Shiretokos wilde Land- und Meerestiere: Koexistenz zweier Ökosysteme

Kerstin Drews
Kerstin Drews

Der 2005 zum Weltnaturerbe ernannte Naturpark Shiretoko im äußersten Nordosten Hokkaidōs ist geprägt vom Zusammenspiel der beiden Ökosysteme Land und Meer, was sich in einer einzigartigen Artenvielfalt widerspiegelt. Entdecken Sie auf Shiretoko Bären, Robben, Hirsche und co. in freier Wildbahn.

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braunbär shiretoko
(c) Kerstin Drews

Ob Braunbären, Seehunde oder Riesen-Fischuhus – in Shiretoko gibt es eine faszinierende Vielfalt wilder Wasser- und Landbewohner zu entdecken, weshalb der 386,3 km² Land- und 223,5 km² Meeresfläche umfassende Nationalpark schließlich auch seinen Status eines Weltnaturerbes erhalten hat. Durch den besonderen Schutz vor Ort können die Lebensräume erhalten und so das Fortbestehen einiger seltener Arten garantiert werden. Bei einem Besuch Shiretokos gibt es daher viele Gelegenheiten, wilde Tiere in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten.

Braunbär (higuma ヒグマ)

braunbär shiretoko
(c) Kerstin Drews

In Hokkaidō leben etwa 10.000 Braunbären. Vor allem Shiretoko gehört zu den besonders dicht besiedelten Lebensräumen der zwischen 100 und 400 kg schweren Tiere. Außer während ihres Winterschlafes ist die Chance, sie in freier Wildbahn zu sehen, relativ hoch. Sie liegt bei einer Schifffahrt entlang der Küste des Ochotskischen Meeres bei über 90%, da die Bären hier häufig auf der Suche nach Lachsen sind.

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Eine Begegnung bei einer Wanderung im Wald ist jedoch auch nicht auszuschließen. Auch wenn Braunbären normalerweise keine Menschen angreifen, ist dennoch Vorsicht geboten. Bleiben Sie am besten auf den Wegen und tragen Sie keine Lebensmittel bei sich.

braunbär shiretoko
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Ezo-Hirsch (ezoshika エゾシカ)

ezoshika shiretoko
(c) Kerstin Drews

Ezo-Hirsche gelten als Unterart der Sikahirsche, die an ihrem mit weißen Flecken überzogenen rotbraunen Fell zu erkennen sind. Sie sind jedoch größer als ihre Artverwandten. In Shiretokos Wäldern zeigen sie sich das ganze Jahr über. Da ihr Bestand ständig zunimmt und derzeit über 500.000 der Tiere in Hokkaidō beheimatet sind, entdecken Sie bei einer Reise durch Shiretoko ganz bestimmt einige. Halten Sie bei der Fahrt durch die Wälder des Nationalparks die Augen offen: Häufig entdecken Sie sie dort am Straßenrand.

ezoshika shiretoko
(c) Kerstin Drews

Riesen-Fischuhu (shimafukurō シマフクロウ)

Nicht ganz so einfach ist die Sichtung eines Exemplars der seltenen Riesen-Fischuhus, der zu den größten Eulen weltweit zählt. Sie sind zwar ganzjährig zu beobachten, schlafen jedoch tagsüber. Daher bietet sich eine nächtliche Fahrt durch die Wälder des Naturparks an, bei der Sie Fernrohr und Taschenlampe bereithalten und aufmerksam nach leuchtenden Augen Ausschau halten sollten.

riesen-fischuhu shiretoko
(c) Takashi Muramatsu / flickr CC BY 2.0

Largha-Robbe (gomafuazarashi ゴマフアザラシ)

largha-robbe shiretoko
(c) Kerstin Drews

Die 1,60-1,70 m großen Largha-Robben lassen sich an ihrem mit braunen Punkten bedeckten grauen Fell erkennen.

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Besonders gut beobachten können Sie die Tiere zwischen Winter und Frühling, wenn sie auf dem Treibeis an der Küste des Ochotskischen Meeres ihre Jungen zur Welt bringen. Hierfür bietet sich besonders die Teilnahme an einer Treibeis-Bootsfahrt an.

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Pottwal (makkōkujira マッコウクジラ)

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Neben anderen Arten zeigen sich Pottwale – die größten Wale mit Zähnen – vor allem an der Pazifikküste Shiretokos. Von dem Hafenort Rausu aus gibt es regelmäßig Whale-Watching-Touren, bei denen die Tiere vom Boot aus zu beobachten sind. Im Sommer sind Pottwale mit einer Häufigkeit von über 70% besonders oft anzutreffen. Doch auch im Herbst haben Sie vielleicht noch Glück, einen zu entdecken.

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