Japan verschiebt Olympia 2020 | 24. März 2020

Diana Casanova
Diana Casanova

Am 24. März 2020 bat der japanische Premierminister Shinzō Abe in dieser historischen Entscheidung um die Verschiebung von Olympia 2020 angesichts der weltweiten COVID-19-Pandemie. Ein neuer Termin wird für 2021 erwartet.

Countdown für Olympia 2020
© Igor Belyayev/Tass/PA Images

In einer historischen Entscheidung verkündete der japanische Premierminister Shinzō Abe in Absprache mit IOC-Chef Thomas Bach am 24. März 2020 die Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele auf das Jahr 2021. Dies bestätigten das Internationale Olympische Kommitee und die Organisatoren der Spiele. 

+++ UPDATE vom 30.03.2020: Das neue Datum für die Eröffnung der Olympischen Spiele steht fest. Sie ist für den 23. Juli 2021 geplant. +++

Dieser Entscheidung ging eine wochenlange Diskussion voran, in der es um die Frage ging, ob die Spiele im Angesicht der weltweiten COVID-19-Pandemie stattfinden oder besser verschoben bzw. ganz abgesagt werden sollen.

Bis zuletzt hielt Japan an dem ursprünglichen Termin (22.07. – 06.09.2020) fest und dementierte Gerüchte einer Absage Olympias. Doch als besonders ab Januar 2020 der sog. SARS-CoV-2-Virus, im Allgemeinen auch Coronavirus genannt, sich auf der ganzen Welt verbreitete und momentan vor allem in Europa hunderte Tote und zehntausende Infizierte forderte, geriet die japanische Regierung mehr und mehr unter Druck, was die Ausrichtung der Spiele anging. International gab es teils massive Forderungen einer Verschiebung.

Weltweit steht alles still

Zahlreiche Sportler können aufgrund der weltweit erlassenen Schließungen von öffentlichen Einrichtungen und der Absage vieler Qualifikationsturniere nicht trainieren, weniger als die Hälfte haben sich überhaupt für Olympia qualifiziert. Kritik wurde lauter, dass Japan auf gar keinen Fall die Spiele ausrichten darf und so möglicherweise eine weitere, noch größere Brutstätte ungeahnten Ausmaßes für das Virus bereitstellt. Zuletzt kündeten Kanada und Australien an, ihre Teams nicht zu Olympia zu entsenden. Auch andere Länder, u.a. Deutschland, und viele internationale Sportverbände, Athleten und Olympische Kommitees sprachen sich gegen eine Ausrichtung der Spiele im Sommer aus.

Massive Verluste für Japan

Diesem Druck scheint sich Japan nun zu beugen, doch die Entscheidung kommt nicht ohne Konsequenzen. Besonders die japanische Tourismusbranche, die sich seit Jahren auf Olympia, z.B. durch einen starken Ausbau von Hotels, vorbereitet und derzeit ohnehin wegen der fehlenden Touristen große Verluste einfährt, trifft dies hart; ganz zu schweigen von den ausbleibenden Einnahmen aus Ticketverkäufen und Sponsorenverträgen. Nicht zuletzt bedeutet die Verschiebung der Spiele auch ein großer Prestigeverlust für den japanischen Premier, der sich im Zuge der Krise sowieso schon Kritik ausgesetzt sieht, dass seine Regierung nicht genug zur Eindämmung der Pandemie unternimmt.

Noch nie wurden Olympische Spiele auf einen neuen Termin verschoben, auch wenn es Absagen, z.B. während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, gab. Der neue Eröffnungstermin ist auf den 23. Juli 2021 angesetzt.

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