Kunst in Corona-Zeiten: Museen bieten virtuelle Touren und mehr an

Constanze Thede
Constanze Thede

Dank des vielfältigen Online-Angebots japanischer und internationaler Museen kommen Kunstliebhaber auch in Corona-Zeiten auf ihre Kosten. Lassen Sie sich entführen auf eine Reise in die Welt der Online-Kunst.

Kyoto National Museum
Kyoto National Museum © Wiiii CC BY-SA GFDL

Aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) sind weltweit viele Museen noch geschlossen. Das heißt aber nicht, dass Kunstliebhaber gar nicht auf ihre Kosten kommen. Einige Museen haben sich kreative, technische Lösungen überlegt, um diesen trotzdem etwas zu bieten.

Yokohama Museum of Art

Das Yokohama Museum of Art lässt seine Kurator*innen und ausstellende Künstler*innen auf YouTube sprechen, dies kann man allerdings nur genießen, wenn man des Japanischen mächtig ist. Falls das auf Sie zutrifft, finden Sie bei dem großen Angebot bestimmt ein Video, das Sie interessiert. Auch Aufzeichnungen vergangener Events sind hier zu finden. Die Homepage des Museums lässt sich auch auf Englisch umstellen und Sie können hier einen Blick in die Kunstsammlung werfen, die sowohl westliche als auch japanische Werke beinhaltet. Es gibt aber noch weit mehr Museen, die dem internationalen Publikum Online-Angebote bereitstellen.

Japanische Malerei und mehr aus Kyōto

Wärmstens empfehlen können wir auch das Kyoto Prefectural Insho-Domoto Museum of Fine Arts. Auf Google Arts & Culture kann man sowohl einen virtuellen Blick in das Museum werfen als auch eine große Auswahl an Werken der japanischen Malerei (nihonga) betrachten. Ein weiteres Museum aus der ehemaligen Hauptstadt Japans, das auf Google Arts & Culture vertreten ist, ist das Kyoto National Museum. Dessen große Sammlung beinhaltet nicht nur japanische und chinesische Malerei, sondern auch Kalligraphie und Porzellankunst, Bildhauerei u.v.a.

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e-Museum

Wer sich für traditionelle japanische Kunst interessiert, kommt auch im sogenannten e-Museum auf seine Kosten: Hier kann sich der Besucher durch Werke aus vier der japanischen Nationalmuseen klicken, und zwar des Tokyo National Museums, des Kyoto National Museums, des Nara National Museums, und des Kyushu National Museums. Neben jedem Kunstwerk findet sich eine ausführliche Erklärung, die auf Japanisch, Englisch, Französisch, Chinesisch und Koreanisch verfügbar ist.

Tokyo National Museum

Das Tokyo National Museum ist nicht nur im e-Museum, sondern auch auf Google Arts & Culture vertreten. Ein nicht kleiner Teil der Museumskollektion, die nicht nur Malerei, sondern u.A. auch Textil- und Porzellankunst aus dem asiatischen Raum beinhaltet, lässt sich dort online einsehen. Außerdem kann der Besucher mehr über den von Kanō Hideyori gestalteten Faltschirm Maple Viewers (16. Jhd.) erfahren.

Tokyo Fuji Art Museum

Das Tokyo Fuji Art Museum versüßt dem Kunstliebhaber die Wartezeit, indem es ihn auf eine virtuelle Tour durch das Museum mitnimmt. Hier werden auch einige Kunstwerke gezeigt, über die der Besucher mehr erfahren kann, indem er beim jeweiligen Werk auf “Details” klickt. Zusätzlich bietet das Museum einen ausführlicheren Blick in seine umfangreiche Sammlung an, die von Faltschirmen und Samurai-Ausrüstungen aus dem 16.-18. Jhd. bis hin zu westlicher Malerei aus dem 20. Jhd. reicht.

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Fukuoka Asian Art Museum

Wer sich mehr für die jüngere asiatische Kunst interessiert, dem sei die Online-Galerie des Fukuoka Asian Art Museums ans Herz gelegt. Es ist weltweit das einzige Museum, das sich auf moderne und zeitgenössische asiatische Kunst spezialisiert hat und diese in ihrer Einzigartigkeit präsentiert. In seiner aktuell laufenden Ausstellung „Message — 50 Years of Women Artists in Asia“ widmet sich das Museum den Werken weiblicher Künstlerinnen von den 1970er Jahren bis heute. Die Ausstellung spiegelt die Suche nach der weiblichen Identität und die schrittweise Befreiung von traditionellen Rollen- und Wertvorstellungen wider. Hier können Sie an einer Online-Tour durch die Ausstellung (mit Erklärungen auf Japanisch) teilnehmen.

Gemälde von Eng-Hwee-Chu (Frauenfiguren mit Jesus am Kreuz)
Eng Hwee Chu, The Role of the Female, 1996-97, Collection of Fukuoka Asian Art Museum © Fukuoka Asian Art Museum

IJC Museum

Auch das virtuelle IJC Museum setzt auf zeitgenössische Kunst: Als Teil der Cool Japan-Reihe von ANA werden hier Japans innovativste Künstler präsentiert, darunter auch die für ihren schrillen Stil bekannte Kusama Yayoi. Klickt der Besucher auf den Namen eines Künstlers, wird er durch eine virtuelle Ausstellung geführt, erhält ausführliche Informationen auf Englisch über dessen Leben und Werk und kann sich teilweise Interviews und Video-Installationen anschauen.

Ghibli Museum

Auch das Ghibli Museum in Mitaka stellt derzeit über seinen YouTube-Kanal eine Reihe von Kurzvideos zur Verfügung, die Anime-Fans einen seltenen Blick in das Museum ermöglichen. Da Fotografieren dort verboten ist, sollte man diese einmalige Chance nutzen.

Animal Crossing Art Generator

Für Spielefans haben sich das J. Paul Getty Museum in Los Angeles und das New Yorker Metropolitan Museum of Art (MET) etwas Tolles einfallen lassen: Mit dem Animal Crossing Art Generator können Spieler berühmte Kunstwerke in ihr Spiel integrieren und sich ihre individuelle, virtuelle Kunstgalerie erschaffen. Das J. Paul Getty Museum bietet dafür eine eigene Auswahl an Kunstwerken an und zusätzlich kann man auf der Homepage des MET unter Open Access Werke auswählen: Dafür klickt man einfach beim jeweiligen Kunstwerk auf das Share-Symbol (drei Punkte, die mit einer Linie verbunden sind), woraufhin eine Auswahl weiterer Symbolen angezeigt wird: Hier klicken Sie nun auf das kleine Blattsymbol.

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Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Stöbern durch die hier vorgestellten Online-Angebote. Lassen Sie sich auf Ihrer virtuellen Tour durch die Kunstwelt inspirieren und bereichern.

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