt berühmt. Die intrikaten Motive selber zu falten ist aber gar nicht so leicht. Im Origami Kaikan in Tōkyō erfahren Sie mehr über Origami und können in Kursen selbst Hand anlegen.

Verschiedene Origami-Modelle
(c) Arauner

Origami wird in Japan seit der Einführung des Papiers aus China verwendet – ursprünglich allerdings nur für religiöse und zeremonielle Zwecke, denn damals war das Papier sehr teuer.

washiWashi: Beliebtes Japanpapier mit langer TraditionPapier ist ein wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur – es begegnet uns bei jahrhundertealten Kunstschätzen ebenso wie im täglichen Le...27.11.2017

Im Laufe der Zeit entwickelte sich das kunstvolle Falten von Papier jedoch zu einer beliebten Freizeitaktivität im ganzen Land und ist seither ein fester Bestandteil der japanischen Kultur.

Origami-Exponate in einem Schaukasten
(c) Arauner

Das Origami Kaikan in Tōkyō

Gegründet wurde das Origami Kaikan im 19. Jahrhundert von Kobayashi Kōsuke, der die Yushima no Kobayashi-Papierfabrik leitete. Im Zuge der Meiji-Restauration führte der damalige japanische Bildungsminister Mori Arinori neue Erziehungsrichtlinien ein. Diese orientierten sich unter anderem an den Prinzipien des deutschen Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel, der die Wichtigkeit der sogenannten “Spielgaben” für die Entwicklung von Kindern erkannte.

 

Als eine solche “Spielgabe” wurde nun Origami als Beschäftigung für Kinder in die Erziehungsreform aufgenommen. Von Mori erhielt Kobayashis Papierfabrik den Auftrag, von nun an die quadratischen Origami-Papiere zu produzieren. Auf diesem Auftrag basierend, wird im Gebäude des Origami Kaikans bis heute hauseigenes Papier hergestellt. Zusätzlich bietet die Einrichtung auf mehreren Stockwerken Raum für Ausstellungen, Origami-Kurse und den Verkauf von edlem Papier und gefalteter Kunst.

Gemaltes Bild von zwei Mädchen mit Origami
(c) Arauner

Was Sie im Origami Kaikan alles erleben

In der Lobby und im Verkaufsraum des Origami Kaikans werden sorgfältig gefaltete Exponate, Kunstwerke und edle Papiere zum Verkauf angeboten. Als Mitbringsel (oder auch zum selbst falten) sind besonders die Origami-Sets gut geeignet. Vielen dieser Sets ist übrigens auch eine englische Anleitung beigelegt.

Origami-Papierdrache und-bär
(c) Arauner

Wer direkt vor Ort Hand anlegen möchte, ist bei den angebotenen Workshops gut aufgehoben. Jeden Monat werden Workshops zu verschiedenen Themen rund um die Papierkunst sowie Origami-Klassen angeboten. Eine Übersicht über das verfügbare Angebot finden Sie für drei Monate im Voraus hier (auf Japanisch).

Die Lobby des Origami Kaikan in Tokyo
(c) Arauner

In der Galerie werden Wechselausstellungen rund um Origami und die Papierfaltkunst gezeigt. Besonders imposant sind die dreidimensionalen Exponate wie Puppen und kunstvoll gefaltete Blumen-Bouquets. Nicht nur die Papierkunstwerke an sich, auch Bilder und Schaukästen zeigen die Vielfalt, die hinter Origami steckt. Die Galerie ist innerhalb der Öffnungszeiten frei zu besichtigen.

Papierfiguren im Ausstellungsraum des Origami Kaikans
Papierdämonen der Künstlerin Kagami Kazue im Austellungsraum des Origami Kaikans. (c) Arauner
Origami-Faltanleitung für einen Vogel
(c) Arauner

Origami Kaikan

Öffnungszeiten: Mo – Sa 09:30-18:00 Uhr (Galerie: 10:00-17:30 Uhr)
Sonn- und feiertags Ruhetag, außerdem jährlich zur Sommer- und Winterpause geschlossen
Adresse: 1-7-14 Yushima, Bunkyō-ku, Tōkyō
5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Ochanomizu entfernt
Eintritt frei (Kursgebühren ab 1.000 Yen)
https://www.origamikaikan.co.jp/

Blick ins Schaufenster des Origami Kaikans
(c) Arauner
Die Außenfassade des Origami Kaikans
(c) Arauner

Kommentare

Diese Woche meistgelesen

Top Stories

Autoren gesucht

Lesen Sie hier, wie Sie Teil unseres Teams werden!