Salz Kimono
(c) Salz Tokyo

Kimono-Styling! 3 Outfits von Anji Salz, Wafuku Ambassador

Anji Salz

Anji stylt Kimono für Events und Shootings – das hat ihr einen Ruf als Botschafterin für Wafuku, japanische Kleidung, verschafft. Japan Digest zeigt sie 3 Ensembles und spricht über ihre Liebe zum Kimono – und dessen farbexplosive Neuinterpretation.

Japan Digest: Wie kamst du dazu, als Kimono-Stylistin zu arbeiten?

Anji Salz: Ich lebe seit 2010 in Japan, aber erst vor etwas über 2 Jahren habe ich mir einen Ruck gegeben und endlich Kimono gekauft. Danach ging alles sehr schnell: Ich brachte mir bei, wie man Kimono trägt – und von da an war ich gefesselt! Ich konnte an nichts anderes mehr als an Kimono denken. Ich habe durch Selbststudium meine Passion zum Beruf gemacht.

Japan Digest: Was macht den Reiz japanischer Kleidung für dich aus?

Anji Salz: Das Körpergefühl beim Tragen eines Kimono ist ganz anders als bei westlicher Kleidung. Man kann sich durch den korsettartigen Obi nur eingeschränkt bewegen und hat damit automatisch eine elegantere Haltung. Man ist damit auch graziler unterwegs.

Außerdem macht Wafuku, traditionelle japanische Kleidung, einfach wahnsinnig viel Spaß, da man Muster und Farben wilder kombinieren kann als bei westlicher Kleidung. Blumenmuster mit Streifen, Gegenfarben und all die kleinen Accessoires, die das gesamte Outfit ausmachen und wandeln…

Anji Salz Kimono(c) Anji Salz

Styling Nr. 1

Hier trage ich ein recht traditionelles Ensemble mit einem schwarzen Sommerkimono aus leicht durchsichtig gewebter Seide, dazu einen antiken Nagoya obi in Grün und eine vereinfachte traditionelle Frisur (Nihongami 日本髪 ).

Du kannst einfarbige Kimono (iromuji 色無地) zum Tee oder zum Ausgehen tragen. Schwarze Kimono werden aber immer noch als Trauerkleidung (mofuku 喪服) verwendet – und daher im Alltag meist gemieden. Das macht mein Outfit ein klein wenig gewagt. Dazu kommen die Tabi-Socken statt richtigen weißen Tabi und der moderne Haneri-Kragen 半襟 in Grün.

TIPP Im Sommer wird Wafuku mit mehreren Lagen recht heiß, daher kannst du außerhalb von formellen Anlässen das Auspolstern der Hüfte etwas reduzieren. Außerdem empfehle ich dir, locker gewebte Kimono und Juban-Untergewänder zu tragen oder einen „Fake-Kragen“ über einem T-Shirt anstelle eines Nagajuban-Unterkimono (Natürlich nur bei undurchsichtigen Kimono!).

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Japan Digest: Wie würdest du selbst deinen Stil beschreiben?

Anji Salz: Viele planen ihr Kimono-Outfit schon am Tag vorher. Bei mir passiert das meist eher spontan, da sich je nach Stimmung mein Stil ändert. Manchmal habe ich Lust auf wilde, bunte Ensembles und manchmal muss es dunkel und cool sein. Auch ein Mischmasch aus Kimono und westlicher Kleidung gefällt mir.

Ich denke, mein Stil hebt sich dadurch ab, dass ich sehr experimentierfreudig bin und hier und da die Regeln außer Acht lasse. Der Spaß am Kimono steht bei mir klar im Fokus!

Salz Kimono(c) Anji Salz

Styling Nr. 2

Ein Mix aus westlicher Kleidung und Kimono! Für das Outfit habe ich eine Bluse mit Kragen gewählt und gestreifte Leggings mit Stiefeln. Der Obi ist normal gebunden. Mit einem Halstuch unter dem Obi und dem Barett habe ich weitere Akzente gesetzt.

Dieses Outfit passt für alles Alltägliche wie Freunde treffen oder Shopping in der Stadt. Wenn du dich traust, kannst du damit auch zur Arbeit oder in die Uni. Natürlich ist dieses Outfit nicht traditionell, aber eine tolle Lösung, wenn du in Eile bist oder mal keine Lust auf all die Lagen hat, die ein Kimono-Ensemble sonst so mit sich bringt.

TIPP Binde den Kimono höher als gewohnt, damit man Leggings und Stiefel sieht! Bei diesem Outfit kannst du auch super mit Blusen aus Spitze arbeiten oder mit bunteren Stücken aus dem Vintage-Laden. Gleiches gilt natürlich für die Beine und Füße – hier kann man sich austoben wie man mag. Heels sind neben Stiefeln auch sehr beliebt.

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Japan Digest: Wie gehst du an ein Styling-Projekt heran?

Anji Salz: Der Kimono sollte zur Person passen. Manchmal versuche ich aber auch, Ensembles zusammenzustellen, die von den normalen Präferenzen etwas abweichen. Die meisten „Schwarz-Träger” sind zum Beispiel überrascht, wie gut ihnen ein cool kombinierter bunter Kimono steht!

Japan Digest: Was ist die beste Erfahrung, die du dank Wafuku gemacht hast?

Anji Salz: Für mich ist es nicht direkt eine Erfahrung, sondern vielmehr, dass ich mit Wafuku endlich meine Passion gefunden habe!

Salz Kimono(c) Anji Salz

Styling Nr. 3

Wenn es etwas bunter sein darf: Hier ist mein von einer Zuckerstange inspiriertes Ensemble! Der Kimono ist antik und mit einem modernen, locker gewebten Obi kombiniert. Obiage und Obijime im Karomuster setzen noch einen drauf.

Auch dieses Ensemble ist alltagstauglich und kann außer zu formellen Anlässen überall getragen werden. In einem Zuckerwarengeschäft würde man zumindest nicht auffallen…

TIPP Im Normalfall kombinierst du sicher eher Obi, die nicht der Hauptfarbe des Kimono entsprechen, sondern einen Kontrast setzen. Hier kannst du aber auch erkennen, dass ein guter Kontrast durch kleine Accessoires geschaffen werden kann, wenn der Obi Ton in Ton gehalten ist.

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