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Herzerwärmend: Suppencurry in Sapporo

Leonard Brinkmann
Leonard Brinkmann

Neben dem indischen ist auch das japanische Curry ein beliebter Bestandteil der japanischen Küche. Im Norden Japans hat sich eine dritte, landesweit bekannte Form entwickelt: das Suppencurry. Erfahren Sie hier mehr von Sapporos Trendgericht.

suppencurry
© Stadt Sapporo

Schmeckt Suppencurry auch zu jeder Jahreszeit großartig, so denke ich, dass gerade im Winter … achso, Sie haben noch gar nicht von Suppencurry gehört?! Dann geht es Ihnen wie vielen anderen. Allein das Wort Suppencurry wirkt vielleicht schon befremdlich. Zieht man etwa das japanisch-deutsche Online-Wörterbuch Wadoku zu Rate, so findet sich unter sūpukarē スープカレー die Übersetzung „suppenartiges Curry“. Dass diese Übersetzung noch recht unbeholfen klingt, verweist bereits darauf, dass das Gericht selbst noch nicht so lange in aller Munde ist. Es gehört nun zu den absoluten Trend-Gerichten hier in Sapporo und Hokkaidō und wird sich vermutlich bald in ganz Japan ausbreiten.

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Dabei hat Suppencurry noch eine recht junge Geschichte. Erste Kreationen von Suppencurry, die heute als solche anerkannt werden, waren 1971 im Zentrum Sapporos erhältlich. Doch erst 1993 wurde dem Gericht der Name sūpukarē vonseiten eines Lokals im Viertel Shiroishi verliehen. Mit dem darauf einsetzenden Boom wurden bereits 2002 im Stadtinneren über 200 solcher Restaurants gezählt und Suppencurry erlangte landesweite Bekanntheit als eine Spezialität von Sapporo. Mit einer stattlichen Anzahl an Variationen von verwendeten Zutaten und Suppen spricht Suppencurry, wie ich es der Einfachheit halber nenne, eine Vielzahl an Geschmäckern an. In Japan gibt es indes bereits japanisches indisches Curry, die auch wunderbar schmecken und Grundlage einer Vielzahl von Speisen sind.

Diese repräsentieren in der Regel das Bild der in Japan üblichen Geschmacksrichtungen. Hier würde ich jedoch oben beschriebenes Suppencurry als ein Gericht bezeichnen, das eine dritte und eigenständige Curry-Variante darstellt, da es mit einem ganz eigenen Geschmack aufwarten kann. In letzter Zeit sind übrigens auch die Zutaten für die Curry-Suppe im Supermarkt erhältlich – zumindest im Norden, denn im Rest Japans wird man (noch) schwer fündig. Warum also nicht selbst einmal kochen?

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Mit ein bisschen Übung schmeckt es wie im Restaurant! © Stadt Sapporo

Denkt man an die hohe Lebenserwartung in Japan und die teils beeindruckende Fitness auch unter den älteren Menschen im internationalen Vergleich, wird dies oft auf die gesunde Ernährung der Japaner zurückgeführt. Nun gibt es natürlich nach wie vor die traditionelle japanische Küche, doch auch Fast-Food und westliche Gerichte haben in Japan Einzug gehalten. Ungeachtet der großen kulinarischen Bandbreite, gibt es eines, was vielleicht überrascht: die geringe Zahl an fleisch- bwz. fischlosen Gerichten sowie die relativ spärliche Verwendung von Gemüse. Zwar ist Suppencurry nun nicht gerade ein kalorienarmes Gericht, doch hier eine Information, die Gemüseliebhaber unter den Lesern freuen dürfte: In den meisten Suppencurry-Lokalen werden auch köstliche vegetarische Varianten angeboten, die große Mengen von Gemüse verwenden.

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Wenn Sie also z. B. zu denjenigen gehören, die schon bei der Ankunft in einer japanischen Stadt nervös auf dem Smartphone ein „vegetarisches Restaurant“ bzw. ein Restaurant mit fleisch- und fischlosen Gerichten suchen, können Sie in Sapporo erleichtert aufatmen. Suppencurry ist der Renner und damit immer in erreichbarer Nähe. Im Fall der Fälle macht es auch nichts aus, an mehreren Tagen hintereinander Suppencurry zu essen. Einfach die Schärfe ein wenig anpassen, eine andere Suppenbasis (z. B. Kokosnuss, meine persönliche Empfehlung) oder aus einer Palette von Toppings wählen, um sich ein Suppencurry ganz nach eigenen Wünschen zubereiten zu lassen. Wenn Sie Gefallen an Suppencurry finden, können Sie im Suppenmarkt noch Zutaten für die Suppe kaufen und als Reisemitbringsel ihren Freunden und Verwandten mitbringen.

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Kartoffeln, Möhren, Brokkoli, Auberginen und dergleichen lassen sich schließlich später noch frisch in der Heimat kaufen. Inwieweit Sie sich in Ihrer Freizeit der Popularisierung dieses neuartigen Gerichts widmen ist freilich Ihnen überlassen. Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass es Menschen gibt, deren Geschmack Suppencurry nicht trifft; ich persönlich habe bisher noch keinen getroffen. Aber ich möchte Sie wirklich herzlich dazu einladen, bei Ihrer nächsten Japanreise einen Abstecher nach Sapporo zu machen und sich, gerade in kalten Zeiten, von herzerwärmendem Suppencurry verwöhnen zu lassen.

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