doraemon
Japans Lieblings-Charakter Doraemon. (c) eerkmans / flickr CC BY-ND 2.0

Doraemon: Roboter-Katze aus der Zukunft

Sina Arauner

Pikachu und Hello Kitty kennt in Deutschland jeder. Aber wissen Sie, welcher Charakter in Japan der beliebteste ist? Der blaue, katzenartige Roboter Doraemon. Dass dieser in Deutschland eher unbekannt ist überrascht in Japan immer wieder. JAPANDIGEST präsentiert: Doraemon!

Wer kommt aus der Zukunft und hilft wo er kann? Doraemon! Bei dem Charakter aus der gleichnamigen Manga- und Animeserie handelt es sich um einen Roboter aus der Zukunft, der dem etwas faulen und ungeschickten Viertklässler Nobita hilft, dessen Leben zu meistern. Doraemon erfreut sich in Japan immenser Beliebtheit, weshalb es für viele Japaner erstaunlich ist, dass Doraemon im Ausland eher unbekannt ist.

doraemonMit seinen praktischen Hilfsmitteln hilft Doraemon, wo er kann. (c) MIKI Yoshihito / flickr CC BY 2.0

Wer und was ist Doraemon?

Er ist 129,3 cm groß, wiegt 129,3 kg, kann 129,3 km/h schnell laufen und 129,3 m hoch in die Luft springen: Der blaue Roboter Doraemon, der aussieht wie eine Katze, wurde am 03.09.2112 von der Matsushiba Roboter Fabrik gebaut. Am Bauch hat er einen vierdimensionalen Beutel, in dem er allerlei nützliche Gadgets mit sich herum trägt. So etwa eine dokodemo doa どこでもドア, also eine Tür, die überall hin führt. Er wurde aus dem 22. Jahrhundert von einem Jungen namens Nobi Sewashi in die Vergangenheit geschickt, wo er Sewashis Ur-Ur-Großvater Nobi Nobita, der in dieser Zeit noch ein Viertklässler ist, aus der Klemme helfen soll.

doraemonDoraemon sieht aus wie eine Katze - bloß ohne Ohren. (c) othree / flickr CC BY 2.0

Ursprünglich war Doraemon gelb und hatte Katzenohren. Doch diese wurden ihm von Roboter-Ratten abgeknabbert. Traurig und schockiert über den Verlust seiner Ohren – auch wenn diese nur dekorative Zwecke hatten – wurde Doraemon ganz blau. Auch seine Stimme wurde tiefer und rauer. Diese Veränderungen bleiben Doraemon bis heute erhalten.

[Video] Ausschnitt aus dem Film “2112: Die Geburt von Doraemon” (Japanisch mit englischen Untertiteln)

doraemonUrsprünglich war Doraemon gelb - bis zu einem Vorfall mit Roboter-Ratten... (c) Cheon Fong Liew / flickr CC BY-SA 2.0

Warum ist Doraemon so beliebt?

Die Serie handelt vom Alltag und den Problemen Nobitas. Er benötigt vermeintlich die Hilfe von Doraemon und dessen Gadgets zur Lösung seiner Probleme – doch oftmals ist die leichteste Lösung – durch Hilfsmittel – nicht unbedingt die beste. Die Probleme, die sich Nobita selbst macht, muss er aus eigener Kraft überwinden. So endet jede Episode auf eine lehrreiche Weise. Gerade Kinder beeinflusst dieser Aufbau positiv: Sei es mit Freunden, Klassenkameraden oder mit der Familie – für die Lösung von Problemen braucht man nicht unbedingt fantastische Erfindungen.

doraemonDoraemon und seine Freunde. (c) othree / flickr CC BY 2.0

Doch auch Erwachsene lieben Doraemon. Die Serie gibt es immerhin schon seit Mitte der 70er Jahre und hat einige Langzeitfans gewonnen. Kein Wunder also, dass der Autohersteller Toyota mit einer Serie an Werbeclips den Nagel auf den Kopf getroffen hat: Protagonist Nobita ist erwachsen und braucht ein Auto, um seine Herzensdame Shizuka auszuführen. Auftritt Jean Reno als Doraemon: “Ich darf dir kein Auto geben, du hast keinen Führerschein.”

[Video] Zusammenschnitt der Werbeclips mit Jean Reno.

Doraemon im Alltag

Auch wer Doraemon nicht kennt, dem begegnet die blaue Roboter-Katze im japanischen Alltag oft. Doraemon auf Zügen und Autos, als Motiv auf Alltags- und Haushaltsgegenständen und natürlich jede Menge Doraemon-Merchandise.

doraemonAuch im Alltag ist Doraemon nicht zu übresehen - wie auf diesem Zug. (c) nambon / flickr CC BY 2.0doraemonDoraemon Merchandise (c) chinnian / flickr CC BY-SA 2.0

Am Flughafen Neu-Chitose in Sapporo gibt es den sogenannten Doraemon Waku Waku Sky Park, ein Unterhaltungs- und Shopping-Areal, das ganz dem Charakter gewidmet ist. Immer wieder finden auch Ausstellungen zu Doraemon und seiner Welt statt so auch im Mori Art Museum in Tōkyō von November 2017 bis Januar 2018.

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