Das Geheimnis von Yakult: Kleine Bakterien ganz groß PR

Sina Arauner
Sina Arauner

Die Marke Yakult ist weltweit bekannt, sie ist in 39 Ländern verfügbar. Den Erfolg von Yakult machen unter anderem die Mikrobakterien "Lactobacillus casei Shirota" aus. JAPANDIGEST war zu Besuch in der europäischen Produktionsstätte in Almere.

Yakult-Fläschchen auf einem Lieferband in der Fabrik

Seit seiner Gründung 1935 durch Dr. Minoru Shirota hat sich Yakult zu einer global bekannten Marke entwickelt. Das Getränk ist heute weltweit in 39 Ländern verfügbar und liefert die einzigartigen Milchsäurebakterien Lactobacillus casei Shirota (LcS). JAPANDIGEST hat die europäische Yakult-Produktionsstätte in Almere (NL) besucht und ist dem Erfolgsgeheimnis von Yakult ein Stückchen näher gekommen.


Was hat es mit LcS auf sich?
Dr. Minoru Shirota selektierte und kultivierte mit Lactobacillus casei Shirota einen Milchsäurebakterienstamm, der besonders widerstandsfähig gegenüber Magen- und Gallensäuren ist. Seine Mission war es, allen Menschen LcS zugänglich zu machen. Jedes der Yakult-Fläschchen enthält mindestens 6,5 Milliarden dieser Shirota-Bakterien.


Schwarzweiß-Foto von Minoru Shirota, der durch ein Mikroskop blickt

Wie kommen die LcS-Bakterien in die Flasche?

Alles beginnt im Yakult-Forschungsinstitut in Tokio, denn dort wird LcS kultiviert. Regelmäßig erhält das Labor in Almere eine neue Lieferung mit konzentrierten LcS-Bakterien. Diese werden unter strengen Kontrollen im sogenannten „Kreißsaal“ kultiviert.

Im nächsten Schritt werden die Bakterien gemeinsam mit sterilisiertem und in Wasser aufgelöstem Milchpulver sowie Zucker etwa eine Woche lang bei Körpertemperatur fermentiert. Dabei wird der Milchzucker in Milchsäure umgewandelt und die LcS vermehren sich weiter. Seine typische Farbe erhält Yakult durch die chemische Reaktion von Milch und Zucker unter Hitzezufuhr. Das Ergebnis ist ein hochkonzentriertes, leicht säuerlich schmeckendes Produkt.

Fermantationstank in der yakult-fabrik

Die fermentierte Lösung wird nun homogenisiert. Es entsteht eine flüssige Substanz. Für den Geschmack bzw. den finalen Trinkgenuss wird sie mit sterilisiertem Wasser im Verhältnis von etwa 1:1 sowie u.a. mit einem Zitrusaroma vermischt. Pro Tank entstehen so 48.000 Liter Yakult – ausreichend für 720.000 Fläschchen.

Zu guter Letzt werden die Fläschchen befüllt (45.000 Stück pro Stunde), etikettiert und mit Aluminiumdeckeln verschlossen. Die Flaschen werden verpackt und in 13 europäische Länder verschickt. Übrigens wird Yakult, je nach Land, in unterschiedlichen Packungen verkauft – aber das ist eine andere Geschichte.

Für jeden Geschmack etwas dabei

Hier in Deutschland sind diese drei in Almere produzierten Varianten erhältlich, allesamt im 6er-Karton. Probieren Sie doch einfach selbst
und erfreuen sich am einzigartigen, frischen Geschmack von Yakult!

6er Karton Yakult PlusYAKULT ORIGINAL
ist die seit über 80 Jahren bewährte Originalrezeptur.
6er Karton Yakult LightYAKULT LIGHT
erfreut mit weniger Zucker und weniger Kalorien*.
6er Karton Yakult PlusYAKULT PLUS
punktet mit einem Plus an Vitamin C, Ballaststoffen und weniger Zucker**.
* 37% weniger Kalorien und 67% weniger Zucker als Yakult Original. ** 69% weniger Zucker als Yakult Original.

Mit Experten im Gespräch: Was macht Yakult so besonders?

Während der Besichtigung wurden viele unserer Fragen beantwortet. Das Gespräch mit den Experten Herrn Hiroki Shōta (Produktion, Recherche & Entwicklung) und Frau Shirwani van Amstel (Corporate Communications Specialist) war sehr aufschlussreich und beeindruckend.

Shōta ist LcS-Experte und teilt sein Wissen mit uns: „Die Qualität der Bakterien wird mit ganz Yakult-spezifischen Methoden am Forschungsinstitut in Tokio überprüft.

Foto von Hiroki Shōta, der durch ein Mikroskop blickt

Die Lieferung, die wir aus Japan erhalten, können wir ein paar Jahre lang verwenden. Doch um zu gewährleisten, dass die LcS-Konzentration pro Fläschchen stets auf dem Yakult-Niveau bleibt, bekommen wir immer wieder Nachschub. Nicht jede Lieferung der Bakterien verhält sich gleich. Manchmal vermehren sie sich schneller, manchmal langsamer. Das Alter der Bakterien, das Nährmedium, die Qualität des Milchpulvers sowie die Außentemperatur spielen dabei eine Rolle.“ Damit wäre also schon mal geklärt, wie Yakult so große Mengen an LcS in die Fläschchen bekommt.

Aber es gibt noch eine weitere Sache, die das Produkt besonders macht, wie van Amstel erklärt: „Der heutige Produktionsprozess basiert noch immer auf demselben wie damals zu Dr. Shirotas Zeiten. Und hierin liegt auch wieder die Einzigartigkeit von Yakult. Lactobacillus casei Shirota machen das Produkt, das wir als Yakult kennen, aus. Die Herstellung beginnt mit der Fermentation des im Wasser aufgelösten Milchpulvers. Die LcS-Bakterien werden nicht dem fertigen Produkt hinzugefügt, sondern vermehren sich auf natürliche Weise während des Fermentationsprozesses. Sie machen Yakult zu dem, was es ist.

Beitrag zu einer gesünderen Gesellschaft: Yakult damals und heute

Schon von Anfang an hat sich Dr. Shirota dafür eingesetzt, mit Yakult seinen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. So führt Yakult 1963 die Hauszustellung durch die sogenannten Yakult Ladies ein. Diese liefern regelmäßig die Yakult-Fläschchen aus und bauen so soziale Kontakte mit den Kunden auf.

Fahrrad einer Yakult-Lady vor dem Foto einer solchen
Yakult Ladies liefern nicht nur Yakult, sondern auch menschliche Nähe.

Auch heute engagiert sich das Unternehmen in zahlreichen Projekten für eine gesündere Gesellschaft. Die Yakult Europa-Zentrale sponsert seit 1994 das Niederländische Philharmonie-Orchester. Denn wie van Amstel uns im Gespräch verrät, war Dr. Shirota der Meinung, klassische Musik trage zu geistiger Entspannung bei. Außerdem unterstützt die Europa-Zentrale Micropia, den weltweit einzigartigen Mikroben-Zoo. Das Museum in Amsterdam informiert über die Welt der Mikroorganismen. Seit 2011 sind Yakult Deutschland und der Olympiastützpunkt Bayern Partner. Jeden Tag verlassen sich die Sportler dort auf Yakult. In diesen und zahlreichen anderen Projekten weltweit fördert Yakult mit Forschung und Philanthropie das Wohl der Gesellschaft. So erhält das Unternehmen die Philosophie Dr. Shirotas am Leben: „Working on a healthy society – vielfältiges Engagement für eine gesündere Gesellschaft“.

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