Amano IAEA
Amano Yukiya leitet die IAEA seit 2009. (c) Veysel Kuecuektas / IAEA / Flickr

NEWS | Wahl zum IAEA-Chef: Japaner Amano kandidiert

Amano Yukiya einziger Kandidat +++ Wahl zum Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation im März +++ Amano beruft sich bei atomarer Abrüstung auf Hiroshima und Nagasaki

Der Japaner Amano Yukiya 天野之弥 ist der einzige Kandidat für die Position des Generaldirektors der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA, International Atomic Energy Agency). Die Frist zur Aufstellung war am Samstag, den 31. Dezember 2016, abgelaufen. Die Wahl durch den IAEA-Gouverneursrat wird im März stattfinden, das Ergebnis muss im September durch die Hauptversammlung bestätigt werden.

Der 69-jährige Japaner Amano ist seit Dezember 2009 mit der Leitung der IAEA betraut. Damals setzte er sich mit 23 zu 11 Stimmen im Gouverneursrat bei einer Enthaltung gegen den Südafrikaner Abdul Minty durch. 213 wurde er im Amt bestätigt. Ohne Gegenkandidaten ist Amanos Wiederwahl zum Generaldirektor der IAEA für weitere vier Jahre gesetzt.

Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA mit Hauptsitz in Wien ist den Vereinten Nationen zugordnet. Die Organisation überwacht den Einsatz radioaktiver Stoffe zu friedlichen Zwecken, wie beispielsweise in der Atomenergie, und soll als Safeguard deren militärische Nutzung verhindern.

 

Amano IAEAAmano gilt als Experte in Rüstungsfragen und vertrat Japan in diesen Belangen bei der UN, bevor er zur IAEA wechselte. (c) IAEA

Wie eine Quelle aus Diplomatenkreisen der Japan Times berichtete, gab es auch intern keine Einwände gegen die Kandidatur. Amano gilt als moderat, wurde aber von US-kritischen Stimmen insbesondere in seiner strikten Haltung gegen das iranische Atomprogramm als der US-Politik hörig kritisiert.

Amano beruft sich immer wieder auf die japanische Erfahrung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, wenn er sich für atomare Abrüstung einsetzt.

Vor seinem Engagement bei der IAEA vertrat er Japan als Diplomat unter anderem in Marseille. Für die IAEA zeichnete Amano in seinem Heimatland Japan für einen Bericht über die Havarie des Atomkraftwerkes Fukushima Dai-ichi 2011 verantwortlich.

Experten sehen als Schwerpunkte einer kommenden Amtszeit die Problematik der nordkoreanischen Atomwaffentests sowie die Frage einer möglichen atomaren Bewaffnung des Irans.

ADVERTISEMENT

Diese Woche meist gelesen

Neueste Artikel