Attraktion Lokalzug: mit der Bahn durch Stadt und Land | Toden-Arakawa-Linie

SAKURASAKU LIFE
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Guide und Zugliebhaber Horiki Kunio nimmt Sie mit auf eine herbstliche Reise entlang der Toden-Arakawa-Linie von Minowabashi und Waseda und zeigt Ihnen die weltweit bekannte Downtown Tōkyōs aus einem bisher vielleicht unbetrachteten Blickwinkel.

toden arakawa tram

Das öffentliche Transportwesen erleichtert uns den Alltag. Obwohl es in Japan zahlreiche Fortbewegungsmöglichkeiten gibt, sei es nun durch ein Flugzeug, Schiff oder Auto – keines ist wohl so berühmt wie das Eisenbahnnetzwerk, welches sich durch das ganze Land zieht. Allein das weltbekannte Personenverkehrsnetz von JR bietet über 100 Strecken. Neben den nationalen Anschlüssen wie jene der JR, verbinden auch lokale und private Anbieter alle Regionen Japans. Nicht nur die Züge als Transportmittel an sich, sondern auch der individuelle Reichtum an historischen Gebäuden und die durchfahrene Landschaft entlang der Linien machen den Charme der Lokalzüge aus.

Die Toden-Arakawa-Linie

Genießen Sie den Ausblick aus dem Bahnfenster, während der Lokalzug die örtlichen Stadtteile auf gemächliche Weise durchfährt oder erkunden Sie bei Spaziergängen das Umfeld der Haltestellen. Vor allem im Herbst sind die urbanen Hügellandschaften, Felder und Meeresküsten der Shitamachi besonders zauberhaft. Die diese Szenerien ausfüllenden, herbstlaubtragenden Bäume vermögen es mit ihrer vergänglichen Schönheit, schier jeden Augenblick zu veredeln. Auch die Außenansicht der Tram vor diesen wunderbar herbstlichen Kulissen kann so ein spezielles Highlight der Tour darstellen.

Herbstlaub zwischen Minowabashi und Waseda

Haltestelle Gakushūin

Die Haltestelle Gakushūin, welche an der die Bezirke der Shitamachi verbindenden Hauptstraße Meiji-dōri liegt, ist im Herbst gesäumt von in sattem Gold gefärbten Ginkgobäumen. Diese komplementieren zu dieser Jahreszeit insbesondere die in erdigen Farben gehaltenen Trams der Strecke und zaubern so, scheinbar ohne jede Mühe, pittoreske Motive.

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toden arakawa tram

Die Kanda-Flusstour

Nehmen Sie die Shitamachi Tōkyōs mit einer Bootstour auf dem Fluss Kanda aus einer ganz neuen Perspektive wahr. Die vielen geschichtsträchtigen und wunderschönen Bogenbrücken der Stadt unterquerend, führt die Reise durch Tōkyōs Außenbezirke, deren Hochhäuser und Vegetation besonders im warmen Licht des zur Neige gehenden Tages in vollem Glanz erstrahlen.

toden arakawa tram

Ausflüge zwischen Minowabashi und Waseda

Arakawa-yūen – der Vergnügungspark mit Retro-Feeling

Der von der Bezirksverwaltung Arakawas geleitete Vergnügungspark Arakawa-yūen ist eine häufig weiterempfohlene Sehenswürdigkeit, welche u.a. durch ihren günstigen Preis besticht. Hier kann man ob der altmodisch gehaltenen Attraktionen und Fahrgeschäfte, die auch einen idealen Hintergrund für Fotos bieten, eine wunderschön nostalgische Atmosphäre genießen.

toden arakawa tram

Onsen zwischen Minowabashi und Waseda

Entlang der Toden-Arakawa-Linie warten Ihnen zahlreiche heiße Quellen und Badehäuser auf, die Sie zum entspannenden Bad einladen und Körper und Herz erwärmen.

Haltestelle Odai

Nahe der Haltestelle Odai befindet sich das Badehaus „Ume no Yu“. Trotz der kürzlich erfolgten Renovierung, behält das Bad seinen vergangenheitsverliebten Charme der Shōwa-Ära. Im dem an das Badehaus angeschlossenen Izakaya kann man sich nach der erfrischenden Läuterung stärken und das dort heiß begehrte yakitori genießen. Die Einrichtung ist von der Haltestelle aus fußläufig in etwa sieben Minuten zu erreichen.

ume no yu onsen

Essen zwischen Minowabashi und Waseda

Nach all den mannigfaltigen Aktivitäten, die Sie entlang der Toden-Arakawa-Line erleben können, ist es nicht verwundernd, dass sich Ihr Magen irgendwann im Stich gelassen fühlt und sich durch Hunger Ihre Aufmerksamkeit erhascht. Ob Sie nur einen kleinen Happen essen wollen oder gleich ein umfangreiches Mahl, entlang der Bahnstationen werden Sie rundum versorgt.

Haltestelle Kajiwara

Zwei Gehminuten von der Haltestelle Kajiwara entfernt, kann man im Süßwarenladen „Kashō Meibi“ die sogenannten todenmonaka erwerben. Hinter diesem Namen versteckt sich eine mit der süßen roten Bohnenpaste anko gefüllte Waffel, welche als Miniatur in der Form der Toden-Trams gebacken wurde. Neben dieser sehr beliebten Süßigkeit, stellt die Manufaktur weitere traditionelle Süßwaren her, die regionale Themen aufgreifen und sich von diesen inspirieren lassen.

Toden monaka gebäck

Haltestelle Machiya

Steigt man an der Haltestelle Machiya aus, kann man innerhalb weniger Meter die „Torattoria Toramu Rokare“ auffinden. In dem stylishen Restaurant kann man authentisch italienische Mahlzeiten und Weine inmitten Tōkyōs genießen und im Sommer auf der bereitgestellten Terrasse das Treiben rund um die Bahnlinie beobachten.

Außerhalb der hier vorgestellten Geschäfte bietet Tōkyō – als eine der kulinarischen Hauptstädte dieser Welt – ein schier unerschöpfliches Angebot an einzigartigen Speisen und Läden für jeden Geschmack. Dies ist auch entlang der Toden-Arakawa-Linie nicht anders. Genießen Sie also auf einer entspannten Tramreise sowohl den Ausblick auf die Shitamachi mit ihrer unvergleichlichen Atmosphäre als auch die jahreszeitlichen Köstlichkeiten und Attraktionen, welche die Bahnreise zu einem unvergesslichen Erlebnis machen können.

Die Toden-Arakawa-Linie wurde Ihnen präsentiert von:

Horikiri Kunio. Seitdem er denken kann, begeisterte ihn der in seinem Heimatort verkehrende Hankyū-Zug besonders. Weil er heute nahe des Toden-Streckennetzes wohnt, pendelt er jeden Tag mit der Toden (Tōkyōter Straßenbahn) bis zum Bahnhof Ōtsuka. Auf der Arakawa-Linie, welche sich mitten durch das Herz des Bezirks Arakawas schlängelt, kann man hautnah den einzigartigen Shitamachi-Charakter des Tōkyōter Altstadtviertels erleben.

Horikiri Kunio Toden Linie

Dieser Artikel erschien zuerst im japanischen Printmagazin Sakurasaku und wurde für die Veröffentlichung auf JAPANDIGEST übersetzt und nachbearbeitet.

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