Die etwas anderen Reisetipps für Japanbesucher

Matthias Reich
Matthias Reich

Mit Japan ist es wie mit jedem anderen Reiseziel: Je öfter und länger man dort weilt, desto mehr Wissen sammelt sich an und desto tiefer wird die Erfahrung. Ein etwas anderer Ratgeber, wie Sie Ihre Japanreise richtig auskosten.

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unterkunft Japan
Probieren Sie in Japan auch mal andere Unterkünfte abseits von Business Hotels aus.

Tipp #1: Nicht hören, was die Anderen sagen

Japan hat unglaublich viele Facetten – kulturell, landschaftlich, kulinarisch. Alle Reiseführer empfehlen jedoch erstmal eine Reise nach Tōkyō, Hiroshima und Kyōto. Kurz in sich hereingehorcht – was will man wirklich in Japan? Und dementsprechend planen. Es ist keine Schande, nur ein paar Stunden in Tōkyo zu weilen oder Kyōto beim ersten Mal auszulassen. Man sollte auch bedenken, dass sich die Zahl der ausländischen Besucher innerhalb von zehn Jahren fast vervierfacht hat – will heißen, an den üblichen Wasserstellen ist sehr, sehr viel los.

Tipp #2: Stadt vs. Land

Der Kontrast zwischen den urbanen Räumen und dem Land kann in Japan größer nicht sein. Das lässt sich aus dem Shinkansenfenster nicht erschließen. Warum nicht einfach mal mit dem Bummelzug über Land fahren – und irgendwo ein paar Stunden Pause einlegen? Manche Gegenden sind fast menschenleer und laden zum “Entschleunigen” ein. Auf dem Land kommt man auch viel besser in Kontakt mit den Einheimischen.

Tipp #3: Wo man ansteht…

Restaurants ohne Gäste sind verdächtig. Restaurants (inklusive winzigster Rāmenbuden und dergleichen) mit langen Schlangen davor (japanischer Gäste, wohlgemerkt) versprechen hingegen fast ausnahmslos höchsten kulinarischen Genuss, und das unabhängig vom Preis. Das Warten lohnt sich. Einzige Schwierigkeit: Zu erkennen, ob es sich um eine chinesische oder eine japanische Schlange handelt. Das bekommt man jedoch auch ohne Sprachkenntnisse relativ schnell raus.

Restaurant-Schlange Japan
Eine lange Schlange vor dem Restaurant bedeutet meist, dass im Inneren kulinarischer Genuss die Gäste erwartet.
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Tipp #4: Businesshotels vermeiden

Sicher, sie sind praktisch, da es sie häufig gibt – und sie sind meist in Bahnhofsnähe. Doch japanische Businesshotels sind in der Regel sehr beengt und letztendlich überall gleich. Lieber nach Alternativen wie traditionelle Ryokans, Minshukus (Familienpensionen) oder auch Jugendherbergen, Airbnb und dergleichen Ausschau halten!

Tipp #5: Die richtige Jahreszeit wählen

Natürlich hängt alles davon ab, was man machen möchte. Das schönste Reisewetter gibt es jedoch unbestritten von Oktober bis Dezember – es ist nicht zu warm, nicht zu kalt, und fast pausenlos sonnig. Auf Kirschblüten und eine Besteigung des Fuji-sans muss man in diesen Monaten freilich verzichten.

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herbst japan
Herbst und früher Winter sind ideale Zeiten, um Japan zu bereisen.

Tipp #6: Vorsicht in der Natur

Japan ist ein Paradies für Naturliebhaber und Bergfreunde – schließlich bestehen mehr als zwei Drittel des Landes aus hohen Bergen und viel Natur. Doch Vorsicht: Japanische Berge sind aufgrund der Lage (Klimascheide Japanisches Meer/Pazifik), der häufigen vulkanischen Aktivität und der Fauna (wilde Bären, japanische Hornissen etc.) noch unberechenbarer als Berge in den Alpen zum Beispiel.

Tipp #7: Der Fußabdruck

Eigentlich eine universelle Regel und dennoch wird sie gern vergessen: Man sollte Japan so verlassen, wie man es vorzufinden wünscht. Nachfolgende Reisende werden dankbar sein.

Tipp #8: Reisevorbereitung

Kreditkarte, Reisepass und Flugticket. Viel mehr braucht man eigentlich nicht, denn es gibt, zumindest in den Städten, alles überall und zu jeder Uhrzeit zu kaufen. Es sei denn, man kann partout nicht ohne deutsche Zahnpasta leben. Vor allem in Japan kann man (und sollte man) so leicht wie möglich reisen – das macht das Manövrieren in den Menschenmassen der Städte um ein Vielfaches einfacher.

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Tipp #9: Aufgeschlossen sein

“Ich esse doch keine Spaghetti in Japan – das kann ich doch beim Italiener um die Ecke jeden Tag haben!” – wer so denkt, wird etliches verpassen, und Pasta (beziehungsweise Essen im allgemeinen) ist ein schönes Beispiel. Pasta ist schließlich nicht gleich Pasta, und man war nicht in Japan, wenn man nicht auch mal eine japanische Variation probiert hat. Beispiel: Die Pastakette “Goemon”, wo alle Pastagericht mit Essstäbchen serviert werden.

Tipp #10: Ruhig auch mal allein losziehen

Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte unbedingt auch mal etwas allein losziehen – egal ob für ein paar Stunden oder ein paar Wochen. Man erlebt nicht selten die neuen Eindrücke intensiver und kommt wesentlich leichter mit Japanern Kontakt. Die einzige Sorge, die man dann noch hat, ist sich zu verlaufen.

zugfahren japan
Einfach mal in den Bummelzug steigen und schauen wo er Sie hinbringt.

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