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Nikkō: Heilige Stätten inmitten malerischer Natur

Kerstin Coopmann
Kerstin Coopmann

Die Stadt Nikkō im Norden Kantōs liegt nicht nur malerisch am Rande der Berge und Wälder des gleichnamigen Naturparks. Sie gilt außerdem als spirituelles Zentrum und lockt mit geschichtsträchtigen Tempeln und Schreinen, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen.

Tōshō-gū in Nikkō
Der Schrein Tōshō-gū ist dem Shōgun Tokugawa Ieyasu gewidmed. © Wei-Te Wong / flickr CC BY-SA 2.0

Prachtvoll wie an kaum einem anderen Ort in Japan beeindrucken die großteils fußläufig voneinander entfernt liegenden Tempel und Schreine von Nikkō mit goldener Farbe und aufwändigen Schnitzereien. Vor allem der Schrein Tōshō-gū, der dem Shōgun Tokugawa Ieyasu gewidmet ist, ist in seiner glanzvollen Ausstrahlung kaum zu übertreffen. Nikkō gilt als spirituelles Zentrum der Edo-Zeit (1603-1868), blickt aber auf eine Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück.

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Die spirituellen Bauten, die als gesamter Komplex (Tōshō-gū, Futarasan-jinja und Rinnō-ji) zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, sind allerdings nicht der einzige Grund, die etwa zwei Stunden nördlich von Tōkyō in der Präfektur Tochigi liegende Sonnenschein-Stadt (Übersetzung der Kanji für Nikkō, 日光) zu besuchen. Große Teile des Orts gehören zum Nikkō-Nationalpark, einem rund 115 Hektar großen Naturpark, der den historischen Sehenswürdigkeiten eine wunderschöne Berg- und Waldkulisse verleiht. Außerdem können Besucher sich auf Wanderrouten entlang von Seen und Wasserfällen sowie auf heiße Quellen freuen.

Folgende Kultur- und Naturhighlights sollten bei einem Ausflug nach Nikkō nicht fehlen:

Nikkō Tōshō-gū-Schrein

Inmitten der Waldszenerie des Nikkō-Nationalparks liegt der berühmte Tōshō-gū-Schrein. Er wurde 1617 erbaut und ist dem ersten Tokugawa-Shōgun Tokugawa Ieyasu gewidmet, dessen Mausoleum Teil der Anlage ist. Der dritte Shōgun und Enkel Ieyasus, Tokugawa Iemitsu, baute ihn später aus. Diesem ist übrigens eine weitere heilige Stätte Nikkōs gewidmet: der Tempel Taiyuin.

Die weitläufige Schreinanlage des Tōshō-gū beeindruckt mit ihren aufwändig verzierten Holzbauten, deren goldene Farbe vor dem Hintergrund der Waldlandschaft besonders glanzvoll wirkt. Neben dem Hauptschrein, verschiedenen Hallen, Toren und Korridoren gibt es drei heilige Lagerhäuser mit Schnitzereien zu besichtigen, darunter die „imaginären Elefanten“ (sozonozo). Berühmt ist auch die Schnitzerei der „drei Affen, die nichts Böses sehen, hören und sagen“ an der Fassade des heiligen Pferdestalls. Außerdem befinden sich auf dem Gelände des Tōshō-gū unter anderem eine fünfstöckige Pagode, eine Schatzkammer und ein Kunstmuseum. Der Schrein beherbergt mehrere Nationalschätze Japans sowie wichtige nationale Kulturgüter.

Nikkō Tōshō-gū-Schrein
Der Tōshō-gū-Schrein fasziniert mit aufwändig verzierten Holzbauten. © Ann Lee / flickr CC BY-SA 2.0
Schnitzerei der „drei Affen, die nichts Böses sehen, hören und sagen“ in Nikkō
Die berühmte Schnitzerei der „drei Affen, die nichts Böses sehen, hören und sagen“ befindet sich an der Fassade des heiligen Pferdestalls. © inazakira / flickr CC BY-SA 2.0

Der Schrein Nikkō Futarasan-jinja

Der Shintō-Schrein Futarasan-jinja, der im Jahr 767 von dem buddhistischen Mönch Shōdō Shōnin gegründet wurde, ist den Göttern (kami) der drei heiligen Berge von Nikkō gewidmet: Nantai-san, Nyoho-san und Taro-san.

Idyllisch im Wald, am Fuße des Nantai-san gelegen, strahlt der Schrein mit seinem riesigen Eingangs-Torii, hölzernen Schreingebäuden und Steinlaternen eine besondere Ruhe aus, die Besucher die spirituelle Bedeutung dieses Ortes spüren lässt.

Die über den Fluss Daiyagawa führende, rot lackierte Bogenbrücke, über die man Nikkōs Tempel- und Schreinanlagen erreicht, gehört ebenfalls offiziell zum Futarasan-jinja. Es handelt sich um eine heilige Brücke (shinkyō), die als eine der drei schönsten Brücken Japans gilt.

Futarasan-jinja
Der Futarasan-jinja ist den Göttern der drei heiligen Berge von Nikkō gewidmet. © kyohei ito /flickr CC BY-SA 2.0
heilige Brücke (shinkyō) in Nikko
Die heilige Brücke (shinkyō) gehört offiziell zum Futarasan-jinja.

Der Tempel Nikkō-san Rinnō-ji

Der Rinnō-ji ist Nikkōs ältester Tempel, mit ihm begann die Entwicklung des Ortes zu einem wichtigen spirituellen Zentrum. Er wurde im Jahr 766 gegründet, ebenfalls von Shōdō Shōnin.

Das besondere an der atmosphärischen Tempelanlage mit ihren zum Teil goldenen verzierten Gebäuden sind drei prachtvolle Buddhastatuen. Diese symbolisieren die im Futarasan-jinja verehrten Berggötter, wodurch die Vermischung von Buddhismus und Shintōismus zur damaligen Zeit deutlich wird. Die Trennung, wie man sie heute kennt, erfolgte erst deutlich später,

Zum Gelände des Rinnō-ji gehört außerdem der oben erwähnte Taiyuin.

Nikkō-Nationalpark: Wälder, Berge und Seen

Der Nikkō-Nationalpark lockt mit vielseitiger, traumhaft schöner Natur. Die Wälder des Naturparks sind besonders bekannt für ihre Herbstlaubfärbung, bieten aber zu jeder Jahreszeit Gelegenheit für Wanderungen oder entspannte Spaziergänge.

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Malerische Seen wie der Chūzenji-See, der durch einen Ausbruch des Vulkans Nantai-san entstand, sind ebenso sehenswert wie die zahlreichen Wasserfälle. Die aus 97 m Höhe herabstürzenden Kegon-Fälle zählen zu Japans drei großen Wasserfällen.

Chūzenji-See
Der Chūzenji-See lädt zum Spaziergang in malerischer Umgebung ein.
Kegon-Fälle
Die Kegon-Fälle gehören zu Japans drei großen Wasserfällen.

Nikkō liegt zudem etwa 530 m über dem Meeresspiegel und bietet im Winter ausreichend Schnee für Ski-Liebhaber. Nach einem actionreichen Tag auf der Piste locken schließlich wärmende Onsen.

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Somit ist Nikkō nicht nur eine toller Tipp für einen Tagesausflug voller Kultur und Geschichte sondern auch eine geeignete Basis, um Japans Natur zu erkunden.


Verwendete Creative Commons-Lizensen:

CC BY-SA 2.0

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