NEWS | Hackerangriff auf Japans Verteidigungsministerium

Im September kam es zu einer Cyberattacke auf ein gemeinsames Netzwerk des Japanischen Verteidigungsministeriums und der Selbstverteidigungsstreitkräfte.

Wie verschiedene japanische Zeitungen heute meldeten, kam es bereits im September zu einer Cyberattacke auf ein gemeinsames Netzwerk des Japanischen Verteidigungsministeriums (Bōeishō 防衛省) und der Selbstverteidigungsstreitkräfte (Jieitai 自衛隊). Dabei hätten die Angreifer unter anderem Zugriff auf Server der Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte (Riku-jieitai 陸自衛隊) und der Nationalen Militär-Akademie (Bōei Daigakkō 防衛大学校) erlangt.

Welche Daten eingesehen wurden und welcher Schaden dadurch entstanden ist, sei derzeit noch Gegenstand von Untersuchungen. Da es sich um einen hochentwickelten Angriff handelte, gehe man davon aus, dass ein anderer Staat den Angriff initiiert habe.

Brisant an den heutigen Meldungen ist, dass bisher noch keine offizielle Stellungnahme des Ministeriums oder der Regierung zu Angriff und Datenleck vorliegt. Die Informationen dazu seien von einem „hohen Beamten“ bereitgestellt worden, wie die Medien angaben.

Umgang mit Attacken aus dem Cyberspace

Die NATO wertet beispielsweise seit Juli 2016 Angriffe im Cyberspace unter Umständen als Kriegserklärung. Ein solcher virtueller Angriff könnte in Zukunft den Bündnisfall auslösen – wie Gegenmaßnahmen konkret umgesetzt werden, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Internationales Recht sieht auch im Fall terroristischer oder staatlicher Hackerangriffe das Recht zur Selbstverteidigung vor – dies liegt also nicht im Widerspruch mit Japans Verfassung.

Momentan setzt die japanische Regierung aber vor allem auf Abwehrmaßnahmen. Seit etwa zehn Jahren sind die japanischen Ministerien ähnlichen hochentwickelten Angriffen ausgesetzt, die darauf abzielen, an geheime staatliche Informationen zu gelangen. 2011 wurde der erste Fall eines Angriffs aus der Volksrepublik China auf staatliche japanische Server bekannt.

Im März 2014 trat offiziell eine Einheit der Japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte zur Cyberabwehr (Saibā Bōeitai サイバー防衛隊) den Dienst an. Experten bemängeln jedoch, dass diese Einheit weder qualitativ noch quantitativ stark genug sei, um beispielsweise Angriffen aus Nordkorea standhalten zu können.

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