Demonstration in Asakusa ©Janz

Aktuelles

Kolumne: Japans Gesellschaft

Demonstration in Asakusa ©Janz

Demenz als Herausforderung für die japanische Gesellschaft

seniorinnnen
Das Wochenmagazin Der Spiegel hat das Phänomen in einem Superlativ zusammengefasst: „Alt, älter, Japan“, so der Titel eines Beitrags im Oktober 2016. Tatsächlich ist Japan die älteste Gesellschaft der Welt. Nirgendwo sonst gibt es relativ zur Gesamtbevölkerung einen so hohen Anteil von alten Menschen. Dabei war Japan noch in den 1970er Jahren unter den Industrienationen die Gesellschaft mit der jüngsten Bevölkerung. In Folge einer extrem niedrigen Geburtenrate einerseits und einem Anstieg der Lebenserwartung andererseits altert die Gesellschaft rapide.
Matthias Reich
Matthias Reich

Studentenmangel: Japanische Universitäten in Not

universität japan
So ziemlich genau die Hälfte der japanischen Schulabgänger studiert im Anschluss an die Oberschule an einer der rund 800 Universitäten – drei Viertel davon an privaten Unis. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre hat sich die Zahl letzterer verdoppelt. Doch was passiert, wenn die potentielle Zahl der Universitätsstudenten merklich abnimmt? Zum einen nimmt natürlich die Zahl derer ab, die sich überhaupt zur Eintrittsprüfung anmelden. Und konsequenterweise nimmt damit auch die Zahl derer ab, die diese Prüfung bestehen. Doch vor allem im Japan, mit seiner Mischung aus privaten Bildungseinrichtu...
Matthias Reich
Matthias Reich

Japanische Unis: Es zählt nicht, was man studiert, sondern wo

Im Jahr 2013 begannen die regierenden Liberaldemokraten, einen Wechsel im japanischen Bildungssystem anzustreben. Dazu gehört auch der kokuritsu daigaku kaikaku puran 国立大学改革プラン – der Plan zur Reform der staatlichen Universitäten. Staatlich deshalb, weil die Regierung – zumindest nicht auf direktem Wege – in die zahlreichen privaten Universitäten eingreifen kann. 2015 hörte man diesbezüglich die ersten konkreten Vorschläge. So wurde angedacht, die staatlichen Mittel für das, was man im deutschen Volksmund so schön als „brotlose Kunst“ bezeichnet, zusammenzustreichen. Bei den G...

Mobbing in Japans Schulen – Wenn der Druck zu groß wird

ijime Japan
Sich gegenseitig ärgern oder miteinander rangeln ist unter Kindern und Jugendlichen in der ganzen Welt normal. Doch ijime (いじめ von 苛める oder 虐める, zu Deutsch: quälen) geht über das übliche Maß hinaus. Ijime bedeutet, einen Schwächeren einseitig und fortgesetzt physisch oder psychisch anzugreifen, sodass das Gegenüber schwerwiegendes Leid empfindet. Meist wird ein Opfer von einer Gruppe, manchmal sogar einer ganzen Klasse gequält. Nicht selten sieht der Gequälte den eigenen Tod als einzigen Ausweg. Es ist dabei unerheblich, ob dies in oder außerhalb der Schule geschieht, so die Definition des Kul...
Hannah Janz
Hannah Janz

Unsoziales Verhalten in Japan: „Mann steckt Finger in Eintopf“

Oden Japan
Jeden Tag machen wir in der Redaktion des Japan Digest eine Presseschau. Heute staunten wir nicht schlecht, als zwischen den Berichten über Putins Japanbesuch und neue Konjunkturprogramme folgende Schlagzeile auftauchte: „Mann festgenommen: Filmte sich, wie er Finger in Eintopf in Supermarkt steckt“ 男を逮捕   コンビニおでんに指を入れた動画投稿 Dem Titel ist nicht viel hinzuzufügen. Ein 28-jähriger fasst in einem Supermarkt in der Präfektur Aichi wiederholt in eine Theke mit Oden-Eintopf-Einlagen. Dabei lässt er sich filmen und stellt das Video bei Twitter online. Ganz klar eine soziale Grenzüberschreitung –...