Im letzten Hinoeuma-Jahr 1966 sank die Geburtenrate in Japan um 25 Prozent. Wenn es etwas gibt, was Japan zurzeit nicht braucht, dann ist das ein Einbruch der ohnehin schon viel zu geringen Geburtenrate. Doch was passiert im Jahr 2026 wirklich?
Teurer und strenger
Im Jahr 2026 treten einige Gesetzesnovellen in Kraft, nach denen bestimmte Dinge strenger gehandhabt werden als zuvor. So müssen sich zum Beispiel Fahrradfahrer mehr in Acht nehmen, denn bald gibt es auch für die Pedalritter sogenannte blaue Tickets. Vorher kamen Radler meist mit einer Verwarnung davon, doch ab April werden offizielle Strafbefehle an alle über 16 Jahre alten Verkehrsteilnehmer ausgestellt, die gegen Regeln verstoßen. Das Bedienen eines Mobilfunkgeräts beim Radfahren kostet dann offiziell 70 Euro.
Andere neue Gesetze betreffen vor allem den Arbeitsschutz, so auch den von Angestellten im Kundendienst. Unverhältnismäßige Formen von Kundenbeschwerden werden künftig strafbar.
Unterdessen wird sich in Japan auch die Preisspirale weiterdrehen. Japan Railways, mit Abstand das größte Eisenbahnunternehmen des Landes, hatte bereits im Vorjahr angekündigt, im März 2026 die effektiven Fahrpreise zu erhöhen. Dies geschieht unter anderem durch die Abschaffung von Sondertarifzonen.
Ab April 2026 tritt zudem das neue Kinderunterstützungsgeld-System in Kraft. Das klingt zunächst vernünftig, doch handelt es sich hierbei um eine neue Abgabe, die alle zahlen müssen, egal ob mit oder ohne Kinder, monatlich und gestaffelt nach Einkommen. Damit sollen die notwendigen finanziellen Mittel eingetrieben werden, um der viel zu geringen Geburtenrate entgegenzuwirken. Was genau mit dem Geld geschehen wird, ist allerdings nicht eindeutig. Schon jetzt ist jedoch klar, dass die Sonderabgabe auch das Gegenteil bewirken könnte. Viele Japaner entscheiden sich allein wegen der hohen Kosten gegen Kinder. Wird nun noch mehr vom Gehalt abgezogen, verschärft dies die Hauptursache der Misere eher, als sie zu bekämpfen.
Neues und altes Neues
Nach mehreren Jahren Schließung wegen umfangreicher Restaurationsarbeiten soll im Frühjahr endlich wieder das Tōkyō-Edo-Museum seine Pforten öffnen. Man darf gespannt sein, ob und wenn ja was sich geändert hat, denn das Museum war bereits zuvor äußerst sehenswert.
Bei Nihonbashi im Herzen Tōkyōs wiederum soll 2026 ein Waldorf-Astoria-Hotel eröffnen. Endlich, werden einige Tokioter denken. Bewohner Ōsakas sehen diese Meldung eher mit heimlicher Genugtuung, denn ein Hotel dieser Luxusmarke gibt es dort schon seit Jahren.
Im Februar soll die Gegend um Tōkyō gleich um zwei Attraktionen reicher werden. Der PokéPark Kantō wird als Teil des Yomiuri-Land-Vergnügungsparks in Kawasaki eröffnet, und im selben Monat kehrt Kawaii Monster nach Harajuku zurück.
Und sonst?
Man hat sich daran gewöhnt. Mobilfunknummern beginnen mit 070, 080 oder 090, gefolgt von einer achtstelligen Nummer. Das reicht offenbar nicht mehr. 2026 wird in Japan 060 als weitere Mobilfunknummer-Vorwahl freigeschaltet. Das bedeutet vermutlich Überstunden für einige IT-Experten, die bestehende Formulare anpassen müssen, damit auch 060-Nummern als Mobilfunknummern akzeptiert werden.
Im Juni und Juli werden viele Japaner wohl wieder mit Augenringen zur Arbeit erscheinen. Bei der Fußball-WM in Nordamerika sind auch die Samurai Blue wieder dabei. Dieses Mal müssen sie sich zunächst gegen die Niederlande und Tunesien beweisen. Aufgrund des enormen Zeitunterschieds von 13 bis 18 Stunden sind die Liveübertragungen jedoch nur eingeschränkt mit japanischen Arbeitszeiten und Wachphasen vereinbar.
2026 wird Japan zudem zum ersten Mal seit 50 Jahren keine Pandas mehr im Land haben. Die letzten beiden Exemplare der schwarz weißen Bambusgourmets müssen im Januar zurück nach China geflogen werden. Angesichts der derzeit angespannten japanisch chinesischen Beziehungen ist nicht davon auszugehen, dass bald neue Pandas nach Japan ausgeliehen werden. Sehr zum Leidwesen vieler Japaner, denn die Großsäuger erfreuten sich im Land stets einer besonders großen Beliebtheit.











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