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Jindaiji – Tōkyōs zweitältester Tempel

Diana Casanova
Diana Casanova

Wer Tokyos ältesten Tempel, den Sensōji in Asakusa, schon besichtigt hat, kann doch als nächsten den zweitältesten besuchen, nicht wahr? Der Jindaiji-Tempel ist ein verstecktes Juwel der Präfektur, das mit einer reichen Geschichten und leckeren Soba-Nudeln aufwartet.

Der Jindaiji-Tempel in Chōfu, Tōkyō.
Der Jindaiji-Tempel in Chōfu, Tōkyō. zur Kirschblütenzeit.

Wer auf der Suche nach den versteckten Juwelen Tōkyōs ist, sollte sich nach Chōfu begeben. Die Stadt mit ca. 240.000 Einwohnern liegt im Westen der Präfektur Tōkyō und ist, zugegeben, im Vergleich zum schillernden Nachbarn, der Hauptstadt Tōkyō, nicht besonders aufsehenerregend. Doch dafür warten besondere Sehenswürdigkeiten, die es sich lohnt zu besuchen! 

In der Bevölkerung ist Chōfu besonders bekannt durch den Manga GeGeGe no Kitarō, dessen Erfinder Mizuki Shigeru (1922-2015) fast sein ganzes Leben dort verbracht hat. Mit dem Jindai Botanical Garden können Reisende sich zudem an einem von Japans schönsten Botanischen Gärten erfreuen, wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit Chōfus. Doch in diesem Artikel widmen wir uns einem besonderen Tempel, der leider oft im Schatten seines großen Bruders, dem Sensōji-Tempel in Asakusa, steht.

Tōkyōs zweitältester Tempel

Der buddhistische Tempel Jindaiji wurde 733 erbaut und ist nach dem Sensōji Tōkyōs zweitältester Tempel. Er gehört auch zu den schönsten Tempeln der Präfektur. Viele Touristen verirren sich hier jedoch nicht, sodass die Möglichkeit eines entspannten Spazierganges durch das Viertel ein reizender Pluspunkt ist. 

Durch das über 300 Jahre alte Haupttor hindurch ist eine von Jindaijis Attraktionen die große Bronzeglocke. Diese stammt allerdings aus dem Jahr 2001 – die alte, gegossen im Jahre 1376, genießt ihren Ruhestand in der Shaka-Halle (Halle des Buddha) und wurde sogar zum “Wichtigen Kulturgut” ernannt. Auch die Haupthalle ist leider kein Original mehr: 1919 wurde sie komplett neu gebaut, nachdem die Folgen verheerender Brände in den Jahren 1646 und 1865 ihren Tribut forderten. Der Jindaiji-Tempel beherbergt weiterhin eine Statue des Amitabha Tathagata – die älteste buddhistische Statue Ostjapans und Tōkyōs einziger “Nationalschatz”.

Rituale und Märkte

Besucherinnen und Besucher sollten den Jindaiji am besten vormittags besichtigen: Jeden Tag um 11 Uhr (sowie um 14 Uhr an Wochentagen  und um 13 und 14 Uhr an Wochenenden) findet das heilige Goma-Feuer-Ritual statt. Goma kommt aus dem Sanskrit und bedeutet “Opfergaben ins Feuer werfen”. In diesem Ritual wird die “Wurzel des menschlichen Leids” in Form von Holzscheiten verbrannt, während man für die Erfüllung seiner Wünsche betet. Das Feuer symbolisiert die Weisheit Buddhas, der Holzscheit die menschlichen Begierden. Als Andenken an dieses Ritual erhält man ein Holzamulett (genannt ofuda) mit Namen und Gebet, welches den Geist des Herzens widerspiegeln soll. 

Ein weiterer guter Zeitpunkt, um den Jindaiji zu besuchen, ist Anfang März, wenn der Daruma-Markt stattfindet. Einer der größten Märkte seiner Art, werden dort an über 300 Ständen knallrote Daruma-Figuren angeboten, durch die sich die Menschen die Erfüllung ihrer Wünsche erhoffen. Darüber hinaus können Besucher ihre eigenen alten Figuren mitbringen und spezielle Schriftzeichen in die Augen eintragen lassen.

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Soba-Geschäfte nahe des Jindaiji-Tempels.
Soba-Geschäfte nahe des Jindaiji-Tempels.

Zahlreiche Soba-Restaurants

Neben dem Jindaiji-Tempel sollte man sich einen Besuch in einem der zahlreichen traditionellen Soba-Nudelrestaurants nicht entgehen lassen. Während der Edo-Zeit (1603-1868) wurde in der Gegend um den Tempel Buchweizen angebaut – die Hauptzutat der Soba-Nudeln. Das reine Quellwasser machte die Nudeln besonders schmackhaft, weshalb sie unter den Einheimischen sehr beliebt sind. Auch heute noch werden die Nudeln noch per Hand hergestellt und manchmal kann man die Köche bei ihrem Handwerk durch die Schaufenster beobachten. Viele Gebäude der Gegend, zusammen mit ihren kleinen Gassen, haben ihren historischen Charme der Edo-Zeit beibehalten, sodass sich ein Besuch wie eine kleine Zeitreise anfühlt. 

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Anreise

Den Jindaiji-Tempel erreicht man von Shinjuku mit der Keio-Linie und fährt damit bis zur Station Chōfu (ca. 15 Minuten). Von dort geht es weiter mit dem Bus Cho 34 bis zur Haltestelle Jindaiji (ca. 15 Minuten). Alternativ erreicht man den Tempel von Chōfu aus zu Fuß in 25-30 Minuten. 

Website: https://www.jindaiji.or.jp/en/

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