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Sentō und Sake: 5 ganz besondere Tōkyōter Badehäuser

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Japans öffentliche Badehäuser kehren der traditionellen Badeerfahrung den Rücken! Diese 5 Sentōs in Tōkyō und Umgebung bieten ihren Gästen ein ausgefallenes Angebot von frischgebackener Pizza über Cocktails bis hin zu Speisen im Izakaya-Stil.

Kamata Onsen: Badehaus mit heißer Quelle

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Kamata Onsen befindet sich in einer ruhigen Nachbarschaft etwas abseits des Stadtzentrums. Es ist innerhalb von zehn Minuten zu Fuß vom Bahnhof Kamata zu erreichen.

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Das große, rote Schild am Eingang ist kaum zu übersehen und sorgt für die passende Atmosphäre eines Onsen-Städtchens. Neben dem öffentlichen Bad wird hier seit 80 Jahren auch ein Onsen mit hochwertigem Quellwasser betrieben. Der Bezirk Ōta, in dem es sich befindet, ist bekannt für seine zahlreichen kuroyu-Onsen mit sehr dunklem Wasser. Unter diesen sticht das Kamata Onsen wegen der hohen Qualität seines Wassers hervor.

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Das an alkalischem Natriumkarbonat reiche Quellwasser sprudelt ohne Zusätze aus dem Wasserhahn. Es trägt den Beinamen “Heißes Wasser der schönen Haut”, denn viele Leute nutzen das Quellwasser auch, um ihr Gesicht damit vor dem Bad zu waschen. Das heiße Wasser gilt als schmerzlindernd für Gelenke und den Rücken, weshalb viele Gäste auch von weit her anreisen.

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Im ersten Stock befindet sich ein geräumiger Bankettsaal. Dort erwartet Gäste eine (g)astronomische Auswahl an Speis und Trank, die von kaum einem Izakaya übertroffen wird: Snacks, Vorspeisen, Menüs, Bier, Cocktails, Sake und mehr. Es gibt sogar einen Service, angebrochene Flaschen für den nächsten Besuch aufzubewahren.

Die Spezialität des Hauses, onsen kamomeshi 温泉釜めし, wird mit sorgfältig ausgewähltem Reis aus der Präfektur Niigata zubereitet – und wird auch zum Mitnehmen angeboten. Es gibt außerdem einen Karaokeraum und ein Schlafzimmer (Weckrufe inklusive). Im Kamata Onsen fühlen sich die Gäste zuhause.


Adresse: 2-23-2, Kamatahonchō, Ōta, Tōkyō
Öffnungszeitem: täglich 10:00-01:00 Uhr (1. Stock 12:00-23:00 Uhr)
Ruhetag: mittwochs (Badeareal geöffnet)
Eintritt: 460 Yen (12 Jahre und älter)

Nu-land Sagami-yu: Natürlich heiße Quelle

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Nu-land Sagami-yu ist nur drei Minuten vom Bahnhof Mizuka entfernt. Auf den ersten Blick wirkt Nu-land wie ein Badehaus im Erdgeschoss eines Wohnhauses, doch tatsächlich belegt es das ganze Gebäude, inklusive Untergeschoss. Im Erdgeschoss befinden sich das Badeareal sowie eine große Lobby und Entspannungsräume. Der erste Stock beherbergt einen TV-Raum, einen professionellen Massage-Salon und Räume für Tischtennis und Karaoke.

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Im geräumigen, hellen Badeareal gibt es acht verschiedene Bäder: ein Mikro-Vibrationen-Bad, ein Kaltwasserbad, ein hydroelektrisches Bad, ein Wasserstrahlbad, ein Liegebad, ein Außenbad, eine Infrarotsauna und ein kuroyu-Quellwasserbad. Bei einer so großen Auswahl fällt das Entspannen leicht.

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Im großen Bankettsaal schmeckt ein kühles Bier nach dem heißen Bad besonders gut. Ebenfalls auf der Speisekarte stehen mehr als 25 Vorspeisen, etwa Edamame und eingelegte Gurken. Für den großen Hunger gibt es zudem Hauptspeisen, darunter Ramen oder Burgergerichte. Gelegentlich finden hier auch Sonderveranstaltungen wie Bauchtanz oder R’n’B-Konzerte statt. Für Stammkunden wie Gelegenheits-Gäste gibt es ein großzügiges Unterhaltungsprogramm.


Adresse: 2-7-5, Nakarokugo, Ōta, Tōkyō
Öffnungszeiten: täglich 10:00-23:00 Uhr
Ruhetag: dienstags (Badeareal geöffnet)
Telefon: +81-3-3739-1126
Eintritt: 460 Yen

Fuku no yu (Ōta): Baden und Pizza essen

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2016 wurde Fuku no yu renoviert und neu eröffnet. Seither hat das Badehaus sehr viel mehr zu bieten, als seine wohnhausartige Fassade vermuten lässt.

Fuku no yu wurde vor rund 70 Jahren, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gegründet. Der erste Besitzer entdeckte einen Schornstein auf einem Fleck versengter Erde und nahm ihn für sich in Anspruch. 2013 schloss das Badehaus temporär, als der Besitzer der zweiten Generation es verließ. Seither wird es in dritter Generation betrieben. Der Besitzer kann sich den Bezirk Ōta nicht ohne Badehäuser vorstellen.

Das schlichte Badehaus ist mit schöner, kompakter Einrichtung ausgestattet. Es verfügt über mehrere Waschstationen, Duschen und zwei Bäder: Ein Sitzbad und ein Steinbad.

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Dass das Badeareal so kompakt gestaltet ist, rührt daher, dass der Besitzer einen Cafébereich mit Sitztheke und großem Eingangsbereich einrichten wollte. Sein Sohn, der zuvor in einem Restaurant arbeitete, träumte schon immer davon, seine eigene Pizzeria zu eröffnen.

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Der Besitzer schlug zwei Fliegen mit einer Klappe und nun können die Gäste des Fuku no yu nach (oder auch vor) ihrem Bad ofenfrische Pizza genießen. Aktuell stehen die Pizzen Margherita, Genovese, American Style und Mayo-Mais sowie eine mit gemischtem Belag auf der Speisekarte.


Adresse: 1-12-15, Kamata, Ōta, Tōkyō
Öffnungszeiten: 14:00-00:30 Uhr
Ruhetag: donnerstags
Telefon: +81-3-3732-1245
Eintritt: 460 Yen

Nukui Yokujō: Verstecktes Juwel mit Café

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Nukui Yokujō liegt einen zwölfminütigen Fußmarsch vom Bahnhof Fujimidai (Seibu Ikebukuro Linie) entfernt. Auch wenn man es von außen nicht erwartet: Im Inneren des Badehauses befinden sich prachtvolle Bäder. In dieser Hinsicht ist das Nukui Yokujō zwar nicht ganz einzigartig, zählt aber durchaus zu den versteckten Juwelen der Tōkyōter Badehäuser. Gegründet wurde es 1954 in einer ruhigen Wohngegend. Wie andere Sentōs ist es Teil eines größeren Gebäudes und von außen nur durch sein Eingangsschild als solches erkennbar.

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Hinter dem bescheidenen Äußeren verbirgt sich ein gut ausgestattetes Badehaus mit einem Mikro-Vibrationsbad von mittlerer Temperatur, einem Liegebad, einem Sitzbad und einem Massagebad.

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Das Café des Hauses ist geräumig, vor den niedrigen Tischen sitzen Gäste im traditionellen Stil auf Bodenkissen. Bestellungen werden mit einem Ticket-System aufgenommen. Im Angebot sind füllende Gerichte wie Reisschalen oder feste Menüs. Ein großer Vorteil, da die Optionen, auswärts zu essen, in der Umgebung des Bahnhofs rar sind.


Adresse: 2-20-16, Nukui, Nerima, Tōkyō
Öffnungszeiten: 15:00-24:00 Uhr (sonntags 13:00-24:00 Uhr)
Ruhetag: montags (Hat an gesetzlichen Feiertagen, die auf einen Montag fallen, geöffnet.)
Telefon: +81-3-3970-4126
Eintritt: 460 Yen

Fuku no yu (Saitama): Das Super-Sentō

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Diese Sentō liegt in Tōkyōs Nachbarpräfektur Saitama, in einer etwas verschlafenen Gegend zehn Minuten vom Bahhof Kawaguchi-Motogo entfernt. Das charmante Badehaus geht an die Grenzen dessen, was ein Sentō alles sein kann.

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Das Fuku no yu ist riesig. Im Badeareal gibt es ein Mineralbad und ein großes Kaltwasserbad. Desweiteren befinden sich hier vier verschiedene Massagebäder, eine Wasserfalldusche, ein Liegebad, ein Whirlpool und ein hydroelektrisches Bad. Alle Bäder und die Sauna (mit Fernseher) sind im XXL-Format.

Damit nicht genug, auch auf dem Dach gibt es ein Heiß- und das zugehörige Kaltwasserbad mit Panoramablick auf die Umgebung. Auch im weitläufigen Dach-Badeareal befindet sich eine Sauna.

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Das Café im Fuku no yu bietet eine preisgünstige Auswahl an Getränken wie Suntory Kintsugi (330 Yen), Highballs (270 Yen) und Cocktails (270 Yen). Auf der Speisekarte stehen beliebte Klassiker wie Curry, gebratener Reis, Yakitori und Takoyaki. Fuku no yu hat das ganze Jahr über geöffnet und ist bietet etwas günstigere Preise als Badehäuser in Tōkyō.

Adresse: 5-19-10, Motogo, Kawaguchi, Saitama
Öffnungszeiten: wochentags 12:00-24:00 Uhr, Sa/So/feiertags 09:00-24:00 Uhr
Telefon: +81-48-223-3246
Eintritt: 430 Yen

Für JAPANDIGEST wurde der Text von Sina Arauner ins Deutsche übersetzt und nachbearbeitet.

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