ama
Traditionelle Arbeitskleidung: Weiße Tauchanzüge aus Stoff. (c) Mie Tourismus-Behörde

Die alten Frauen und das Meer: Ama-Taucherinnen

Die Ama-Taucherinnen fangen nur mit Atemtechnik Ise Ebi-Hummer, Muscheln und Seeohren. In den Städten Ōsatsu und Toba an der Ise-Küste im Osten der Kii-Halbinsel ist ihre 2000 Jahre alte Kultur noch lebendig.

Felsbuchten und stahlblaues Meer, das wunderschöne Perlen hervorbringt: Hierfür ist die Präfektur Mie (sprich: Mi-e) bekannt. Sie liegt in der Mitte der japanischen Hauptinsel Honshū auf der Kii-Halbinsel, südlich von Ōsaka und Kyōto. Ihre raue, natürliche Schönheit zieht besonders im Sommer viele Besucher aus dem Inland an. An der Küste tauchen die Ama nach Meeresfrüchten und auch Perlen in Schmuckqualität.

Die Ama 海女, wörtlich übersetzt Meerfrauen, gehen heute nicht mehr wie früher in ihren weißen Stoffgewändern, sondern in Neopren-Anzügen und Taucherbrillen ins kalte Wasser. Das nimmt der Arbeit etwas Anstrengung. Ansonsten verwenden sie keine Hilfsmittel. Allein durch ihre Atemtechnik können sie bis zu zwei Minuten unter Wasser bleiben.

[Video] Zumeist bleiben die Frauen etwa 20 Sekunden unter Wasser, um Meeresfrüchte zu finden und zu ernten.

Aus dem Meer auf den Teller: Fangfrisches im Taucherinnen-Restaurant

In den Amagoya-Restaurants 海女小屋, „den kleinen Taucherinnen-Hütten“, bereiten die zumeist älteren Frauen für die Gäste über offenem Feuer das zu, was die Jüngeren ganz frisch aus dem Meer gefischt haben. Gerne erzählen sie vom Tauchen und ihren größten Fängen, mittlerweile auch immer öfter auf Englisch.

In einem Ama-Restaurant werden die Tagesfänge zubereitet. (c) Mie Tourismus-BehördeFrischegarantie: Die Meeresfrüchte wurden gerade erst gefangen. (c) Mie Tourismus-Behörde
ADVERTISEMENT

Zwar gibt es in der Präfektur Mie heute noch etwa tausend Ama, aber ihre Zahl nimmt wegen ausbleibender Nachwuchs-Taucherinnen langsam ab. Um die 2000-jährige Kultur des Tauchens an der Ise-Küste zu erfahren, sollte man also die nächste Gelegenheit nutzen.

Tätigkeitsbereich der Ama-Taucherinnen

ADVERTISEMENT

Diese Woche meist gelesen

Neueste Artikel